Krümel's grosse Reise

Sequoiafarm: Mammutbäume am Niederrhein

Am Wochenende haben wir einen Ausflug zu Mammutbäumen gemacht, erzähle ich meiner Kollegin. Wie, Mammutbäume? Die gibt es doch nur in Amerika, sagt sie verständnislos. Mammutbäume? Das sind doch diese riesigen Bäume in Amerika oder Neuseeland. Ja, aber in Deutschland gibt es sie auch, vereinzelt. Zum Beispiel am Niederrhein. Ob die Baumriesen in unseren Gefielden genau so groß und beeindruckend sind wie wir sie in Kalifornien kennengelernt haben? Das haben wir bei einem Besuch auf der Sequoiafarm in Nettetal-Kaldenkirchen am Niederrhein herausbekommen.

Mammutbäume in den USA

Unser Krümel war gerade mal ein Jahr alt, als wir mit ihm einen Roadtrip durch Kalifornien gemacht haben. Damals haben wir auch den Sequoia Nationalpark besucht. Das war einfach unglaublich, so gigantische Gewächse. Diese Bäume haben uns wirklich tief beeindruckt. Ich weiß noch genau, wie der Krümel auf seinen kurzen Beinchen an der Hand vom Papa durch einen ausgehöhlten Stamm getappst ist. Ein anderes Bild, was mir immer sofort in den Kopf kommt: ich schlüpfe durch einen schmalen Spalt eines anderen Riesen ins Innere und kann herauskucken. Genauso überdimensional groß wie die Bäume sind natürlich auch ihre Zapfen.

Baumriesen in Neuseeland

Auf unserer Reise durch Neuseeland haben wir ebenfalls beeindruckend große Bäume bewundern können. Dieses Mal war das Größenverhältnis zwischen Krümel und den Bäumen schon ein leicht anderes. Unser Junior war auf der Reise gute fünf Jahre alt und weit über einen Meter groß. Damals waren wir auf der Nordinsel unterwegs und sind von Coromandel aus die Road 309 gefahren. Wir haben die Kauri-Riesen besucht. Das sind über 700 Jahre alte Bäume, die alle anderen um Längen überragen und ihnen aber trotzdem genug Licht zum Leben lassen. Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Nun also zum Niederrhein…

Kauri-Bäume auf der Nordinsel von Neuseeland

Die Geschichte der Sequoiafarm in Nettetal

Die Sequoiafarm liegt im Grenzwald in Nettetal-Kaldenkirchen. Der Wald liegt auf deutschem und niederländischem Gebiet. Früher gab es an dieser Stelle nur flache Heidelandschaft. IN den letzten Kriegsjahren wurde ein kleines Häuschen für eine Familie Martin gebaut. Dies sollte der Familie Schutz vor Bombenangriffen bieten. Das Zahnarztehepaar machte das umliegende Gebiet zu einem großen Arboretum samt Liebhaberbaumschule. Ein großer Brand zerstörte damals große Teile des Waldes. Familie Martin machte sich die Wiederaufforstung zum Ziel und wollte künftig einen Mischwald haben. Als sie sich Gedanken über weitergehende Bäume machten, stießen sie auf den Mammutbaum. Schließlich gab es in Kaldenkirchen schon zwei Bergmammutbäume. Sie setzten um 1950 rum erste Setzlinge der Bergmammutbäume, später folgten Küsten-und Urwaldmammutbäume.

Diese sind heute rund 70 Jahre alt. Nach dem Tod der Familie Martin ging das Arboretum in den Besitz des Landes NRW über, später an die Stadtwerke Nettetal. Diese überließen es Universitäten zu Forschungszwecken, zwischenzeitlich verkamen viele Pflanzen sehr. Seit 2013 gehört das Gelände dem Verein Sequoiafarm e.V.. Dieser ist mit viel tatkräftiger und finanzieller Unterstützung von Naturfreunden bemüht, die Bäume der Farm zu erhalten und das Gelände weiter zu bepflanzen.

Unser Besuch bei den Mammutbäumen

Man betritt das Farmgelände durch ein gußeisernes Tor und steht sofort an einem grünen Glücksort. Es gibt einen gepflasterten Hauptweg und geschotterte Nebenwege. Gleich zu Beginn stehen wir vor einem 100 Jahre alten Bergmammutbaum. Wir brauchen drei Erwachsene und ein Kind um diesen einmal vollständig zu umfassen. Kurz hinter dem Fachwerkhaus stoßen wir auf einen Steinumriss vom General Sherman Tree. Und der ist wirklich gewaltig. Kein Wunder, es handelt sich um den größten verbliebenen Bergmammutbaum mit fast 1500 Kubikmetern Holzmasse und einem Durchmesser von fast elf Metern (am Boden). Wir haben ihn in Kalifornien schon bestaunen können. Der Krümel macht sich sofort auf den Weg einmal den Umriss entlang zu laufen, er braucht mehr als 40 Schritte und kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Das ein Baum so riesig sein kann!

Fazit

Ich möchte ehrlich sein: wenn man schon mehrfach welche gesehen hat, hauen einen die gerade mal 100 Jahre alten Bäume am Niederrhein natürlich nicht mehr vom Hocker. Beeindruckend sind sie aber definitiv. Die Farm wird mit viel Herzblut gehegt und gepflegt und ist einfach eine wunderschöne grüne Oase am Niederrhein. Wir finden es klasse, dass sie jedem offen steht. So kann man auch wunderbar herkommen, wenn man Ruhe sucht und frische Luft tanken möchte. Wenn wir noch einmal zu den Mammutbäumen fahren sollten, möchten wir definitiv eine Führung mitmachen – dann hat das Ganze auch noch mal einen anderen Stellenwert.

100 Jahre versus 7 Jahre

Besucherinformationen

Geöffnet ist die Farm ganzjährig jeden Sonn-und Feiertag von 10-17 Uhr. Gruppenführungen finden nach Absprache statt. Eine Besonderheit ist, dass auch Kindergeburstage im Arboretum gefeiert werden können. Wer Lust hat, kann sogar eine Patenschaft für einen Baum übernehmen. Und noch ein Tipp für Familien: gleich nebenan gibt es einen schönen Waldspielplatz mit Picknicktisch.

Sequoiafarm in Nettetal

Birgitta

1 Kommentar

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  • Huhu

    toller Beitrag. Sehr cool, viele denken immer sowas gibt es bei uns nicht, aber bei uns findet man halt einfach nicht so alte, viele und riesige Mammutbäume auf einmal.
    Wir würden uns das auch anschauen.

    Grüße
    Melanie

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