Krümel's grosse Reise

Roadtrip mit Kind durch Schweden

Im Corona-Sommer 2020 haben wir nach viel Hoffen und Bangen doch noch unseren lang geplanten Schweden-Roadtrip machen können. Drei Tage vor Abreise wurde die Reisewarnung für das skandinavische Land aufgehoben. Unser Startsignal für 3,5 Wochen Urlaub durch insgesamt zehn schwedische Provinzen, zwei Nationalparks, zahlreiche Wälder und Seen. Am Ende zeigte der Tacho rund 4000 gefahrene Kilometer an.

Die Reisedauer

Wir hatten insgesamt lange dreieinhalb Wochen Zeit. Es handelte sich um die zweite Sommerferienhälfte in den Monaten Juli und August. Doch irgendwann ist leider auch der längste Jahresurlaub einmal zu Ende. Dieses Mal haben wir ihn jedoch wieder maximal ausgenutzt. Wir sind dienstagsmittags nach Hause gekommen und mittwochs begann das neue Schuljahr. Der Krümel musste wieder die Schulbank drücken und wir Erwachsenen auch wieder an die Schüppe.

Seifenblasenfangen auf Deck

Die Anreise

Mit Kind und Kegel im Gepäck sind wir mit dem Bulli vom Ruhrgebiet nach Travemünde gefahren. Dort haben wir eine Nacht in der Nähe des Hafens campiert, um am nächsten Morgen die Fähre nach Malmö zu nehmen. Die Fahrzeit betrug rund neun Stunden. Wir haben die Überfahrt komplett draußen an Deck verbracht.

Unsere Stationen

Wir hatten bis auf wenige Ausnahmen jeden Tag einen anderen Schlafplatz. Das hört sich zunächst stressiger an, als es tatsächlich war. Denn, die Tagesetappen waren nicht zwangsläufig lang. Oftmals sind wir nur eine Stunde gefahren und meist gab es dann noch ein Highlight wie einen Ausflug, eine Wanderung oder einen besonders schönen Platz.

Unser Roadtrip im Überblick

  • Anfahrt von Bochum nach Travemünde
  • Fährüberfahrt Travemünde-Malmö/Übernachtung in Lomma (Provinz Skane)
  • Skummelövstrand/Rogelund (Provinz Halland)
  • See Alevatten (Provinz Götaland)
  • Rönnang/Mollösund (Provinz Götaland)
  • Säffle (Provinz Värmland)
  • See Langsjön (Provinz Värmland)
  • Sunnemo (Provinz Värmland)
  • Mora /Nusnas/Siljan See (Provinz Dalarna)
  • Gesundaberget (Provinz Dalarna)
  • See Radsjön und Orsa-Grönklitt (Provinz Dalarna)
  • Sveg (Provinz Jämtland)
  • Sonfjället Nationalpark (Provinz Härjedalen)
  • Flatruet/höchster Pass Schwedens (Provinz Härjedalen)
  • Gebiet um Helagsfjäll/ See Storsjön (Provinz Härjedalen/Jämtland)
  • See Järvsö (Provinz Gävleborg)
  • Badplats Hillevik/Gävle (Provinz Gästrikland)
  • Öregrund (Provinz Uppland/Uppsala)
  • Sandvik (Provinz Smaland)
  • Norra Kvil Nationalpark/ Katthult (Provinz Smaland)
  • Gränna (Provinz Smaland)
  • Rückreise/Fährfahrt von Malmö-Travemünde und Heimfahrt

Die Rückreise

Die Rückreise führt uns ein paar Wochen später von unserem Ausgangsort Malmö wieder zurück nach Travemünde. Diesmal fahren wir über Nacht mit der Fähre und haben eine Kabine gebucht. Um 22 Uhr legen wir in Malmö ab und um 7 Uhr am nächsten Morgen in Travemünde an.

Sonnenaufgang in Travemünde

Welche Stops haben uns am besten gefallen?

Die Elchsafari in Värmland

  • die Elchsafari in Värmland war sicherlich das Highlight unseres Schweden-Roadtrips. Vier Stunden lang sind wir mit unserem Guide Wolfgang durch den Wald „gekurvt“, haben eine Menge gelernt und am Ende tatsächlich eine Elchkuh mit ihrem Jungen gesichtet.

Der Katthult-Hof

  • Wer kenn ihn nicht? Den kleinen und frechen Lausejungen Michel von Lönneberga. Wir haben sein „Elternhaus“ bzw. die frühere Filmkulisse in Katthult besucht. Das Haus wird von einer Familie bewohnt, sie haben den Hof seit dem Dreh in den 70er Jahren für Besucher geöffnet und bieten gelegentlich auch Führungen an.
Genau wie wir es aus den Filmen kennen – der Katthult-Hof in Lönneberga

Der Bären-und Wildpark in Orsa

  • Ein weiteres Highligt unseres Urlaubs. Noch nie sind wir unseren Lieblingstieren, den Bären, so nah gekommen, noch nie konnten wir sie aus sicherer Entfernung so gut beobachten. Dieser Park lohnt sich wirklich, wobei man Glück haben muss, da die Gehege zugunsten der Tiere wirklich riesig sind und sie sich auch verstecken können.

