Krümel's grosse Reise

Roadtrip mit Kind auf Korsika

Korsika – das Gebirge im Mittelmeer, die Insel der Schönheit oder wie man das französische Eiland noch nennen mag – es trifft alles zu. Seitdem ich als Jugendliche einmal dort war, habe ich nie aufgehört von dieser Insel zu schwärmen. In diesem Sommer haben wir es endlich geschafft als Familie mit dem Bulli hinzureisen. Und schon während unseres Aufenthalts dort haben wir überlegt, die Herbstferien auch auf Korsika zu verbringen. Das sagt alles, oder?

Die Reisedauer

Insgesamt standen uns wieder gute drei Wochen für die Reise zur Verfügung. Dieses Jahr sind wir ausnahmsweise in der ersten Sommerferienhälfte verreist, das heißt wir waren im Juli unterwegs. Wie sich hinterher herausstellte, war das genau der richtige Zeitpunkt. Kaum hatten wir die Insel verlassen, stiegen die Inzidenzen wieder rapide an und damit natürlich auch die Maßnahmen.

Muna- das verlassene Banditendorf in den Bergen Korsikas

Die Anreise

Kaum war die letzte Schulstunde des Krümels vorüber, saßen wir auch schon im Bulli in Richtung Lörrach. Die schöne Stadt unmittelbar an der Grenze zur Schweiz sollte unser erster Zwischenstopp auf dem Weg nach Korsika sein. Am nächsten Morgen sind wir dann über den Gotthard-Pass in Richtung Pisa aufgebrochen. Auch dort haben wir eine Nacht auf einem Campingplatz verbracht, nicht ohne auch noch einen Blick aus nächster Nähe auf den schiefen Turm geworfen zu haben. Von Pisa aus ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Fährhafen in Livorno. Von der Hafenstadt aus sind wir am nächsten Tag mit Corsica Ferries in vier Stunden nach Korsika übergesetzt. Die komplette Fahrt über haben wir bei herrlichem Sonnenschein an Deck des Schiffes verbracht.

Unsere Stationen

Eigentlich wollten wir es in diesem Jahr wirklich einmal ruhiger angehen lassen. Drei bis vier Campingplatzwechsel in den drei Wochen waren angedacht. Und was war? Letztendlich sind doch wieder die Nomaden und unser Entdeckerdrang in uns durchgekommen und es wurden ein paar mehr Wechsel. Zur großen Freude des Krümels haben wir dieses Mal nur Campingplätze angesteuert und nicht wildgecampt (was auf Korsika sowieso untersagt ist). Korsika bietet sich aber auch regelrecht für einen Roadtrip an – alles andere ist eigentlich zu schade, weil die Insel einfach so viel zu bieten hat. Von einer kompletten Inselumrundung können wir nicht sprechen, trotzdem haben wir aber von jeder Küstenseite etwas gesehen und waren vor allem auch im Inselinneren unterwegs.

Unser Roadtrip im Überblick

  • Fahrt von Bochum nach Lörrach (Schweizer Grenze)
  • Weiterfahrt Lörrach- Pisa (Italien)
  • Pisa- Livorno- Fährüberfahrt nach Bastia (Korsika)
  • Bastia – Santa Lucia di Moriani (1)
  • Rondinara-Bucht (4)
  • Zonza (2)
  • Masorchia (1)
  • Liamone Beach (1)
  • Carbuccia (1)
  • Corte (2)
  • Porto (2)
  • Piana (2)
  • Calvi (1)
  • Vallica (1)
  • Bastia (3)
  • Fährfahrt von Bastia nach Livorno und Rückfahrt über die Schweiz nach Deutschland
In den Bergen kann es manchmal ganz schön eng werden

Die Rückreise

Drei wundervolle Urlaubswochen später und gefühlt doch noch viel zu früh müssen wir schon wieder die Fähre nach Italien nehmen. Dieses Mal haben wir eine Kabine gebucht und können uns so gute drei Stunden zurückziehen und noch einmal für die Weiterreise ausruhen. Wir übernachten auf einem Schweizer Rastplatz kurz vor dem Gotthard-Tunnel. Früh am nächsten Morgen sind wir mit dem Bulli dann auch schon wieder auf der Straße Richtung Heimat unterwegs, um dort am Nachmittag anzukommen.

