Krümel's grosse Reise

Schweden mit Kind: Bären-und Wildtierpark in Orsa

Wildtierparks gibt es viele – aber wir haben noch nie so einen großartigen erlebt wie den in Orsa. Warum wir so begeistert von diesem Ausflugsziel waren und warum es bei eurer nächsten Schwedenreise unbedingt auch auf der Must-See-Liste stehen sollte, erzählen wir euch in diesem Beitrag.

Was macht diesen Park so besonders?

Das gepunktete Fell eines Leoparden, das mit Streifen durchzogene eines Tigers oder die tapsigen Tatsen des Braunbären, die mich immer an meine Deichmann-Hausschuhe von früher erinnern. Noch nie waren wir so nah dran und konnten so aufs Detail achten. Wir haben teilweise nicht mal zwei Meter Abstand zu den Wildtieren, fühlen uns dank hoher und massiver Zäune oder Glasscheiben trotzdem sicher.

Nichts anderes als im Zoo? Oh doch, der große Unterschied ist, dass die Tiere ein riesiges Areal, ihr eigenes Revier zur Verfügung haben. Das bedeutet, wenn sie wollen, verschwinden sie einfach von der Bildfläche und tauchen ab in die dichte Bewaldung. Dann ist es vorbei mit dem „Angeglotzt- werden“. Die Tiere haben die Freiheit zu entscheiden. Wo geht das bitte noch? Ich finde dieses Konzept klasse. Natürlich kann es passieren, dass man als Besucher dann wirklich mal Pech hat und nichts vor die Linse bekommt. Wir hatten an diesem etwas regnerischem Sommertag allerdings richtig großes Glück.

Willkommen im Orsa Rovdjurspark

Schon im Eingangsbereich, dem Raubtierzentrum, geht es los. Wir lernen über Ausstellungsstücke (ausgestopfte Tiere), Informationstafeln, Filmdokumentationen und interaktive Angebote jede Menge über Raubtiere. Und dann treten wir hinaus in das insgesamt 325.000 Qaudratmeter große Park-Areal. Aufgrund der imensen Größe werden wir an diesem Tag ganz schöne viele Kilometer zurücklegen.

Geschwindigkeitmessen im Raubtierzentrum Orsa Grönklitt

Auf in die Polarwelt

Zunächst führt uns unser Weg in die Polarwelt. Durch große Glasscheiben können wir in das Eisbärengehege schauen. Den zwei Eisbären, die hier leben, wird viel Platz geboten. In Schweden ist es kälter als in Deutschland, aber für einen Eisbären im Winter trotzdem nicht kalt genug. Aus diesem Grund haben die beiden Tiere ihre eigenen Schneekanonen, mit denen ihr Areal im Winter beschneit wird. Damit die Bären möglichst authentische Lebensverhältnisse haben, wird noch etwas anderes gemacht. Und zwar müssen sie ihr Futter (in dem Fall Fische) selber fangen. So werden sie gleichzeitig auch noch trainiert. Das gleiche gilt im Übrigen auch für die anderen Tiere. Wie auch in den anderen Themen-Bereichen im Park gibt es hier viele Informationstafeln und kindgerechte Anschauungsmaterialien. Wir sind begeistert.

Der Eisbär im Raubtierpark Orsa macht ein Nickerchen.

Leoparden, Tiger und andere Wildkatzen

Als nächstes folgt das Leoparden Center und der Tigermountain. Die Großkatzen bewegen sich auf leisen Tatzen und sehr anmutig durch ihr Revier. Ihr Fell sieht so schön seidig und weich aus, es lädt geradezu zum Kuscheln und Knuddeln ein – und lässt einen kurzzeitig beinahe vergessen, dass es sich um Wildtiere handelt. Aber spätestens als einer der Tiger zu brüllen beginnt und dabei seine Zähne zeigt, ist dieser Moment vorbei. Das Gebrüll ist wirklich beeindruckend und in jedem Fall respekteinflößend.

Und danach brauchen wir erst einmal eine Pause, um uns zu stärken und aufzuwärmen. Wir gehen hoch in die „Toppstugan“, eine luxuriöse Gipfelhütte mit traumhaftem Ausblick. Hier genießen wir Pfannkuchen und Waffeln. Draußen regnet es derweil in Strömen.