Schwedens Seen: Baden und Kajakfahren

  • Oftmals war es uns leider einfach zu kalt, aber in der letzten Woche kamen wir dann in den vollen Genuss der Badeseen. Kristallklares und ruhiges Wasser und nicht selten Badestege und sogar Sprungtürme. Kurz vor Urlaubsbeginn haben wir uns ein aufblasbares Kajak zugelegt und das konnten wir auf Schwedens Gewässern ausgiebig testen. Sogar die Krümel-Mama, die normalerweise ungern in kleine Boote steigt, hat großen Spaß daran gefunden. Dieser Perspektivwechsel und die unglaubliche Ruhe mitten auf dem See sind einfach großartig.
Eine Bootsfahrt, die ist lustig, eine Bootsfahrt, die ist schön…

Flatruet – Schwedens höchste befahrbare Passstraße

  • Der Flatruetweg ist mit 975 Höhenmetern die höchst gelegene Passstraße Schwedens. Sie führt über das Mittelgebirge Flatruet und verbindet die beiden Ortschaften Funäsdalen und Ljungdalen in der Provinz Härjedalen. Größtenteils ist die Straße grob geschottert. Wir fahren durch Mittadalen, ein Sami-Dorf, in dem man in einem kleinen Laden Spezialitäten wie Rentierfleisch kaufen kann. Auf der Passhöhe angekommen, ist die Aussicht gigantisch. Die karge Landschaft ist irgendwie beeinderuckend. Leider sind wir hier nicht alleine, der Parkplatz ist schon ziemlich voll mit Campervans, Wohnmobilen und PKWs. Deshalb fahren wir nach einem kurzen Stop auch weiter. Und was hier oben natürlich nicht fehlen darf sind Rentiere – die Gehilfen des Weihnachtsmanns laufen überall herum.
Auf der höchsten Passstraße Schwedens

Moorwanderungen über Stege

  • Mich haben Wanderungen über lange Stege mitten durch morastige Landschaft schon immer fasziniert. Das war als ich mit sechs Jahren in Schweden war so und im letzten Jahr im Baltikum ebenso. Klare Sache, dass wir in diesem Jahr auch wieder über Holzplanken durch Gebiete maschiert sind, die sonst unwegsam wären. Einmal haben wir sogar einen richtigen Holzparcour für Kinder im Moor vorgefunden. Hier geht es zu unseren familienfreundlichen Wanderungen in Schweden.
Über Bretterbohlen durchs Moor

Unsere liebsten Campingplätze auf der Reise

Die Entscheidung ist uns wirklich nicht leicht gefallen, aber letztendlich sind es vier Plätze geworden, die es in unsere Top-Liste während unseres Schweden Roadtrips geschafft haben.

Camping am See Alevatten in der Provinz Götaland

Camping am See Alevatten in Götaland

Zuerst sind wir mit dem Kajak über den See gepaddelt und dann haben wir uns die Bäuche mit Himbeeren vollgeschlagen. Kurz beim See gibt es einen Parkplatz als Ausgangspunkt für (mehrtägige) Wanderungen und auch einige Schutzhütten mit Grillplätzen. Und genau dort haben wir unseren Abend verbracht, Würstchen und Marshmallows gegrillt. Übernachtet haben wir auf dem Parkplatz.

Camping am Badplats Nusnäs in der Provinz Dalarna

Camping am Badplats Nusnäs in Dalarna

Vormittags waren wir in Mora und haben uns die Produktion der Dalarna-Pferdchen angesehen. Den Rest des Tages haben wir auf dem wunderschönen kleinen Campingplatz am See verbracht. Die Anwohner in der näheren Umgebung kümmern sich um die Instandhaltung des Platzes und sammeln abends die Platzgebühr ein. Plumpsklos (mit Herz in der Tür), Trinkwasser, Mülleimer und Feuerstellen sowie Holz sind vorhanden.

Badplats bei Järvsö in der Provinz Gävleborg

Camping am Badplats bei Järvsö mit Seeblick

Im See baden, mit dem Käscher nach Meeresbewohnern Ausschau halten, vom Steg aus ins Wasser springen und abends grillen. Wir sitzen mit dem Blick direkt aufs Wasser, genießen die warmen Sonnenstrahlen und unterhalten uns bestens mit einem deutschen Auswanderer. Er machte zeitgleich mit seinen beiden Jungs und dem selbstausgebauten Bulli einen Roadtrip durch Schweden.

Camping am See Storsjön in der Provinz Härjedalen

Camping am See Storsjön

Ein wunderschöner einsamer Platz mit direktem Seezugang. Hier hat es uns so gut gefallen, dass wir gleich zwei Tage geblieben sind – der perfekte Platz um die Seele baumeln zu lassen, Boot zu fahren, viel zu lesen und mit Autos zu spielen und die ersten Postkarten zu schreiben. Die Grabstätte Krankmartenhögen ist übrigens nur 600 Meter entfernt. Hierbei handelt es sich um Hügelgräber über deren Herkunft die Wissenschaftler noch streiten.

