Krümel's grosse Reise

Wandern mit Kindern in der Schweiz des Ruhrgebietes

Eine Wanderung in der Schweiz mitten in Zeiten von Corona? Unmöglich! Nein, nicht ganz, wenn man einfach die grüne Lunge des Ruhrgebiets ansteuert, die Elfringhauser Schweiz. Es handelt sich um eine stille Mittelgebirgslandschaft zwischen Hattingen und Wuppertal. Neben einer reizvollen Landschaft mit Wald, Wiesen, Bergen und Bächen, gibt es unter anderem zum Beispiel auch ein riesiges Hühnerei und die Weihnachtsbäume von morgen zu entdecken. Ein wirklich tolles Ziel gerade für Familien und kleine Abenteurer.

Naherholungsgebiet Elfringhauser Schweiz – Felderbachtal

Die Fakten

  • Länge: 10,9 Kilometer
  • Höhenmeter: 471 hm
  • Dauer: +/- 3 Stunden
  • Schwierigkeit: mittel
  • Start und Endpunkt: Felderbachstr. 59 in 45529 Hattingen, Parkplatz am Gemeindezentrum/Bandwirkermuseum
  • Geeignet für: Kinder, die schon gut und sicher laufen können und/oder zwischendurch auch getragen (Kraxe oder Tragegurt/tuch) werden. Wir waren mit einem 6-Jährigen unterwegs.
  • Highlights: Berger Hof (Freiland-und Erlebnisgastronomie)- auch wenn er aktuell geschlossen ist

Rein in die Wanderschuhe und los geht´s

Hier in der Elfringhauser Schweiz gibt es zahlreiche Wanderwege verschiedener Längen und Schwierigkeitsstufen. Wir haben uns für einen Rundwanderweg von etwa 10 Kilometern entschieden und nutzen die offline nutzbare GPX-Routenführung von Outdooractive (Elfringhausen kennenlernen? Dann auf dieser Runde). Wir parken den Bulli auf dem Parkplatz vom Bandwirkermuseum (Bandweberei) und schlüpfen in unsere Wanderschuhe und marschieren mit geschulterten Rucksäcken los. Wir dürfen uns übrigens über frische Temperaturen bei schönem Sonnenschein freuen. Zunächst führt uns der Weg ins Felderbachtal.

Balancieren auf Baumstämmen

Über Stock und über Stein

Und da kreuzt der Bach auch schon unseren Weg, an der einen Stelle breiter, an der anderen schmaler. Wasser fasziniert Kinder seit je her, warum sollte es bei unserem anders sein? Schon steht der Krümel mit seinen zum Glück wasserdichten Wanderschuhen im Bachbett und stochert mit einem zuvor gefundenen Stock darin herum. Zunächst laufen wir dann ein ganzes Stück sanft bergauf. Es gibt viel zu sehen, zu untersuchen und zu besteigen. So finden wir zum Beispiel einen großen Baumpilz. An einer anderen Stelle balancieren wir über gefällte Baumstämme. Und dann entdecken wir sogar eine ausrangierte knallrote Rutsche angelehnt an einen Abhang (leider nicht benutzbar, da nicht im Boden verankert).

Weihnachtsbäume am Waldhof

Irgendwann erreichen wir das Cafe und Restaurant Waldhof. Hier soll es (normalerweise) sehr gute Landhausküche geben. Die gibt es heute nicht, dafür können wir aber eine hervorragende Aussicht und Weitsicht über das Naherholungsgebiet genießen. Wir schauen zwei Reiterinnen und ihren Pferden eine Weile beim Springdressurtraining zu.

Ein Schild weist darauf hin, dass man hier Weihnachtsbäume kaufen und sogar selber schlagen kann. Zeitlich gesehen noch recht früh, denken wir, aber wir können ja schon einmal schauen. Auf mehreren Feldern wachsen ordentlich nebeneinander aufgereiht große und kleine Tannen. Es dauert nicht lange und der Krümel hat ein Bäumchen gefunden, das genauso groß ist wie er. Das möchte er haben. Wir können uns darauf einigen, dass wir es noch etwas wachsen lassen, aber in diesem Jahr tatsächlich einmal in Betracht ziehen könnten einen Baumen selber zu schlagen.

Welcher Weihnachtsbaum ist der passende für uns?