Corsica Ferries von Bastia nach Livorno

Wo hat es uns am besten gefallen?

Das ist dieses Mal eine wirklich schwierige Frage, denn im Grunde hat uns jede einzelne Minute auf der Insel gefallen. Trotzdem habe ich versucht einige Highlights herauszufiltern:

Abenteuer am Melo-See

Wir haben eine Bergtour im Restonica-Tal in der Inselmitte Korsikas gemacht. Für den Aufstieg zum Bergsee gibt es eine einfache und eine anspruchsvolle Variante. Wir haben letztere gewählt und haben mit Einsatz von Händen und Füßen und mit der Hilfe von Stahlseilen und Metalltreppen unser Ziel erreicht. Der Weg hat uns vorbeigeführt an kleinen Bergbächen, Wasserfällen und einer Bergerie. Ein richtiges Abenteuer.

Melo-See im Restonica-Gebirge

Der Hochseilgarten in Vero

Einer der größten Hochseilgärten der Insel schwankt auf einem riesigen Waldgrundstück bei Vero zwischen den Bäumen. Insgesamt gibt es 13 Parcours mit verschiedensten Schwierigkeitsstufen. Im Parcours aventure klettert man zum Beispiel durch dicke Spinnennetze, schwingt von Baum zu Baum oder balanciert über schwankende Brücken.

Kletterspaß im Parcurs aventure in Vero

Schnorcheln im Seegrasriff bei Saint Florent

Zum Ende unseres Urlaubs haben wir unsere Schnorchelausrüstungen herausgeholt und sind im türkisblauen und kristallklaren Wasser in die Unterwasserwelt abgetaucht. Neben Seesternen und einem Oktopus haben wir jede Menge Fische vor die Linse bekommen. Leider sind uns aber auch extrem viele im Wasser treibende Plastikteilchen aufgefallen.

Schnorcheln im Meer vor Saint Florent

Unsere liebsten Campingplätze auf der Reise

Es gibt zahlreiche Campingplätze auf Korsika – von einfach und naturbelassen bis zum 5-Sterne Platz mit Animation. Wenn die Plätze keinen direkten Strandzugang haben, gibt es zur Abkühlung meist einen Pool und/oder einen Fluss/Bach in der Nähe. Ebenso kann man morgens fast immer frisches Baguette und Croissants an der Rezeption oder in einem platzeigenen kleinen Shop bekommen. Hier kommen unsere persönlichen Top 4 der von uns besuchten Plätze:

Camping La Riviere bei Zonza

Dieser Campingplatz ist einsam in den Bergen und außerhalb von Zonza gelegen. Schattige Stellplätze, frisch renovierte Sanitäranlagen und ein Bäckerwagen, der jeden Morgen vorbeikommt, zeichnen ihn aus. Das Highlight ist, dass man in nur wenigen Gehminuten eine wunderschöne und einsame Badegumpe im Bach erreichen kann.

Camping Tuani bei Corte

Camping Tuani liegt mitten im Wald im Restonica-Tal und war unsere Homebase für die Wanderung zum Melo-See (es gibt einen Bus-Shuttle zum Ausgangspunkt). Der Platz ist naturbelassen und schattig. Die allerschönsten Plätze befinden sich zwischen Steinblöcken und hohen Kiefern unmittelbar am Fluss und sind nur für Zelter geeignet. Bullis und Vans finden aber auch schöne Stellen. Einziger Kritikpunkt sind die Sanitäranlagen. Sie werden zwar zweimal am Tag gereinigt, sind aber nicht ausreichend für die große Anzahl der Camper, die aufgenommen werden.

