Krümel's grosse Reise

Ein Bulli-Wochenende in der Wacholderheide am Niederrhein

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Zufällig hörte ich vom Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch und dass es die größte Wacholderheide des linken Niederrheins hat. Im Frühjahr waren wir bereits in der Lüneburger Heide unterwegs. Das war natürlich zu früh um die Pflanzen in voller Blüte zu sehen. Das letzte Spätsommerwochenende widerum ist nun reichlicht spät – aber vielleicht haben wir noch Glück.

Brüggen am Niederrhein

Für mich strahlen die meisten niederrheinischen Ortschaften die Botschaft aus: hier ist noch alles in Ordnung. Es hat ein bisschen etwas von Bilderbuchcharakter. Oftmals wirkt alles so beschaulich und friedlich. So ist es auch in der Gemeinde Brüggen im Kreis Viersen. Der Orstkern ist geprägt von wunderschönen Altbauten, kleinen Gässchen, Kopfsteinpflaster und einer Burg mit Parkanlage. Es gibt gleich drei größere Plätze im Zentrum, die zum Verweilen einladen. Die vielen Cafes und Restaurants, die ihre Tische draußen stehen haben, tragen das ihrige dazu bei. Seit 2012 darf Brüggen sich offiziell Burggemeinde nennen. In der alten Wasserburg ist heutzutage ein Naturkundemuseum und die Touristinformation untergebracht. Außerdem finden im Laufe des Jahres viele kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen statt. Im Burgsaal können sich Paare sogar standesamtlich trauen lassen.

Burggemeinde Brüggen am Niederrhein

Essen in Brüggen oder der Krümel im Pfannkuchenparadies

Wie schon beschrieben, in Brüggen gibt es zahlreiche Möglichkeiten es sich kulinarisch gut gehen zu lassen. Wir sind direkt an beiden Abenden auswärts essen gegangen, weil wir zu faul waren im Bulli etwas zu kochen. Neben italienischer, asiatischer und gut bürgerlicher deutscher Küche hat natürlich auch der Einfluss der niederländischen Nachbarn keinen Halt vor der Burggemeinde gemacht. Ihr müsst wissen, dass der Krümel Pfannkuchen liebt. Daher sind wir gleich am ersten Abend im „Pannenkoekenparadijs“ hängen geblieben. In der Karte stehen bestimmt über 30 verschiedene Pfannkuchen, da ist uns die Entscheidung nicht leicht gefallen. Solch leckere Pfannkuchen haben wir übrigens schon lange nicht mehr gegessen.

Ziegenkäse-Tomaten-Walnuss-Honig-Pfannkuchen

Am nächsten Abend finden wir uns dann vor der Imbissbude „Het Frietje“ wieder und lassen uns Pommes und Frikandel schmecken.

Wohnmobilstellplatz versusWanderparkplatz

Wir wussten aus dem Internet, dass es direkt im Ortskern von Brüggen einen Wohnmobilstellplatz mit Wasser gibt und das für nur 5 Euro die Nacht. Wir fahren den Platz an, der etwas versteckt direkt hinter einem ehemaligen Aldi-Gelände liegt. Es ist früher Abend. Der Platz ist bis auf wenige Plätze dicht belegt. Ein weißer Riese steht neben dem anderen, man schaut dem Nachbarn quasi direkt ins Schlafzimmer. Positiv ist, dass die Wohnmobile nicht auf Asphalt, sondern grüner Wiese stehen. Trotzdem: Das ist nichts für uns. Wir fahren zum Wanderparkplatz Niederkrüchten, der gleichzeitig auch Ausgangspunkt für unsere Wanderung am nächsten Tag sein soll. Hier am Waldrand ist kaum noch etwas los. Es stehen bereits zwei weitere Camper vor Ort und dabei wird es auch bleiben. Uns gefällt es so gut hier, dass wir die zweite Nacht gleich auch noch hier verbringen.

