Krümel's grosse Reise

Osterurlaub: Lohnt sich Marsa Alam für Familien?

Wir können an einer Hand abzählen, wann wir wirklich einen klassischen Strandurlaub machen – also Tage ohne Programm, ohne Ortswechsel, einfach nur Meer, Sonne und Entspannung. Zu Ostern 2026 war es soweit: 10 Tage Familienurlaub mit einem Teenager in Marsa Alam. Das heißt Strandurlaub am Roten Meer, Schnorcheln, Stadtbesuch, Paddle Tennis, Tauchen und ein besonderer Geburtstag in Ägypten.

Anreise von Düsseldorf nach Marsa Alam in Ägypten

Von Düsseldorf aus dauert der Direktflug nach Marsa Alam etwa fünf Stunden. Die Flugzeit ist relativ kurz in Relation dazu, dass es eine Fernreise ist und wir auf einem anderen Kontinent landen. Diese Distanz ist auf jeden Fall auch für Familien mit jüngeren Kindern gut machbar. Da es im Flieger kein Boardentertainment gibt, füllen wir die Zeit mit Lesen, Podcast und Musikhören oder einfach aus dem Fenster kucken und schlafen aus.

Wir fliegen mit Air Cairo nach Marsa Alam

Und dann landen wir auch schon in einer völlig anderen Welt: warm, trocken und sonnig – der Strandurlaub kann kommen.

Wetter über Ostern in Marsa Alam

Das Wetter ist für einen Osterurlaub in Ägypten ideal: rund 24 Grad, angenehm warm, aber nicht zu heiß. Es ist perfekt für unser Vorhaben: Strandtage, entspannte Stunden am und im Pool und Schnorcheln bzw. Tauchen im Roten Meer.

Das Meer ist gut temperiert, der Pool eher frisch, aber nutzbar, solange wir in Bewegung bleiben. Ungewöhnlich waren zwei kurze Regenschauer – sie haben aber jeweils nur wenige Minuten gedauert.

Am letzten Tag sorgen starke Winde und Sahara-Staub für eine eindrucksvolle, fast surreale Stimmung. Der hoteleigene Steg wurde vorsorglich gesperrt.

Unser Alltag zwischen Meer und Pool

Unser Tagesablauf ist schnell erzählt: Frühstück, Strand, Pool, Mittagssnack, Strand, Pool, Abendbuffet. Ich lese vier Bücher in 10 Tagen und bin mindestens zweimal am Tag mit ABC-Ausrüstung im Wasser. Der Krümel hält nicht so viel von Meerwasser, ihn zieht es immer wieder in den Pool. Um die Zeit dort etwas abwechslungsreicher zu gestalten, kaufen wir uns am zweiten Tag im hoteleigenen Shop einen kleinen Ball und werfen uns diesen zu zweit oder zu dritt zu. An einigen Tagen geht der Krümel-Papa tauchen.

Hotel-und Poolanlage bei Nacht

Genau diese Einfachheit macht einen Familienurlaub in Marsa Alam so erholsam. Kein Termindruck, keine Wege, kein Plan – nur rausgehen und entscheiden, wonach einem gerade ist.

Schnorcheln im Roten Meer

Unser Highlight ist die Unterwasserwelt direkt am Hausriff. Vom Strand aus führt ein hoteleigener Steg weit ins Meer hinaus und von dort kann man direkt ins Riff abtauchen. Regelmäßig besucht uns eine Schildkröte am Einstieg.

Schon beim Schnorcheln zeigt sich:

  • bunte Fischschwärme
  • wunderschöne Korallen
  • klares Wasser mit guter Sicht

Oft muss man gar nicht weit hinaus – das „Aquarium“ beginnt direkt am Steg. Ich kann es nicht oft genug wiederholen, Schnorcheln ist für mich eine Art Meditation. Flach auf dem Wasser liegend, werde ich nach kurzer Zeit ganz ruhig und es gibt nur noch mich und die bunte Unterwasserwelt, die trotz der Zuschauer ihren geregelten Lauf nimmt, unter mir. Das ist so faszinierend!

Unsere Haus-Wasserschildkröte

Und ja, es heißt immer wieder, dass die Riffe im Roten Meer kaputt sind und es nichts mehr zu sehen gibt. Das stimmt so zum Glück nicht. Wir können nur berichten, dass es an unserem Hausriff jede Menge Meerestiere zu sehen gibt.

