Krümel's grosse Reise

Maritiem Museum in Rotterdam

Nach unserem etwas unbefriedigenden Besuch im Lennusadam Seaplane Harbour Museum in Estland probieren wir es in unserem Holland-Urlaub im Winter erneut mit der Kultur. Diesmal handelt es sich um eines der bedeutendsten maritimen Museen in den Niederlanden. Das Maritiem Museum am Leuvehaven in Rotterdam. Wir begeben uns also auf eine Reise durch Vergangenheit und Gegenwart der Seefahrt. Versprochen wird eine interaktive Unterhaltung für die ganze Familie. Wollen wir mal sehen…

Der Museumshafen

Das Museum befindet sich am größten und ältesten Hafen der Niederlande. Hier kann man historische Schiffe und Kräne bestaunen. So sehen wir z.B. das Segelschiff vom Typ Tjalk. Es fuhr bis 1972 durch die Niederlande um Mist, Torf, Muscheln und Holz zu transportieren. Die Schiffe von außen ansehen, geht übrigens auch unabhängig vom Museumseintritt. Betreten und Besichtigen im Rahmen einer Führung kann man die Ausstellungsexponate allerdings lediglich als Museumsbesucher. In verschiedenen Schwerpunktführungen erfahren Interessierte, wie Rotterdam zum heutigen Welthafen geworden ist. Auf dem letzten noch funktionstüchtigen Getreideförderer kann man erleben wie früher Getreide von einem Ozeanriesen auf ein Binnenschiff verladen wurde. Den Anfang macht ein Film im alten Leuchtturm.

Wir selber haben den Museumshafen mangels Zeit und wegen des schlechten Wetters leider ausgelassen.

Deck 0 : Eingang und Museumscafe

Vom Museumshafen aus gelangt man auf Deck 0, das Erdgeschoss des Museums. An der Kasse wird man mit Informationsmaerial in Niederländisch, Englisch oder Deutsch versorgt. Die Ausstellung selber ist in niederländischer und englischer Sprache gehalten. In der Garderobe stehen kostenlose Schließfächer zur Verfügung. Auf jeder Etage gibt es ausreichend Toiletten.

Im Lloyds Museumscafe kann man neben warmen Gerichten auch Kaffee und Kuchen bekommen. Des Weiteren gibt es noch einen kleinen Geschenkeshop mit Büchern und Souvenirs für Alt und Jung.

Außerdem lädt schon hier ein ausrangiertes, knalloranges Rettungsboot zum Klettern ein. Und dann geht es auch schon los. Langgezogene Rampen führen nach oben. Das Museumsgebäude an sich hat eine dreieckige Grundform, die Ausstellungen präsentieren sich auf Galerien. Zum Hafen hin gibt es eine große Glasfront.

Deck 1: Ausstellung und Offshore

Auf halbem Weg zu Deck 1 befindet sich der Eingang zu einem der Highlights des Museums: das „Offshore Experience“. Dieser Bereich ist leider erst für Kinder ab 8 Jahren + freigegeben, daher besucht ihn der Krümel-Papa alleine. Ausgestattet mit Warnweste und gelb oder orange leuchtendem Schutzhelm gelangt man auf eine Ölplattform. Hier hat man zahlreiche Möglichkeiten sich interaktiv mit dem Leben an Bord oder auch dem Zweck der Plattform zu beschäftigen. Als Einweisung gibt es für alle einen Film und dann geht es los. So kann der Besucher zum Beispiel einen Helikopter einweisen oder überlegen, wie er Windräder am besten platzieren kann. Nach einiger Zeit hat man das Gefühl, dass der Boden unter einem schwankt, erzählt der Krümel-Papa, eben ganz wie auf einer echten Plattform auf rauem Meer. Unser „Tester“ war hinterher mäßig begeistert, aber ein Kind würde sich über diesen riesigen Spielplatz mit Sicherheit freuen und sich begeistert austoben/probieren. Was dagegen spricht, sich mit einem 6-Jährigen in das Offshore-Abenteuer zu begeben, können wir, ehrlich gesagt, nicht nachvollziehen.

In der ersten Etage befindet sich eine große maritime Bibliothek (Präsenzbibliothek). Des Weiteren sind hier gut 20 Meisterwerke der jahrhundertealten Museumssammlung, überwiegend Modellschiffe, ausgestellt.

Unterwegs auf Deck 1 des Maritiem Museums Rotterdam

Deck 2: Kinderetage

Und dann kommt, zumindest für Familien, das Kernstück des Museums. Die 2. Etage gehört, sowohl innen als auch außen, den Kindern. Und für Eltern gibt es eine Sitzecke zum Verschnaufen und Kaffeetrinken (es gibt einen Automaten, an dem man sich begrenzt kostenlosen Kaffee ziehen kann, danach kostet er 1,50€/Becher). Aber nun zu dem, was die jungen Besucher erwartet:

Zunächst geht es auf „Grosse Fahrt„. Wir gehen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes und werden erwartet von einem Labyrinth aus Gängen und Kabinen. Der Pool lädt zum Entspannen ein, wer es nicht so ruhig zugehen lassen möchte, kann auch eine Runde Roulette spielen. Beim Captains Dinner genießen wir vorzügliche Speisen. Hinterher sitzen wir dann noch für einen Drink an der Bar. Wir ihr schon herauslesen könnt, handelt es sich um das Innere eines Kreuzfahrtschiffes, das man hier quasi 1:1 erleben kann.

