Krümel's grosse Reise

Roadtrip Teil 4: Yellowstone und Grand Teton Nationalparks

Wir kommen dem eigentlichen Ziel unserer Reise immer näher. Von Cody aus fahren wir über den East Entrance in den Yellowstone Park. Dort haben wir ganze 6 Nächte mit einem zwischenzeitigen Campgroundwechsel und dann noch einmal drei Nächte im benachbarten Grand Teton Nationalpark.

Erste Eindrücke vom Yellowstone Nationalpark

Wir sind vielleicht eine Viertelstunde gefahren, da sehen wir eine Menge Autos am Straßenrand parken und auf der anderen Seite eine Menschenansammlung. Es gibt offensichtlich etwas zu sehen, also gesellen wir uns auch mal dazu: Ein Bär! Unser erster Yellowstonebär streift da unten durch den Wald! Zu weit um ihn mit unserer Kamera einzufangen, aber mit bloßem Auge funktioniert es eben noch so.

Wir hatten ja bisher schon den Eindruck, dass dieses Land einfach unfassbar weitläufig ist, aber der Yellowstone setzt da echt noch mal einen drauf. Es ist unfassbar! Zunächst fahren wir durch Waldgebiet, in dem auffällig viele dünne und hohe Bäume umgefallen sind. Und im ersten Ort, in Fishing Bridge kommt dann noch das Meer dazu, das eigentlich der Yellowstone See ist.

Das Ufer des Yellowstone Lakes

Ein kurzer Stopp in Fishing Bridge ist nötig, weil wir einen Termin in der örtlichen Werkstatt haben. Das Reserverad, dass uns seit dem Plattfuß vor einigen Tagen (wir haben im Roadtrip Teil 2 davon berichtet, wie es dazu kam) als viertes Rad dient, fährt zwar bisher gut, der Reifen hat aber schon fünf Jahre auf dem Buckel und sollte daher sicherheitshalber lieber gewechselt werden.

Während die Jungs in der Werkstatt arbeiten, laufen wir drei rüber zum Visitor Center, besorgen ein neues Junior Ranger Booklet, bestaunen die ausgestellten und ausgestopften Tiere des Parks im Museum und gehen dann an den Strand des Yellowstone Sees. Der Krümel-Papa dreht auch sogleich eine Runde darin. Dieser größte Bergsee Nordamerikas wirkt auf uns wie ein gar nicht enden wollendes Meer, so riesig ist er. Amerika eben!

Auf der Weiterfahrt ändert sich die Landschaft. Es gibt riesige Wiesenflächen in den unterschiedlichsten Grüntönen. Natürlich sehen wir auch wieder Büffel. 

Wiesen in der Nähe des Yellowstone Lakes

Dann erreichen wir Canyon Village und damit auch bald unseren gebuchten Campground.

Der Canyon Campground

Dieser Campground hat über 300 Plätze und nur ganz am Anfang gibt es Duschen und Waschmaschinen. Für das Duschen sind zwei Duschcoins pro gebuchte Nacht inkludiert, wir haben also sechs und jeder von uns kann zwei Mal duschen. Natürlich kann man auch noch zusätzlich Duschmarken für 5,45$ kaufen. Unsere Campsite ist fast zwei Kilometer von den Duschen entfernt, daher fahren wir dann in den nächsten Tagen mal zum Duschen.

Unsere Campsite ist umgeben von üppigem Wald und von daher handelt es sich eher um einen dunklen bzw.schattigen Platz . Dafür haben wir es ruhig und das Toilettenhäuschen ist in wenigen Schritten zu erreichen.

Grand Canyon of the Yellowstone

Am nächsten Morgen kommen wir erst spät los und widmen uns dem Grand Canyon of the Yellowstone. Wir machen mehrere kleinere Trails hintereinander weg und kommen auf diese Weise so nah wie möglich an die Upper und Lower Falls heran. Wir merken allerdings recht schnell, dass wir auf über 2000 Meter Höhe sind: ist doch alles anstrengender in dieser Höhe, wir kommen ganz schön ins Schnaufen.