Naturbelassener Campingplatz Tuani im Restonica-Tal

Camping Panoramic in Calvi

Zwischen Calvi und L´ile Rousse ein paar Kilometer zurück in den Bergen liegt der Campingplatz Panoramic. Es ist ein einfacher, terassierter Platz mit Pool. Von unserem Stellplatz aus hatten wir eine wunderbare Aussicht auf den Golf von Calvi – diese konnte ich von meiner Hängematte aus genießen.

Camping Panoramic mit Blick auf den Golf von Calvi

San Damiano in Bastia

San Damiano ist ein großer vier Sterne Campingplatz mit eigenem Supermarkt, Restaurant, großem Spielplatz, zwei Pools und Animationsprogramm. Ganz besonders wirbt er mit Plätzen direkt in erster Reihe am Strand mit Meerblick. Für gewöhnlich meiden wir solche Plätze. Er hat allerdings einige Vorteile: eine unschlagbare Lage, von hier braucht man nur 15 Minuten bis zum Fähranleger. Deshalb wird er von Campern besonders gerne bei An-oder Abreise angesteuert. Zum anderen gibt es einen direkten Zugang zu einem schönen kilometerlangen Sandstrand. Und was dem Krümel besonders gefallen hat, es gibt beides, Pool und Meer. Das war ganz klar sein Favorit.

Camping San Damiano in Bastia direkt am Meer

Was wir besonders geliebt haben

Das durchweg grandios gute Wetter, das es uns erlaubt hat einfach immer draußen sein zu können. Es war ein richtiger Sommerurlaub mit Sonne, Strand und Meer/ mehr. Dazu kommt dieser herrlich, würzige Duft, der einem in der Natur oftmals um die Nase weht, sei es Rosmarin, Myrte oder andere Kräuter.

Neben dem Meer, in dem wir so oft es ging geschwommen sind, hat Korsika etwas Einzigartiges zu bieten. Es handelt sich um sogenannte Badegumpen. Kurze Erklärung, denn dieser Ausdruck war uns vorher auch nicht geläufig: Flüsse mit glasklarem Wasser und wunderschönen Badestellen, die teilweise aber nur durch Kraxelei über im Wasser liegende Steine zu erreichen sind. Badegumpen sind einfach wunderbar- findet auch der Krümel!

In Badegumpen kann man nicht nur Planschen, sondern auch herrliche Staudämme bauen

Die frischen Croissants morgens, die nirgendwo sonst so gut schmecken, sind natürlich auch nicht zu verübeln. Sie gehören einfach zu einem Frankreich-Urlaub dazu. Genauso wie die Käse-, Schinken-, Salami -und (wer es mag) Weinvielfalt. Auf Korsika wird aber auch sehr gutes eigenes Bier (mit Kastanien) gebraut. Der typische Kastanienkuchen ist eine weitere Empfehlung von uns. Sehr gut gefallen hat uns im Übrigen auch, dass wir uns fast durchweg von korsischen oder regionalen (Italien/Frankreich) Produkten ernähren konnten.

Crepes mit Aussicht auf dem Rückweg vom Melo-See

Das Allerbeste ist aber tatsächlich diese unglaubliche Vielfalt und Schönheit der Insel- weswegen ich mich auch gerade gar nicht entscheiden kann, ob ich die Küste oder das Landesinnere zuerst nennen soll: Schöne Küstenstädte neben (teilweise verlassenen) Bergdörfern, weiße Sandstrände, mal mehr und mal weniger karibisch angehaucht, zerklüftete Berge (viele über 2000Meter) neben riesigen Waldgebieten, kurvige und enge Straßen durchs Landesinnere, Trinkwasserbrunnen an jeder Ecke, je nach Standort ruhiges und klares Meer oder eben aufgewühltes und wildes Mittelmeer und natürlich entsprechend schöne Sonnenuntergänge. Generell gehören freilaufende (und damit sind keine wilden gemeint) Tiere, wie Ziegen, Schweine und Kühe zum alltäglichen Straßenbild, insbesondere im Inselinneren dazu. Manchmal trifft man sogar an den Stränden auf Kühe.