Mit Wanderstock über die Schafswiese zum Riesen-Ei

Was natürlich bei keiner Wanderung mit Kindern fehlen darf, ist der kindgerechte Wanderstock. Den suchen sich die Sprösslinge am besten selbst und meist passiert das auch ganz automatisch. Nicht immer stimmt das Größenverhältnis. So zieht der Krümel zum Beispiel einen riesigen Brecher aus dem Unterholz hervor. Eine Zeitlang hat er Spaß daran zu beweisen, wie stark er ist und macht allerlei Spökes damit, dann ist ihm das Stück Holz irgendwann doch zu schwer und er entledigt sich dessen. Der Weg führt uns weiter bergan über eine grüne Weide. Da dort auch Schafe grasen, müssen wir zunächst ein Gatter passieren. Wir laufen direkt über das Grundstück vom Köllershof (ein Mischbetrieb mit eigenem Hofladen). Als Hinweis auf den Verkauf ab Hof steckt an der Hofeinfahrt eine riesige Gabel, die eine überdimensionierte Kartoffel aufgespießt hat in der Erde. Ein Stückchen weiter finden wir ein ebenso riesiges braunes Hühnerei auf einem Podest. Ob das wohl schon für Ostern ist, überlegt der Krümel.

Wohlverdiente Rast am Berger Hof

Wir erreichen die beliebte Freilandgastronomie „Berger Hof“, in Corona-freien Zeit und insbesonere im Sommer ist es hier meist sehr überlaufen. Ganz anderes heute. Vereinzelt kommt mal ein Mountainbike-Fahrer vorbei, insgesamt sind aber sehr wenige Menschen unterwegs. Die Gastronomie hat geschlossen. Der Hofladen und Landmetzgerei haben aber regulär geöffnet. Hier bekommt man im Übrigen ausgezeichnete und frische Ware – können wir sehr empfehlen. Die Sitzflächen sind zum größten Teil mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Wir setzen uns auf eine der wenigen nicht abgesperrten Bänke und holen unser Proviant aus den Rucksäcken. Hungrig beißen wir in unsere Brötchen und snacken etwas Rohkost dazu. Und dann gibt es kein Halten mehr für den Krümel. Sein besonderers Highlight, drei ausrangierte und buntangemalte Trecker sind nämlich nicht, wie alles andere, abgesperrt. Und heute ist er ganz alleine hier, keine Kinderschlange, kein Gedränge. Schwupsdiwups hat er sich auch schon auf einen Traktor geschwungen und lenkt … – mit den Füßen! Die Ziegen sind übrigens wie immer auch noch da und freuen sich über unseren Besuch.

Ausrangierte Traktoren zum Spielen für die Kinder

Der Rückweg und unser Fazit

Vom Berger Hof aus gibt es nun mehrere Möglichkeiten zurückzugehen. Man könnte zum Beispiel noch ein kleines Stück weiter bergauf bis zu einem Windrad gehen. Wir entscheiden uns jedoch für den direkten Weg zurück zum Bulli. Die meiste Zeit geht es jetzt bergab. Es ist eine landschaftlich abwechslungsreiche Route und das gefällt auch dem Krümel. Kein Gemecker und Gejammer, wann wir endlich da sind. Im Gegenteil, so krabbelt er sogar freiweillig noch zusätzlich einen Hang hinauf, weil er ein von anderen Kindern gebautes Tipi gefunden hat.

Die Elfringhauser Schweiz ist durchzogen von vielen verschiedenen Wanderwegen, die sich an mehreren Stellen kreuzen. Das heißt jeder kann seine ganz individuelle Route laufen und zwischendurch gibt es immer wieder die Möglichkeit abzukürzen, sollten die kurzen Beinchen der Kinder mal schlapp machen. Die Route „Elfringhausen kennen lernen? Dann auf dieser Runde!“ und viele weitere findet ihr auf www.outdooractive.com, hier könnt ihr euch zu Hause GPX Tracks aufs Handy herunterladen und dann offline während der Wanderung benutzen.

Und noch mehr Wanderungen

Aktuell entdecken wir unsere Umgebung vor der Haustür und es gibt wirklich eine Menge zu entdecken. So zum Beispiel auch den Bergbaurundwanderweg im Muttental. Und dann schaut auch gerne einmal bei Sabrina vom Blog Couchflucht vorbei, sie hat den Artikel „Wandern und Mountainbiken im Ruhrgebiet“ geschrieben.

Sobald wir aber wieder dürfen, wollen wir wieder raus und die weite Welt entdecken. Ein Ziel, was schon lange auf unserer Bucketlist steht, ist der Schwarzwald. Dort und auch generell in Baden-Württemberg gibt es auch zahlreiche Wandermöglichkeiten mit Kindern. Ein paar davon hat die liebe Susanne vom Reiseblog Travelsanne in „Wandern Baden-Württemberg: 12 der schönsten Wanderungen mit Kindern“ zusammengetragen. VIelleicht ist auch etwas für euch dabei?

Birgitta

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