Krümel's grosse Reise

Unterwegs mit Kind im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Den Spuren von Feen und Gnomen folgen. In luftiger Höhe über eine freischwingende Hängebrücke laufen. Mit einem Affenzahn die Sommerrodelbahn auf dem Erbeskopf hinuntersausen: All das und noch viel mehr hat der Nationalpark Hunsrück-Hochwald für Erwachsene und Kinder zu bieten. Wir haben es ein Wochenende lang ausgetestet.

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald liegt verborgen im Westen Deutschlands im Mittelgebirge. Je eine Autostunde von Saarbrücken, Mainz und Trier entfernt. Dieser 10.000 Quadratmeter große Park wird gerne als Urwald von morgen bezeichnet. Das liegt daran, dass es sich um einen sogenannten Entwicklungsnationalpark handelt. Das bedeutet, dass der Wald mehr und mehr sich selber überlassen wird. So dürfen alte Bäume zum Beispiel stehen und umgestürzte liegen bleiben. Letztere werden dann von Moosen und Pilzen besiedelt. Das es sich hier um etwas Besonderes handelt, haben auch schon die Tiere erkannt. So haben sich hier u.a. die seltene Wildkatze und der Schwarzspecht angesiedelt. Im Nationalpark kann der Besucher Wildnis mit allen Sinnen erleben.

Urwald im Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Die Hängeseilbrücke Geierlay

Genau genommen gehört die Hängeseilbrücke gar nicht zum Nationalpark. In den Hunsrück aber schon. Sie verbindet die Orte Mörsdorf und Sosberg miteinander und ist eine reine Fußgängerbrücke (Fahrräder dürfen hinüber geschoben werden). Das imposante Konstrukt schwingt 100 Meter über der Erdoberfläche und ist 360 Meter lang. Die Brücke hat ein Eigengewicht von 57 Tonnen. Überquerbar ist sie seit Oktober 2015. Es ist ein tolles Gefühl über die wirklich nur minimal schwingende Brücke zu laufen. Der Ausblick von dort oben ist herrlich. Aktuell herrscht eine Einbahnstraßenregelung, d.h. zu jeder ungeraden Stunde dürfen die Besucher von Mörsdorf in Richtung Sosberg laufen, zu jeder geraden Stunde andersherum. So gibt es keinen Gegenverkehr und der Sicherheitsabstand kann eingehalten werden. Es dauert keine 10 Minuten, dann ist die Brücke überquert. Da Mörsdorf und auch Sosberg ansonsten wirklich verschlafene Nester sind, haben wir noch eine kleine Wanderung durch das Bachtal unter der Brücke hindurch gemacht. Ein interessanter Perspektivwechsel.

Zu Besuch bei den Fabelwesen im Zauberwald

Mit dem Waldmeister Willy Wurzel geht es für uns durch den Zauberwald. Der Waldmeister, ein kleiner Gnom, führt die Kinder und Familien mithilfe vieler kleiner Schildchen, auf denen er abgebildet ist, auf einer rund 4 Kilometer langen Strecke durch seine Heimat. Diese befindet sich rund um den Hambacher Felsen. Die insgesamt 26 Stationen sind wirklich interessant. So wird zum Beispiel zu Waldmeisters Turnstunde (Schwingen an Turnstangen) oder einem Geruchstest eingeladen. Besonders gefallen hat dem Krümel die Tierweitsprung-Station. Indem er in eine Sandkiste gesprungen ist, konnte er seine Künste mit Hase, Wildkatze und Fuchs messen. Unabhängig davon hat der Wald etwas Mystisches an sich. Ob er tatsächlich verzaubert ist? Immer wieder erfuhr man auch etwas über Waldelfen, Feen, Gnome und andere Phantasiewesen. Ein abwechslungsreicher Barfußpfad (0,8km) führt uns über Wackelbalken, Baumstämme, erdige, sandige und steinige Untergründe. Ein Aussichtsturm gewährt uns letztendlich einen Ausblick über das Birkenfelder Land und den Nationalpark hinaus.

