Krümel's grosse Reise

Schulranzen kaufen – eine Wissenschaft für sich

Schultornister gestern und heute

Früher, also vor weniger als 30 Jahren, als ich selbst zur Schule ging, hießen sie Tornister und waren eher quadratisch, praktisch und gut mit zwei Riemen dran. Es gab einen Hersteller, dessen Modelle fast jeder Schüler hatte und noch einige wenige andere. Es gab sie einfarbig oder mit bei Kindern immer beliebten Motiven wie Pferden oder Autos drauf. Durch Verwendung oranger Textilflächen und Reflektoren waren sie gut sichtbar.

Ich kann mich noch gut an meinen Sternchen-Scout erinnern. Den hat mir meine Oma gekauft, wie sie es damals für jedes ihrer Enkelkinder gemacht hat. Und es waren sieben an der Zahl. Das wäre bei den heutigen Preisen ein Ding der Unmöglichkeit. Aber dazu später mehr.

Noch früher, also zu Zeiten meiner Eltern, waren es einfache Schultaschen aus Leder, die man sich über die Schulter warf, um die Bücher besser zur Schule tragen zu können.

Und wie sieht es heute aus? Seit 2010 hat es noch einmal einen Wandel auf dem Schulranzen-Markt gegeben. Vier deutsche Jungunternehmer und Wanderer haben ein ganz neues und ergonomisches Modell auf den Markt geworfen. Es ist orientiert an Treckingrucksäcken, die sich gut dem Rücken anpassen, verstellbar und gut gepolstert sind und mitwachsen. Wie Wanderrucksäcke auch haben sie einen Hüftgurt oder auch Beckenflosse genannt, um das Gewicht optimal zu verteilen. Es gibt sie tatsächlich in Rucksackform, es gibt sie aber auch mit einem festeren Korpus – ganz wie es beliebt. Der Hersteller hat den Markt zügig erobert und wächst stetig. Konkurrenten haben ihre Modelle dem neuen Vorreiter schnell angepasst. Die Schulranzen gibt es in schmal, in breit, in normalem Gewicht (wir sprechen hier von etwas über einem Kilo), in light (ca. 700 Gramm), zum Tragen oder als Trolley…

Die Designs sind genauso abwechslungsreich, wie die Farbgestaltung und natürlich stark auf die Vorlieben von kleinen Jungen und Mädchen abgestimmt. Es gibt nach wie vor DIE Motive für Jungs wie Feuerwehr, Rennauto und Weltraum, sowie Prinzessinnen, Blumen und Feen fürs andere Geschlecht. Dann geht man aber auch hin und geht wieder zu neutraleren Modellen über, diese können dann mit extra Stickern aufgepimpt werden. Mithilfe von Klett können diese Bilder jederzeit angebracht und wieder abgenommen werden. Gefallen z.B. die Tiermotive nicht mehr, kann man sie beispielsweise durch Ninjas ersetzen. Es gibt welche die blinken, andere leuchten. Und selber gestalten mit eigenen Fotos oder Bügelperlen kann man sie auch. Und jetzt haltet euch fest! Es gibt sogar Sammelalben für diese Klettbilder. Ja, genau, so wie wir früher Glanzbilder, Sticker oder Diddle-Bilder gesammelt und getauscht haben, machen die Kids von heute es mit ihren Ranzenbildern.

Eher selten kauft man einfach nur einen Schulranzen. Meist wird er gleich im Set mit passendem Etui, Mäppchen und Sportbeutel verkauft. Und wenn nicht kann man sicher sein, dass es alle möglichen Extras von der passenden Schultüte bis zur Brotdose käuflich zu erwerben gibt.

Was ist denn nun wirklich wichtig?