Grand Canyon of the Yellowstone

Die meisten Menschen schauen sich nur die vom Parkplatz in wenigen Schritten erreichbaren Scenic Points an und fahren dann zum nächsten Parkplatz. Wir haben den Vorteil Zeit zu haben und “erlaufen” uns das so alles lieber selber. Dafür sehen wir dann auch kleine Details bzw. mehr Tiere als andere, so zum Beispiel grasende Deers im lichten Wald und einen futternden Chipmunk.

Chipmunk am Rande des Canyon

Natürlich ist der Yellowstone Canyon nicht mit dem “Grand Canyon” vergleichbar, aber trotzdem sehr beeindruckend. Mit welcher Wucht und was für einem Getöse die Wassermassen in die Tiefe stürzen, sich zum Yellowstone River formieren und durch die Bergschlucht fließt. Die Steine sind nicht überall gelb, es ziehen sich auch rote und orange Stränge durch. Ein Naturschauspiel durch und durch.

Der Lower Fall gefällt uns besser als der Upper Fall. An letzterem machen wir auch später ein Picknick mit unseren mitgebrachten Blueberry Bagels. Ich sitze im Schneidersitz dort und schaue auf den Canyon, einfach genial und irgendwie beruhigend.

Wir haben übrigens großes Glück mit dem Wetter. Juli und August sind sowieso die besten Reisemonate für den Yellowstone Nationalpark und auch die einzigen ohne Schnee. Wir hatten uns allerdings darauf eingestellt, dass es tagsüber, wenn überhaupt, 20 Grad wird und nachts höchstens drei Grad. Doch auch hier ist der Klimawandel angekommen: tagsüber sind es sicherlich an die 25 Grad und nachts kühlt es nicht so sehr ab. Wir freuen uns einfach, dass wir wie für einen Sommerurlaub üblich, in den Seen und Flüssen schwimmen können.

Nachmittags fahren wir zur Laundry, stopfen unseren riesigen Sack Schmutzwäsche in eine der vielen riesigen Waschmaschine, werfen 3$ ein und fahren zum Visitor Center hinüber. Wir nutzen den Waschvorgang, um uns dort zum Thema Bear Spray zu informieren.

Bärenspray – brauchen wir es?

Im Visitor Center erfahren wir, dass es nebenan einen kleinen Kiosk gibt, der ausschließlich zum Thema Bären im Yellowstone informiert. Also nichts wie hin! Wir sprechen mit dem dortigen Ranger, lassen uns in die Benutzung des Sprays einweisen – das geschieht mithilfe eines Films – und werden letztendlich geprüft – wir müssen einmal praktisch vorführen, dass wir verstanden wie die Flasche zu nutzen ist. Nach diesem ganzen Prozedere leihen wir uns dann ein Bear Spray samt Halterung für die Gürtelschnalle aus.

Bear Spray Kiosk in der Nähe vom Visitor Center am Canyon Campground

Beim Bear Spray handelt es sich um eine kleine Sprühdose mit hochprozentigem Pfefferspray, das eine riesige undurchsichtige Wolke und zeitweisiger Erblindung des Empfängers führt. Natürlich ist es Bear Spray darf nur im Notfall, d.h. wenn ein Bär dich angreift, genutzt werden. Und dann gelten folgende Verhaltensregeln: wenn zwischen dem Tier und dir noch ungefähr zwölf Meter Distanz sind, gibst du 2-3 Sekunden lang Sprühstöße ab. Im Normalfall tritt ein Bär dann den Rückzug an. Tut er es nicht, sprühst du erneut.

Wir hoffen inständig, dass wir niemals in diese Situation kommen, aber da wir vorhaben uns auch schon mal etwas abseits der Highlights und somit in weniger touristischen Gebieten zu bewegen, ist es sicherer das Spray dabei zu haben plus unserer Bärenglöckchen, die immer an unseren Rucksäcken läuten.