Was wir besonders geliebt haben

  • die unendliche Freiheit und Weite (das viele „Nichts“)
  • die zahlreichen sauberen Seen
  • das scheinbar endlose Vorkommen von Himbeer-und Blaubeersträuchern
  • die hervorragende Infrastruktur (an Rast-und Badeplätzen)
  • die Rentiere in Schwedens Norden
  • den leckeren Fruchtjoghurt aus den Milchtüten
  • die losen Süßigkeiten im Supermarkt – hier kann man sich mit einem Schäufelchen selber eine Tüte füllen
  • die Hotdogs und das Polarbröd (eine Art weiches Knäckebrot)
Und wieder eine Hand voller Himbeeren- lecker

Was wir nicht gemacht haben, was aber möglich gewesen wäre

In Schweden gibt es zahlreiche BMX-Crossstrecken, für Profis, Einsteiger und Kinder. Außerdem gibt es einige Elchparks, wir haben nach unserer Elchsafari bewusst keinen solchen Park aufgesucht. Und dann gibt es natürlich Astrid Lindgrens Welt (Lindgrens Värld) – für eingeschworene Pippi Langstrumpf-Fans. Diese Attraktion hatte aufgrund von Corona geschlossen.

Was in dieser Auflistung nicht fehlen sollte, ist das Angeln – ein echter schwedischer Volkssport. Gefühlt lassen die Schweden keinen Fluss, keinen See, einfach kein Gewässer aus, sie werfen einfach immer die Rute aus. An vielen Stellen kann man das nötige Equipment ausleihen und auch als Tourist einen frischen Fisch fürs Abendessen sichern.

Natürlich kann man in Schweden auch noch ausgedehntere Wanderungen machen, als wir es gemacht haben, gerade auch im Fjäll.

Die großen Städte Schwedens sind auch nicht zu unterschätzen, aufgrund von Corona haben wir diese allerdings dieses Mal gemieden. Tina und Manfred vom Reiseblog Urlaubsreise haben zum Beispiel 5 Gründe, warum du Stockholm unbedingt besuchen musst, zusammengetragen.

Was haben wir gelernt?

Wir haben gelernt, dass die schwedische Sprache geschrieben gar nicht mal so schwierig ist. Wir konnten uns vieles ableiten und somit relativ schnell viele Schilder etc. verstehen. Haben wir allerdings jemanden schwedisch sprechen hören, haben wir rein gar nichts verstanden. In Schweden herrscht eine ganz andere work-life-balance vor als in Deutschland. Die Mücken sind gar nicht so schlimm bzw. traten nicht in den Massen auf, wie sie uns angekündigt wurden. Und verregnet muss ein Sommer in Schweden auch nicht sein. Außerdem haben wir gelernt, dass Astrid Lindgrens „Michel aus Lönneberga“ in der schwedischen Originalausgabe Emil heißt.

Auf Wiedersehen Schweden

Unser Fazit

Die Entscheidung im Corona-Sommer 2020 einen Roadtrip durch Schweden zu machen, war goldrichtig. . Es hat uns ausgesprochen gut gefallen, meine kindlichen Erinnerungen haben mich nicht getäuscht. Unsere Erwartungen sind übertroffen worden und es war sicherlich nicht der letzte Schweden Urlaub mit Bulli für uns. Wie wir Schweden speziell zu Corona-Zeiten erlebt haben, erzählen wir in einem weiteren Artikel.

Schweden for kids auch am Badplats mit dabei

Verlosung: Schweden for kids

Unser stetiger Begleiter auf Reisen war der Kinderreiseführer Schweden for kids vom World for kids Verlag. Wir haben gerne darin geblättert und gelesen, die Seiten zur freien Gestaltung haben den Krümel nicht so sehr interessiert. Da wir pfleglich mit dem Buch umgegangen sind, sieht es noch top aus. Es wäre zu schade, würde es im Regal verstauben. Wir würden uns viel eher darüber freuen, wenn es ein weiteres Kind auf Reisen begleiten würde. Daher möchten wir unser Exemplar von Schweden for kids gerne verlosen. Um in den Lostopf zu wandern, hinterlasst bitte einen Kommentar unter diesem Artikel und meldet euch für unseren Newsletter an (falls noch nicht geschehen).

Mitmachen können alle, die mindestens 18 Jahre alt sind und in Deutschland wohnen. Am 12.09.2020 (abends 20 Uhr) ziehe ich nach dem Zufallsprinzip den Gewinner, benachrichtige ihn hier im Blog und das Buch wird umgehend auf Reise geschickt. Die Daten werden selbstredend nur für die Verlosung verwendet. Eine Auszahlung des Gewinns ist nicht möglich.

Nachtrag vom 13.09.2020: Die Verlosung ist beendet. Glückliche Gewinnerin ist Frauke, die hoffentlich im nächsten Jahr mit ihrer Familie und Schweden for kids im Gepäck nach Schweden reisen kann. Vielen Dank an alle Teilnehmenden. Ihr könnt euch in den kommenden Wochen auf jeden Fall auf weitere Schweden-Beiträge freuen.

Birgitta

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