Tauchen in Marsa Alam und Umgebung – Bootsausflüge mit der Tauchschule

Der Krümel-Papa ist, wie schon erwähnt, mehrere Tage mit der Tauchschule unterwegs und ist mit dem Boot zu verschiedenen Spots gefahren, unter anderem nach Marsa Shagra und Marsa Shuni .Unser Resort verfügte zwar über eine eigene Tauchschule, doch unser Reiseleiter hatte noch eine besonders attraktive Alternative im Angebot – deshalb entschied sich der Krümel-Papa für diese.

Das Rote Meer rund um Marsa Alam gilt als eines der besten Tauchgebiete der Welt – entsprechend beeindruckend waren die Eindrücke unter Wasser. Im Logbuch wurden unter anderem folgende Meeresbewohner notiert: Nacktschnecke, Barsch, Drachenkopf, Schiffshalter, Schildkröten, Muränen – aber siehe selbst:


Marsa Alam Stadt – staubig, grau und herzlich

Uns nur in der Hotelanlage aufzuhalten, halten wir dann aber doch nicht aus – schließlich müssen wir auch wissen, was sich um uns herum befindet und wo wir überhaupt sind. Das ist schnell erklärt: im Grund gibt es außer zwei weiteren Hotelanlagen erst einmal ganz viel Nichts, das heißt Wüste und Steine, durch die eine einsame Straße führt. Wir rufen uns ein Uber-Taxi und lassen uns genau über diese Straße etwa 20 Minuten in die Stadt Marsa Alam fahren. Unser erster Eindruck: es ist staubig, eher grau und ziemlich ursprünglich.

Familienurlaub in Marsa Alam/Ägypten

Aber genau dort haben wir die herzlichen Begegnungen erlebt.

Ein besonderer Moment: Wir standen erstaunt vor einer Fladenbrot-Backmaschine – und wurden völlig selbstverständlich sofort mit zwei frischen Broten beschenkt. Solche Gesten bleiben im Kopf. Wir laufen an vielen Bauruinen vorbei und beobachten gleich mehrere Kinder, die zu dritt oder viert auf einem Motorrad fahren. Es begegnen uns immer wieder herumsträundende Hunde. Als wir uns in einem einfachen Supermarkt ein paar Snacks für die nächsten Tage kaufen, werden wir neugierig beäugt – so oft kommt es wohl nicht vor, dass sich Touristen hierher verirren.


Paddle Tennis & Animation neu entdeckt

Eigentlich meiden wir Animation im Urlaub eher. Diesmal ist es anders: Gemeinsam mit dem Krümel nehme ich an einem Angebot teil und dabei entdecken wir Paddle Tennis für uns. Diese aus Amerika stammende Sportart kannten wir bisher nicht, umso neugieriger sind wir, als wir an der Rezeption von einem kostenlosen Einführungsangebot lesen. In der Vorstellung, dass wir dieses sicherlich nicht alleine in Anspruch nehmen würden und uns die Trainer mit vielen anderen Menschen teilen müssen, gehen wir zum Spielfeld, dem Treffpunkt. Doch zu unserem Erstaunen sind wir die einzige Interessierten an diesem Nachmittag und haben gleich zwei Animateure für uns alleine – zwei junge Italiener. Diese führen uns eine ganze Stunde begeistert in den neuen und wirklich schweißtreibenden Sport ein – und das in der Mittagshitze. Sie lassen uns von der einen Ecke in die andere Ecke dem Ball hinterherjagen, schnell triefen wir am ganzen Körper, aber es macht einfach riesigen Spaß. So kommt es, dass wir uns ein paar Tage später erneut die Schläger ausleihen und auf eigene Faust spielen. Paddle ist eine Mischung aus Tennis und Squash könnte man sagen, wobei die “klobigen” Schläger schon eher an eine durchlöcherte Bratpfanne erinnern.

Teeniegeburtstag in Marsa Alam – ein besonderer Moment

Unser Sohn hat während des Urlaubs seinen 13. Geburtstag gefeiert – nun ist er offiziell ein Teenager – und das Hotel hat ihn besonders schön gestaltet. Unter unserer Zimmertür wird morgens ein Geburtstagsbrief für ihn durchgeschoben. Neben Glückwünschen steht darin, dass abends eine Überraschung auf ihn wartet.

Ab jetzt ist der Krümel ein Teenager

Beim Abendessen wird er dann vom Personal inklusive unseres Stammkellners überrascht:

  • ein Ständchen auf Englisch und Arabisch
  • ein Stück Geburtstagstorte

Man kann dem Krümel ansehen wie hin-und hergerissen er ist, auf der einen Seite ist es ihm sichtlich unangenehm, dass durch die Aktion die Gäste der umliegenden Tische auf uns aufmerksam werden, auf der anderen Seite kann er seinen Stolz und seine Freude nicht verbergen. Eine kleine Geste, die den Tag für ihn besonders gemacht hat.