Der ganze Yellowstone Park ist “Bear Country”, hier sind vorwiegend Schwarzbären und Grizzlys zu Hause. Normalerweise meiden diese Tiere uns Menschen, es gibt aber Ausnahmen und natürlich “Problembären”, die aufgrund falschen Verhaltens von Menschen ihre Scheu mit der Zeit verloren haben und ganz eindeutig einen “Fressvorteil” haben indem sie menschlich bewohnten Gebieten immer näher kommen. Deshalb gelten ein paar Regeln: Parkbesucher sollen sich immer in Gruppen von mindestens drei Personen aufhalten und dicht zusammenbleiben, sie sollen möglichst laut sein, d.h. sich unterhalten oder singen, damit ein Bär, der sich ggf. hinter der nächsten Kurve aufhält, nicht überrascht wird.

Unser ausgeliehenes Bärenspray

Eine Flasche Bärenspray kostet im Handel, je nachdem, wo man es kauft 57$ und mehr. Die Leihgebühr hingegen beträgt für fünf Tage 28$ plus eine Gebühr für jeden weiteren Tag (bis zu 28 Tagen insgesamt). Wenn man es nicht zurückbringt oder benutzen musste, zahlt man weitere 50$. Damit sind die Würfel schnell fürs Leihen gefallen, zumal wir das Bärenspray auch nicht mit ins Flugzeug nehmen dürften und somit ausgeschlossen ist, dass wir es für weitere Reisen nutzen könnten.

Mammoth Hot Springs 

Wir haben mal wieder länger geschlafen als vorgehabt. Und fahren dann zu den etwa eine Stunde entfernten Mammoth Hot Springs und zwar nicht über Norris, sondern oben herum. Die Strecke ist allerdings wenig spektakulär bis auf den Mount Washbount, zu dem tolle Wanderungen hinaufführen. 

Mammoth Hot Springs soll ein einzigartiger Thermalquellenkomplex mit riesigen, farbenfrohen Kalksinterterassen hier im Nordwesten des Parks sein. Bekannt sind sie für ihre sich ständig verändernden Formationen, die durch mineralreiches, heißes Wasser entstehen, das aus dem Boden sickert. Schauen wir mal…

Dafür, dass es die größten Kalksinerterassen der Welt sein sollen , sind wir als wir dann vor ihnen stehen etwas enttäuscht. Wir hätten sie uns viel größer und pompöser vorgestellt, zumal wir schon in Pamukkale in der Türkei waren und der Krümel Papa dort als Kind sogar noch drin baden durfte.

Kalksinterterassen in Mammoth Hot Springs

Gefallen tun uns die Mammoth Hot Springs trotzdem, es gibt tolle Boardwalks die an den Quellen entlangführen und damit bin ich sowieso immer zu kriegen. Danach wollen wir eigentlich noch ein Stück entfernt einen Trail laufen, finden aber leider keinen Parkplatz. Also fahren wir über Norris zurück und halten vor einem kleinen Campground mit Picknickarea an einem Fluss. Dort essen wir etwas und planschen nachher etwas im Wasser herum. Auf dem Weg haben wir immer wieder Hinweise zu kleinen Trails gesehen, leider kommen sie oftmals so spät, dass man kaum eine Möglichkeit hat, zu reagieren. Das ist wirklich schade.

Die Entstehung des Yellowstones

Bevor es an diesem Tag endgültig zurück zum Campground geht, besuchen wir noch das Visitor Center, das beim letzten Mal schon geschlossen hatte. Hier können sich die Besucher anschaulich über die Entstehung des Yellowstone Nationalparks informieren, das inkludiert einen Film im Theater, Ausstellungen von Tieren und Vulkanen etc. Wir befinden uns hier gerade direkt auf einem der interessantesten Naturphänomene, die uns bisher begegnet sind. Wir bewegen uns nämlich in dem wir uns im Yellowstone Nationalpark aufhalten tatsächlich die ganze Zeit auf einem (nicht mehr) aktiven Vulkan auf über 2000 Meter Höhe. Und was dieser für ein interessantes, vielseitiges und sich immer wieder wandelndes Leben (sowohl in der Tier als auch Pflanzenwelt) entstehen lässt, ist einfach phänomenal und nicht in Worte zu fassen.