Die Wassernixe im Zauberwald

Sommerrodeln auf dem Erbeskopf

Mitten im Hunsrück liegt der 816 Meter hohe Erbeskopf. Er ist die höchste Erhebung in Rheinland-Pfalz und sogar linksseits des Rheins. Drum herum hat sich eine Wintersport-und Naturbildungsstätte bzw. das Erlebnisgelände Erbeskopf entwickelt. Wo im Winter die Skifahrer die Piste hinuntersausen, sind es in den warmen Monaten die Mountainbiker und Rodler. Es gibt hier nämlich eine Sommerrodelbahn. Und da sind der Krümel und ich auch gleich am Start. Mit einem Affenzahn und riesig viel Spaß sausen wir zweimal den Hang hinunter. On top steht übrigens eine durchschreitbare Gipfelskulptur, „Windklang 816M“. Hier wurde eine Aussichtsplattform mit einem Windklangkörper verbunden. Dieses Bauwerk ist zum Zeitpunkt unseres Besuches leider gesperrt, dafür genießen wir die Aussicht und schauen den Bike-Touristen im Trailpark zu. Ein Hochseilgarten und das Hunsrückhaus (Tor des Nationalparks bzw. Informationszentrum) runden das Angebot ab. Für die Wohnmobilisten unter euch: einen Wohnmobilstellplatz gibt es direkt am Hunsrückhaus.

Die Sommerrodelbahn am Erbeskopf

Tourist-Information des Birkenfelder Landes

Wir fühlen uns wirklich an unsere Nationalpark-Aufenthalte in Amerika, Kanada und Neuseeland erinnert. So etwas haben wir bisher nirgendwo sonst vorgefunden und sind mächtig beeindruckt. Ich spreche von dem Angebot der Touri-Info des Birkenfelder Landes, das den Besuchern kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Es gibt ein kleines Heftchen für Kinder (KinderSpaß – Mit Willy Wurzel unterwegs im Birkenfelder Land), in dem WIlly Wurzel sich als Waldmeister vorstellt und einlädt mit ihm seine Heimat zu entdecken. Es werden besonders familienfreundliche Wege und Pfade vorgestellt, für jeden gibt es kleine Aufgaben. Wenn diese erfüllt sind, legt man das Heftchen in der Touri-Info vor und erhält je nach Anzahl der gemachten Aufgaben ein Entdecker-Abzeichen Bronze, Silber oder Gold. Außerdem gibt es Bilder zum Ausmalen und Informationsseiten zu heimischen Pflanzen. Rangertouren durch den Nationalpark sind in coronafreien Zeiten ebenfalls möglich. Wie im Arthurs Pass National Park in Neuseeland auch, kann man sich sogar einen Entdeckerrucksack gefüllt mit Fernglas, Becherlupe u.v.m ausleihen.

Das Kinderheft über den Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Unser Fazit

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald ist noch nicht so alt, aber auf dem besten Weg ein Urwald zu werden. Die Infrastruktur im Nationalpark ist einfach genial und ideal für Familien mit Kindern. Wir sind nachhaltig begeistert und kommen gerne wieder. Schließlich warten noch spannende Wanderungen wie der „Waldgeistersteig“ und der Naturerlebnispfad „Im Land von Milan, Storch und Co“ auf uns. Außerdem würden wir gerne einmal direkt auf dem Erbeskopf campen und den Schatz der Treverer suchen (Kinder-Geocaching-Route). Klar, dass beim Wiederkommen das Fahren mit der Sommerrodelbahn nicht fehlen darf. Wenn der Krümel Glück hat, ist er dann schon 8 Jahre alt und darf alleine fahren. Was man sonst noch so im Hunsrück unternehmen kann, haben wir schon an anderer Stelle berichtet. Seid ihr schon einmal im Hunsrück unterwegs gewesen? Was habt ihr dort erlebt? Schreibt es gerne in die Kommentare.

Der Ausblick vom Erbeskopf über den Hunsrück

Birgitta

1 Kommentar

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  • Liebe Birgitta, das klingt wirklich fantastisch! Der Nationalpark Hunsrück ist so eine Gegend, die ich schon lange lose auf dem Zettel habe – einfach, weil ich dort noch nie war. Jetzt weiß ich, dass wir da wirklich gerne mal hinwollen! 🙂

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