Riesige Modell-und Farbauswahl

Je nachdem wie groß das Fachgeschäft ist, können die Regale voller bunter und blinkender Schultaschen schon einmal sehr erschlagend wirken. Als Eltern weiß man schon kaum, wohin zuerst, wie soll es da erst den angehenden Schülern gehen? Es ist durchaus sinnvoll, wenn man sich vorab informiert, z.B. über Stiftung Warentest. Die testen jedes Jahr mehrere Schultaschen nach vorgegebenen Kriterien und zeichnen die besten aus. An erster Stelle steht dabei die Sicherheit. Es muss gewährleistet sein, dass man das Schulkind auf seinem Weg zur Schule sowohl im Hellen als auch im Dunkeln gut sehen kann. Das wird durch Reflektoren, also Flächen, die reflektieren, wenn sie von Scheinwerfern angestrahlt werden und durch sogenannte fluoreszierende Flächen gewährleistet. Letzteres sind im Grunde gut sichtbare neonfarbene Signalfarben wie gelb, grün, rosa und orange. Was uns persönlich darüber hinaus noch wichtig ist, habe ich nachfolgend aufgelistet:

  • natürlich muss das Teil dem Sprössling gefallen und das die nächsten vier Jahre (daher ist die Idee mit den austauschbaren Klettstickern gar nicht so verkehrt)
  • ein fester Korpus, damit die Bücher und Hefte nicht leiden
  • ein gut zu öffnender und zu schließender Deckel
  • standfest und wasserabweisend/wasserdicht sollte er sein
  • und natürlich neben genug Platz für Bücher und Hefte auch Brotdose und Trinkflasche Stauraum bieten

Dass ein Schulranzen gut sitzen muss und beqeum sein sollte, ist heutzutage fast eine Selbstverständlichkeit. Bei besonders kleinen und zarten Kindern sollte noch einmal extra auf das Gewicht und auch die Breite der Tasche geachtet werden, ansonsten ist es eher Theorie. Dass sie heute fast alle ergonomisch sind, ist lobenswert. Dass um dieses Thema zu viel Aufhebens gemacht wird, da sind sich die Orthopäden einig. Gerade heute, wo die Kinder entweder einen kurzen Laufweg zur Schule haben, mit dem Bus fahren oder sogar mit dem Auto bis vor die Schultür gefahren werden, sei die tatsächliche Tragezeit so kurz, dass der Rücken auch von einem nicht so gut sitzenden Schulranzen nicht geschädigt würde.

Übrigens ein ganz netter Nebeneffekt: viele der Schulranzen werden heute aus nachhaltigen Materialien hergestellt. Zumindet von zwei Anbietern weiß ich, dass sie für ihre Ware Textilien verwenden, die aus PET-Flaschen hergestellt wurden.

Wo und wann kaufen?

Der zukünftige Schulleiter vom Krümel hat uns bereits in der Anmeldeveranstaltung empfohlen uns mit dem Schulranzenkauf nicht verrückt zu machen. Die meisten würden schon im Frühjahr losziehen und einen besorgen,dabei könne man getrost bis zu den Sommerferien warten und dann noch einmal richtige Schnäppchen machen. Das hört sich gut an, stimmt auch sicherlich. Aber mal ganz ehrlich: wer hält es wirklich aus so lange zu warten? Es liegt doch auch eine gewisse Aufregung und Vorfreude ( zumindest bei den meisten Kindern und natürlich auch deren Eltern…ja, okay, wohl eher bei den Müttern) in der Luft. Es ist ein weiterer großer Lebensabschnitt, der da beginnt, Da möchte man vorbereitet sein.

Viele Geschäfte werben mit sogenannten Ranzenpartys oder Aktionstagen mit Sonderpreisen. Und die beginnen tatsächlich schon im November des Vorjahres vor der Einschulung. Nachdem man sich als Eltern also schon einmal online oder anhand von Werbeheftchen und den Meinungen von Müttern und Vätern deren Kinder bereits schulerprobt sind, informiert hat und eine grobe Orientierung hat, sucht man am besten ein Fachgeschäft mit dem Filius auf. Es zahlt sich aus, wenn man evtl. schon einige Marken ausschließen kann, dann ist die Auswahl nicht ganz so schwierig. Auf jeden Fall sollte das Kind den Ranzen probetragen und zwar mit und ohne Gewicht, mit und ohne Jacke.