Sobald wir wieder an Land sind, gehen wir durch die gerade aktuelle Familienausstellung „Zeemonsters“. Hier tauchen wir ab in die Welten von sechs verschiedenen Wasserwesen. Gibt es wirklich Riesenkraken? Und wie sieht es mit Meerjungfrauen aus? Was ist mit der übergroßen Schildkröte, die so tut, als wäre sie eine Insel? Oder mit der Bibelgeschichte über Jona, der vom Walfisch verschluckt wurde? Ist das alles nur Fantasie oder gibt es sie wirklich, die sogenannten Seemonster? Anhand kleiner Filme, Ausstellungen von konservierten Tieren (Kraken) und Bildergeschichten geht man diesen Fragen auf den Grund. Ob die Kinder gut aufgepasst haben und die Antworten hinterher kennen, können sie am Ende in einem kleinen Quiz herausfinden. Was den Krümel am meisten fasziniert hat, waren die an die Wand gemalten Krakenarme, an denen Saugnäpfe klebten. Hier konnte er seine Kraft unter Beweis stellen bzw. erfahren, wie stark die Saugnäpfe eines Oktopusses wirklich sein können. Kriege ich sie ab oder nicht?

Die Ausstellung ist mit 4+ angegeben. Wir persönlich würden aber sagen, dass die Kinder mindestens 5+ sein sollten, weil sie das dort vermittelte Wissen ansonsten wahrscheinlich nur schwerlich aufnehmen können.

Auf dem Weg zu Krümel´s persönlichem Highlight, der Außenanlage, passieren wir noch kleine Windräder, ein riesiges Fischerboot, an dem man an Bord gehen kann. Hier können die Kleinen z.B. selber die Segel setzen, in der Kombüse eine ordentliche Seemannsmahlzeit zubereiten oder das Deck schrubben. Ebenso kann man richtige Seemansknoten lernen oder sich kleiden wie ein echter Seemann.

Und dann heißt es: Jacke, Mütze und Handschuhe an, denn es geht nach draußen in die Kälte und zwar in den Hafen von Professor Plons (übersetzt würde er wohl Professor Platsch heißen). Auf der überdachten Terasse des Museums ist eine wirklich großartige Hafenlandschaft für Kinder im Alter von etwa 4-10 Jahren aufgebaut. Das Ganze mit Blick auf den eigentlichen Museumshafen. Spielerisch lernen die Kinder hier alles über die Arbeit im Hafen und können dabei selbst Hand anlegen. Sei es mit dem Wasserschlauch des Löschboots einen Brand zu löschen (nur im Sommer möglich), mit der Sackkarre Ölfässer und andere Ware von A nach B zu transportieren, schweres Gewicht mit dem Kran zu bewegen, das Förderband zu bestücken oder neue Ware einzuscannen. Natürlich muss man sich auch hier mit entsprechenden Schutzhelmen ausstatten. Auf dieser Spielwiese ist unser Junior – trotz klirrender Kälte – sicherlich eine Stunde lang beschäftigt. Diese Zeit nutzen wir auf der anderen Seite der Glasscheibe – im Warmen – trinken Kaffee und surfen im kostenlosen Wlan des Museums.

An dieser Stelle gibt es auch regelmäßig von Museumspädagogen und Mitarbeitern angeleitete Aktionen für Kinder. Dabei geht es wohl darum, dass die Kinder Professor Plons und seine Freunde gemeinsam unterstützen gegen den gemeinen Schurken Scharbock, der mit einem U-Boot unterwegs ist und Scharbernack treibt, vorzugehen.

Unser Fazit

Wir als erwachsene Besucher waren von der Museumsausstellung nicht wirklich geflasht. Wobei ich ehrlicher Weise zugeben muss, dass wir sowieso keine großen Museumsfans sind. Es sei denn, es gibt eine interaktive Ausstellung (für Erwachsene) oder eine anderweitig attraktive und ansprechende Gestaltung. Was uns angesprochen hätte, wären tatsächlich die Führungen im Openair-Bereich im Hafen gewesen. Das wäre auch der einzige Grund wiederzukommen für uns.

Betrachtet man das Museum aber einmal mit Eltern-oder Kinderaugen, also z.B. mit denen des Krümels, so ist es ein Volltreffer. Das Museum ist unglaublich kindgerecht, modern und interaktiv – und das ist es, was Klein wie Groß fasziniert. Selber anpacken und mitmachen dürfen und nicht nur mehr oder weniger passiv Filme schauen und sich durch Texte quälen. Die Altersangaben fanden wir nicht immer ganz passend, aber das ist auch etwas sehr Individuelles und muss vom Entwicklungsstand des eigenen Kind abhängig gemacht werden. Der Krümel jedenfalls würde das Museum all seinen Freunden empfehlen, weil man dort so herrlich spielen kann.

Im Maritiem Museum setzt man auf Interaktivität und das ist es, was den Besuch letztendlich zu einer wahren Entdeckungstour macht. Natürlich ist der Schwerpunkt hier anders gelagert als in dem baltischen Museum, aber dieses hat uns von der Aufmachung her, zumindest als Familienmuseum, sehr viel besser gefallen.

Besucherinformationen

Adresse: Leuvehaven 1, Rotterdam

Erreichbarkeit: Mit der Metro oder den Straßenbahnen  Nr. 20, 21, 23, 24, 25 bis Haltestelle Beurs;  mit dem Bus Nr. 32 Haltestelle Keizerstraat;

Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10.00 – 17.00 Uhr, Sonntag 11 – 17 Uhr.

Preise: Erwachsene 14 Euro, Kinder (4 bis 15 Jahre) 10,- Euro, Familientickets gibt es leider nicht, lediglich Studenten-und Gruppenrabatt. Kinder unter 4 Jahren sind frei.


Birgitta

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