Heidelandschaft am Niederrhein

Wir befinden uns im Naturpark Maas-Schwalm-Nette. Noch genauer gesagt im Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch. Das beinahe 300 Hektar große Gebiet, das direkt an den Brüggener Ortskern anschließt, steht seit 1964 unter Naturschutz. An seinem westlichen Rand tangiert es mit den Niederlanden. Im Elmpter Schwalmbruch befinden sich verschiedene Biotypen wie z.B. ein Moor, Heidelandschaft, Wiesen und Hecken. Die hiesige Wacholderheide ist die größte am linken Niederrhein. Es gibt drei Wandermöglichkeiten durch die Landschaft, doch diese sind gar nicht so einfach zu finden. An großen Übersichtskarten mit bunt eingezeichneten Rundwegen fehlt es nicht. Die Wegmarkierung der tatsächlichen Strecken finden wir zunächst aber nicht und als wir sie dann gefunden haben, sind sie doch recht dürftig. Ebenso machen Namen wie „Bohlenweg übers Moor“ falsche Vorstellungen von dem, was tatsächlich kommt. Sicherlich sind wir auch etwas verwöhnt von unserem Schweden-Roadtrip und unseren dortigen Moorwanderungen. Doch nicht viel mehr als einen Steg, der uns ein minimales Stück um ein Artenschutzgewässer herumführt so zu betiteln, finden wir schon enttäuschend.

Dieses Mal sind wir zu spät dran. Das kräftige lila der Heidelandschaft ist schon fast verblasst. Die Bentheimer Schafe, die hier sonst weiden, lassen soeben ihre Zelte abbrechen – wir können den Schäfer noch bei seiner Arbeit beobachten. Der Krümel ist diesmal auch nicht wirklich zu begeistern. Nachdem der Bohlenweg eine Enttäuschung war, motiviert ihn einzig noch der Aussichtsturm und die Tatsache, dass wir dort eine Rast einlegen wollen. Am Turm angekommen müssen wir erst einmal warten, bis die anderen Besucher herunterkommen (Zutrittsbeschränkung auf 3 Personen bzw. einen Haushalt). Von oben können wir unseren Blick dann über das ganze Naturschutzgebiet schweifen lassen. Wieder am Boden angekommen, breiten wir unsere Picknickdecke unter den Bäumen aus. Auf dem Rückweg passieren wir einen wunderschönen kristallklaren See. Wie gerne wären wir dort hineingesprungen, doch erstens ist Baden leider verboten und zweitens wäre es wohl auch etwas frisch gewesen.

Unser Fazit

Das Timing von unseren Heide-Besuchen in diesem Jahr ist ein denkbar schlechtes. Im Frühjahr waren wir zu früh dran. Im Spätsommer hingegen liegt die Heideblüte schon in ihren letzten Zügen. Trotzdem haben wir vereinzelt noch einige kräftig blühende Pflanzen entdeckt. Und auch in nicht mehr ganz so kräftigen Tönen hat die Heidelandschaft ihren Reiz – auf mich zumindest strahlt sie etwas Beruhigendes aus. Insgesamt hat uns auf den Rundwegen allerdings die Abwechslung gefehlt und unserem Junior war es auch schnell fad. Wer allerdings im Sommer etwas fürs Auge oder die Kameralinse sucht oder mit kleineren Kindern unterwegs ist, dem können wir den Elmpter Schwalmbruch für einen Sonntagsspaziergang uneingeschränkt empfehlen. Da alles eben ist, sind die Wanderungen kinderwagengeignet und kleine Menschen mit kurzen Beinen können sich hier so richtig „auslaufen“ oder sich per Laufrad fortbewegen. Hunde dürfen, solange sie an der Leine bleiben, ebenfalls mitkommen. Der Ort Brüggen ist sowieso einen Besuch wert und wenn man schon einmal da ist, bietet sich ein kurzer Abstecher in die Niederlande natürlich auch noch an.

Ein Blick über die Schwalmbrucher Heide

Birgitta

4 Kommentare

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  • Hallo Birgitta,
    danke für den Interessenten Artikel. Als Kind war ich öfters in Brüggen sogar einmal auf Klassenfahrt (in der Grundschule). Das der Ort und die Umgebung so sehenswert sind, war mir allerdings nicht bewusst. Ich sollte mal wieder dorthin fahren.
    LG ina

    • Liebe Ina,
      das ist ja ganz häufig so, dass man als Erwachsene die Dinge noch einmal ganz anders wahrnimmt als man es als Kind getan hat. Ein erneuter Besuch lohnt sich mit Sicherheit.

  • Liebe Birgitta,
    da muss man wohl echt etwas Glück haben, dass man die Heide blühend erlebt. Dieses Jahr war gefühlt aber auch alles im Herbst früher dran und in Frühjahr später. Na, wie auch immer. Allein für das Pfannkuchenparadies würde es mich schon in die Ecke ziehen. Der sieht ja wohl super lecker aus!
    Liebe Grüße
    Angela

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