Kann man sparen?

Da kann ich nur mit einem klaren Jein antworten. Die Preise der Schultaschen selber sind meist nicht verhandelbar, dafür geben die meisten Geschäfte großzügige Geschenke wie Farbkästen, Buntstifte oder Klettsticker dazu oder rechnen die Beratung beim Kauf eines Ranzens nicht an. Welchen Schulranzen ihr letztendlich kauft, für welchen Hersteller ihr und eure Kinder euch letztendlich entscheiden und was alles dazugehört, das liegt in eurer Hand. Die Preise variieren stark. Es ist möglich einen Ranzen für 50 Euro zu erwerben, über die Qualität lässt sich hier streiten. Genauso ist es möglich mit allem Drum und Dran 300 Euro auszugeben. Ein Durchschnittswert für den Kauf einer Schultasche heutzutage würde ich nach meinem jetzigen Kenntnisstand bei +/-200 Euro ansetzen. Das ist enorm viel Geld und steht in keinem Verhältnis zu dem, was man bekommt. Schließlich habe ich nachher einen Schulranzen in der Hand, der wahrscheinlich vier Jahre genutzt wird, keinen Treckingrucksack fürs hochalpine Gebirge, der mir jahrzehntelang die Treue halten soll. Die Preise sind teilweise ganz einfach unverschämt und doch werden sie bezahlt. Sicherlich wird das Wissen darum, dass die Eltern nur das Beste für ihre Sprösslinge wollen an dieser Stelle ganz knallhart ausgenutzt. Doch es funktioniert, zumindest bei den allermeisten.
Was sich lohnt, ist ein Preisvergleich zwischen Fachhandel und Internet. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob es eine Ausnutzung des Einzelhandels ist, wenn man sich zunächst dort beraten lässt und hinterher im Internet kauft, aber wenn man so enorm sparen kann…

Sinnvoll ist es ebenfalls sich auch Vorjahresmodelle anzuschauen, die kosten häufig fast nur die Hälfte. Und noch ein Tipp zum Schluss: Schaut ruhig auch mal bei online Kleinanzeigenmärkten hinein, auch wenn ihr wahrscheinlich eine neue Schultasche für euer Kind haben möchtet. Es kommt durchaus vor, dass Großeltern ihren Enkeln ein Geschenk machen wollen und ohne Absprache ein Modell kaufen, das nachher nicht gefällt. Genauso gibt es auch Kinder, denen der Ranzen noch bevor die Schule überhaupt begonnen hat schon nicht mehr zusagt und sie doch tatsächlich einen neuen bekommen und wohin dann mit dem zuerst gekauften? Richtig! Damit kann man vielleicht noch Geld machen. Also, schaut ruhig mal rein in die Kleinanzeigen und sucht nach eurem Modell und dem Zusatz “neu”.

Und wie haben wir es gemacht?