Auch Kühe brauchen mal eine Auszeit

Was wir (noch) nicht gemacht haben

An zwei Stellen auf der Insel hätten wir die Möglichkeit gehabt mit dem Zug zu reisen. So hätten wir zum einen das Landesinnere noch besser kennenlernen können – die Bahnstrecke führt durch Gebiete, wo der Bulli einfach niemals vordringen könnte. Zum anderen führt eine Strecke einen Teil der Westküste entlang und verbindet so mehrere Strände miteinander. Wir haben aufgrund der bekannt großen Auslastung dieser Strecken und der anhaltenden Coronasituation jedoch lieber darauf verzichtet.

Eine Eselwanderung stand eigentlich auch auf unserem Wunschzettel – da wir aber irgendwie immer zur falschen Zeit am falschen Ort waren, ist daraus leider nichts geworden.

Und dann gibt es auf Korsika noch jede Menge private Bauernhöfe mit Campingmöglichkeit (Camping a la ferme). Wir haben dieses Mal nur einen angesteuert, würden in Zukunft aber gerne noch weitere aufsuchen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie nur wenige Plätze haben, es Tiere gibt und entweder die Möglichkeit geboten wird frische Produkte einzukaufen und oder bei den Gastgebern zu essen.

Camping a la ferme in Vallica

Unser Fazit

Was soll ich an dieser Stelle noch schreiben? Dass wir von dieser wunderschönen französischen Insel, die eigentlich viel näher an Italien liegt als an Frankreich, einfach nur begeistert sind, ist sicherlich deutlich geworden. Korsika hat wirklich für jeden etwas zu bieten, für Erwachsene wie für Kinder, für Wassersportler wie für Bergfreunde, für Sonnenanbeter und für Schattensuchende. Wir sind restlos begeistert.

Das Einzige, was wir uns gewünscht hätten bzw. wir in anderen Urlaubsdestinationen zu schätzen wissen, sind bewirtschaftete Strände (gemeint ist damit eine Süßwasserdusche zum Abbrausen nach dem Bad im Meer und ein kleiner Strandkiosk oder ein Lokal). Vereinzelt haben wir so etws vorgefunden, es ist aber eben nicht die Regel. Zum anderen fanden wir es schade, dass es wirklich sehr teuer ist auswärts essen zu gehen, sodass wir uns entweder selber versorgt haben oder mit einer Pizzeria Vorlieb genommen haben (die Pizzen waren jedoch durchweg alle sehr gut).

Das Vorurteil des Krümel-Papas, dass Franzosen generell nicht bereit sind Englisch zu sprechen, hat sich zu meiner großen Erleichterung nicht 100-prozentig bestätigt. Wir können sagen, dass es nur in etwa der Hälfte der Fälle so war, dass wir nur mithilfe meiner Brocken Schulfranzösisch und Händen und Füßen weitergekommen sind. Ansonsten hat es auch mit Englisch wunderbar funktioniert und wir haben großes Entgegenkommen gespürt.

Sonnenuntergang mit Blick auf die Bucht von Calvi

Wie oben bereits erwähnt, spielen wir ernsthaft mit dem Gedanken im Herbst gleich noch einmal loszufahren. Korsika ist immer eine Reise wert, egal wie oft man schon dort war. Seid ihr auch schon einmal auf der Insel der Schönheit gewesen? Was war euer Highlight?

Mehr zum Camping auf Korsika könnt ihr bei Angela auf ihrem Reiseblog Unterwegs mit Kind lesen.

Birgitta

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