Unser Resort in Marsa Alam – perfekte Basis für Familien

Etwas außerhalb von Marsa Alam liegt eine ziemlich große Hotelanlage direkt an einer geschützten Bucht am Roten Meer. Groß ist dabei eigentlich das richtige Wort – und trotzdem fühlt es sich gar nicht unbedingt so an. Die Anlage ist weitläufig angelegt, sodass sich die vielen Gäste und Gebäude ganz gut verteilen.

Das Gute ist, dass es sich bei der Anlage nicht um eine typische Hotel-Bausünde handelt. Die Gebäude sind relativ niedrig gehalten und passen sich mit ihrer Bauweise und Farbgebung erstaunlich gut in die karge Landschaft ein. Nichts ragt unangenehm in die Höhe oder erschlägt einen optisch. Gerade von außen wirkt das Ganze dadurch wesentlich weniger massiv, als man es bei einer Anlage dieser Größe erwarten würde.

Unser Zimmer hat einen Balkon mit Blick auf den Pool und ist vor allem eines: schön ruhig. Obwohl hinter den Kulissen deutlich mehr Menschen unterwegs waren, als man tagsüber vermutet hätte, bekam man davon erstaunlich wenig mit. Erst beim Essen wurde uns manchmal bewusst, wie groß die Anlage tatsächlich ist. Besonders am Buffet konnte es zu den üblichen Stoßzeiten schon mal etwas voller werden. Glücklicherweise finden wir fürs Abendessen immer draußen einen Platz, sodass wir trotzdem ganz entspannt essen können.

So oder ähnlich sieht unsere und die Nachbaranlage aus

Ansonsten verteilt sich alles recht gut. Es gibt mehrere Bereiche, Pools und natürlich den Strand direkt vor der Tür. Für Familien ist außerdem praktisch, dass die beiden nebeneinanderliegenden Anlagen teilweise gemeinsam genutzt werden konnten. Der Krümel kann zum Beispiel auch die Rutschen und einige der Einrichtungen der Nachbaranlage mitbenutzen.

Das eigentliche Highlight für uns ist aber das Meer. Über einen langen Steg gelangt man hinaus zum Hausriff und von dort direkt ins Wasser. Schon beim Schnorcheln gibt es einiges zu entdecken, und man kann sich gut eine ganze Weile damit beschäftigen, einfach dem Riff entlangzutreiben und zu schauen, was sich zwischen den Korallen bewegt.

Die Lage des Hotels ist wirklich abgeschieden. Außerhalb der Anlage gibt es nichts, was man mal eben zu Fuß erkunden könnte. Dafür hat man seine Ruhe und kann sich ziemlich gut auf das konzentrieren, weshalb man wahrscheinlich überhaupt hierherkommt: Sonne, Meer, Schnorcheln und ein paar entspannte Tage ohne großen Trubel.

Direkt am Strand gibt es genug Liegen für alle

Für uns ist gerade diese Mischung angenehm: eine große Anlage, die sich erstaunlich wenig nach „Massenbetrieb“ anfühlt – alles andere wäre leider auch noch teurer geworden.


Warum wir eigentlich keine klassischen Strandurlauber und schon gar keine AI-Gäste sind

Dieses Mal haben wir uns ganz bewusst für einen richtig entspannten Urlaub entschieden. Normalerweise zieht es uns allerdings viel stärker zu Individualreisen und Roadtrips. Wir lieben es, durch ein Land zu tingeln, spontan neue Orte zu entdecken und die jeweilige Kultur wirklich kennenzulernen – mit allem, was dazugehört.

Natürlich liegen auch wir gerne mal am Strand, schnorcheln im Meer und lassen einfach die Seele baumeln. Aber für gewöhnlich sind das eher einzelne Tage als ein ganzer Urlaub. Denn nach ein paar Tagen wird es uns schnell zu eintönig und es juckt uns wieder in den Fingern, loszuziehen und etwas zu entdecken.

Wir reisen um die Welt, weil wir sie kennenlernen möchten. Und das bedeutet für uns eben mehr, als nur die Hotelanlage zu sehen. Wenn man tagein, tagaus am selben Ort bleibt, bekommt man vom eigentlichen Land, seiner Kultur und seinen Menschen nur einen Bruchteil mit.



Der Krümel auf derm Rückflug von Marsa Alam nach Düsseldorf mit seinen neuen Kopfhörern

Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal! Bist du auch schon mal in Marsa Alam gewesen und wenn ja, welche Erfahrungen hast du gemacht? Schreib gerne unten in die Kommentare.

Krümel

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