Wir haben erst nach Rückkehr von unserer Langzeitreise begonnen uns mit dem Thema zu beschäftigten. Wir waren mit dem Krümel mehrmals in Fachgeschäften und haben auch Kataloge mitgenommen. So richtig interessieren für das Thema Schule tat er sich aber zunächst noch nicht. Erst als ihm ein Freund seinen Ranzen vorführte und vor allen Dingen die ganzen tollen Geheimfächer zeigte, war er infiziert. So einen möchte ich auch, nur in einer anderen Farbe. Zufällig stimmte das gut mit unseren eigenen Vorstellungen überein. Schnell war für ihn klar, es sollte einer in seiner Lieblingsfarbe grün sein und mit Dinosaurier-Motiven. Alles klar. Also sind wir zur “Anprobe” ins nächste Geschäft. Die ein oder andere Frage wurde uns auch beantwortet. Der Ranzen saß, passte und hatte Luft. Was wollten wir mehr? Unglücklicherweise handelt es sich natürlich nicht um ein Vorjahresmodell und schlägt mit über 200 Euro ganz schön zu Buche. Wir haben einmal kräftig geschluckt, dem Krümel verschiedene günstigere Modelle in anderen Farben vorgeschlagen und uns letztendlich darauf geeinigt, dass er seinen Wunschranzen bekommt, wenn er etwas seines Geburtstagsgeldes dafür einsetzt. Auf dem Kleinanzeigenmarkt war auch nichts zu machen. Also einmal das Internet durchforstet und tatsächlich habe ich in Münster einen Fachhandel gefunden, der unser Modell 30 Euro billiger verkauft als andere. 30 Euro haben oder nicht haben. Sorry lieber Einzelhandel vor Ort, aber da denken wir dann doch an uns. Der Beqeuemlichkeit wegen und weil es eben geht, haben wir ihn uns dann zuschicken lassen. Im übrigen: wenn man neben den Reflektorstreifen auch noch die floureszierenden Flächen zum Anzippen haben möchte, darf man noch einmal 15 Euro zahlen. Und natürlich will man sie haben, oder etwa nicht?

Fazit

Aus dem Schulranzenkauf wird heute eine ganz schöne Wissenschaft gemacht. Eine Ausbeuterei ist es obendrein. Wir sind froh, dass wir mit dem Thema jetzt durch sind und hoffen, dass das Wunschmodell dem Krümel in seiner Grundschulzeit ein zuverlässiger Begleiter sein wird. Gestern kam das Teil an und wurde mit großer Freude ausgepackt.

Könnt ihr euch noch an euren Schulranzen erinnern? Oder habt ihr vielleicht auch gerade eine Schulranzen-Odyssee mit euren eigenen Kindern hinter euch und wollt uns davon berichten? Dann schreibt gerne etwas in die Kommentare.

Krümel

7 Kommentare

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  • Ich bin gerade total schockiert über die Preise von so Schulranzen… krass. Veruch mich gerade an meinen Tornister zu erinnern… aber es gelingt mir nicht…

    • Liebe Jenny,
      vielleicht können deine Eltern oder alte Fotos deiner Erinnerung auf die Sprünge helfen? Und ja, die Preise sind in den letzten Jahren wirklich durch die Decke gegangen.

    • Guten Tag Liebe Jenny,

      schau doch mal auf http://www.Belmil.com vorbei wir bieten qualitativ hochwertige aber preiswerte Schulranzen an. Unsere Schulranzen kannst du dann ganz bequem über Amazon – durch unsere Tochterfirma Be sCool erwerben.

      Viele Grüße

      Vera vom Belmil Schulranzen Team

  • Mein erster Schulranzen war für damalige Verhältnisse, bei mir sind es doch über 30 Jahre, recht teuer. Er hat über 100 DM gekostet und war ein Traum in rosa mit weißen Punkten. Er war die klassische Ausführung quadratisch, praktisch gut. Im Anschluss für die weiterführende Schule gab es einen Lederranzen. Der wurde dann von einem Rucksack abgelöst, der bei einem motorisierten Zweirad praktischer war. Unser Nachwuchs hat sich einen Ranzen ausgesucht, allerdings haben wir diesen noch nicht gekauft. Wir hoffen, dass wir noch ein paar Kröten sparen können. Die Preise, die heutzutage für Ranzen aufgerufen werden sind echt unglaublich. Wir waren sehr erstaunt, in welchem Bereich man sich da bewegt. Ebenso, wie einig sich die verschiedenen Hersteller im Preis sind. Recycelte PET hin oder her, der Preis ist auch unserer Meinung nach nicht gerechtfertigt.

    • Hallo Heike, vielen Dank dafür, dass du uns hast an deinen Erinnerungen teilhaben lassen. Ich finde es super, dass du noch abwartest, ob die unverschämten Preise je näher das neue Schuljahr rückt, noch zurückgehen. Dazu hatte ich leider nicht die Geduld, muss ich zugeben.

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