Wildkatze beim Mittagsschlaf im Raubtierpark Orsa

Die Braunbären und mehr

Die Bären zu beobachten ist wohl das tollste Erlebnis für uns Bärenliebhaber. Und Meister Petz bietet uns an diesem Tag ein richtig tolles Programm. Wir schauen einer Bärenmutter und ihren drei tapsigen Kindern zu. Das ist besser als jedes Kino, wirklich. Und hier gibt es auch noch die Möglichkeit von einer Art Brücke von oben auf das Schauspiel zu blicken. Die Kleinen baden und kebbeln spielerisch im Wasser. Kaum ist der eine raus geklettert aus dem Wasserbecken, wird er von seinen Geschwistern wieder hineingestupst. Dann tollen sie über die Wiese. Die Bärchen sind einfach so knuddelig anzuschauen, am liebsten würde ich einen mitnehmen. Ich kann die Augen gar nicht von ihnen lassen, dem Krümel geht es nicht anders. Völlig gebannt steht er da und schaut zu. Wir gehen ein Stück weiter, aber immer noch am Gehege vorbei. Da taucht die Mutter mit ihren Jungen plötzlich wieder in unserem Blickfeld auf. Und dann werden wir Zeugen davon in welchem Tempo die sonst eher behäbig aussehenden Bären auf einen Baum klettern können. Das ist der Wahnsinn. So schnell kann man gar nicht kucken.

Als wir uns dann irgendwann endlich losreißen können, warten neben einem Spielplatz noch ein paar tolle Interaktionen auf den Krümel. So gibt es zum Beispiel eine Rennstrecke, wo er gegen Bär, Wolf, Luchs und Co antreten kann. Eine Ampel zeigt an, wie weit das entsprechende Tier in der Zeit gelaufen wäre. Wir probieren es auch – im Grunde braucht man als Mensch aber gar nicht erst los laufen – wir können den Tieren quasi sowieso nur hinterher kucken. Gelungen finden wir auch die Station, an der die Besucher eingeladen werden aus dem Stand heraus so weit zu springen wie möglich. Auch hier geht es wieder um einen Vergleich mit dem Können der Tiere.

Weitsprung im Orsa Rovdjurspark

Unser Fazit

Der Tag hatte schon mit Regen begonnen und während unseres Aufenthaltes regnete es auch immer wieder kurz. Das machte aber gar nichts, denn so waren weniger Besucher unterwegs. Wir hätten stundenlang dort stehen und zum Beispiel den kleinen Bären beim Spielen zuschauen können. So nah waren wir Raubtieren noch nie. Toll, wie die Schweden alle Bedürfnisse miteinander kombiniert haben. Bär, Tiger und Co leben in einer naturgetreuen Lebenswelt und die Besucher bekommen einen Einblick darin. Eigentlich gibt es hier täglich auch noch Fütterungen und Vorträge von den hier beschäftigten Biologen und Tierpflegern- das fällt in Corona-Zeiten leider weg. Wir haben viele schöne Stunden hier verlebt einen großartigen Tag. Einen ganzen Tag Zeit sollte man sich im Übrigen auf jeden Fall nehmen, es gibt einfach so viel zu sehen. Das ist der bisher schönste Wildtierpark, den wir besucht haben und eines der Highlights unseres Schweden-Roadtrips.

Informationen für Besucher

Der Tageseintritt kostet für Erwachsene 9 Euro und für Kinder ab 5 Jahren 8 Euro. Eine Familienkarte (2 Erwachsene und 2 Kinder) gibt es für 25 Euro. Der Wildtierpark hat von März bis Oktober von 10-18 Uhr geöffnet und von November bis Februar von 10-16 Uhr. Der große Parkplatz ist kostenfrei. Es gibt einen Souvenirshop, ein Restaurant und mehrere Kioske. Es spricht allerdings auch nichts gegen eine Selbstversorgung. Über das Gelände verteilt gibt es ausreichend Toiletten. Weitere Informationen gibt es auf der -leider nur auf schwedisch existierenden- Website des Parks selber.

Birgitta

1 Kommentar

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  • Liebe Birgitta,
    das hört sich nach einem tollen Park an. Ich finde es immer gut, wenn die Tiere Rückzugsgebiete haben. Wir haben in Pforzheim auch so einen Wildpark. Eines unserer liebsten Ausflugsziele!
    Viele Grüße von Sanne

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