Norris Geysir Basin

Mit dem Norris Geysir Basin schauen wir uns am nächsten Tag ein weiteres beeindruckendes und vielfältiges geothermales Wunder an. Das Norris Geysir Basin ist eines der heißesten, ältesten und dynamischsten Thermalgebiete im Park. Es ist bekannt für seine extrem heißen, sauren Quellen, Geysire und Schlammtöpfe, die sich aufgrund seismischer Aktivität ständig verändern.

Hier gibt es zwei Haupt-Boardwalk-Rundwege, wir gehen sie beide. Der kürze nennt sich “Porcelain Basin Trail” und ist ca. 1,2 Kilometer lang und besticht durch bunte und sich schnell ändernden Landschaften. Darauf folgt der etwas mehr als doppelt so lange “Back Basin Trail” der durch den heißesten Teil führt und berühmte Geysire wie den Steamboat Geysir zu bieten hat. Es brodelt, blubbert, dampft und zischt immerfort um uns herum. Mal riecht es mehr und mal weniger nach Schwefel – so intensiv und grenzwertig wie damals in Neuseeland ist es zum Glück zu keinem Zeitpunkt. Je näher wir an die heißen Quellen herantreten, desto wärmer wird es. Warm wird es aber auch, wenn ein Windstoß kommt und uns die Quellluft entgegenpustet. Echt verrückt hier!

Umzug zum Madison Campground

Die verbleibenden Nächte verbringen wir auf dem Madison Campground – ebenfalls einer der größeren und zentralen Campingplätze des Parks. Er liegt nahe nahe dem Zusammenfluss von Firehole und Madison River und bietet eine gute Ausgangsbasis um das Lower und Upper Geysir Basin mit dem bekannten Old Faithful zu erkunden.

Am nächsten Morgen will ich gegen 7:30 Uhr zum Madison River runter gehen, in der Hoffnung grasende oder saufende Bisons im Sonnenaufgang beobachten zu können. Der Fluss liegt nur wenige hundert Meter von unserem Platz entfernt, ist aber durch einen Fahrweg und bewaldeten Wall von uns getrennt. Plötzlich läuft ein Bison- nur durch eine Baumreihe von mir getrennt -über meinen den Weg. Wow! Das ist jetzt aber sehr nahe, am besten einer von uns beiden zieht jetzt den Rücktritt an, denke ich mir und melde mich sogleich freiwillig. Langsam und vorsichtig mache ich mich daran Abstand zu gewinnen und einen großen Bogen um das riesige Tier zu machen – ganz weg möchte ich dann doch nicht, schließlich brauche ich noch ein gutes Foto. Erst zurück am Platz merke ich, wie doll mein Herz klopft.  

Meine persönliche Bison Begegnung

Wir haben bereits am ersten Nachmittag auf dem Campground beim Baden im Fluss Bisons gesichtet. Allerdings waren sie ein gutes Stück von uns entfernt und grasten friedlich in der Nähe des Wassers.

Old Faithful Geysir

Entweder jetzt oder später, sagt der Krümel und grinst, als wir vorm Old Faithful Geyser sitzen und auf seinen Ausbruch warten. Die Vorhersage seines nächsten Ausbruchs wird mit +/-10 Minuten angegeben. Natürlich bricht er, jetzt wo wir davor warten, die zehn Minuten später aus, war doch klar, oder? Insgesamt ist auf den Old Faithful, den alten Getreuen, wie sein Name schon sagt, aber als einen der wenigen hier Verlass, er bricht in aller Regelmäßigkeit aus, d.h. alle 90-110 Minuten.

Der berühmteste Geysir im Yellowstone Nationalpark zieht nicht umsonst so viele Besucher an. Er ist einfach schier unglaublich beeindruckend wie seine Eruptionen das Wasser in bis zu 50 Meter hoch schleudern und das über mehrere Minuten lang. Aber von vorne: wir sitzen hier mit vielen anderen Menschen auf niedrigen Holzbänken um den alten Geysir herum und warten. Wir warten alle auf das gleiche: die angekündigte Eruption. Lange sehen und hören wir nichts, dann ein lautes Brodeln und wieder Stille. Kurze Zeit später grummelt die Erde und dann geht es los! Was für ein Schauspiel!

Ausbruc des Old Faithful Geysirs

Als der Old Faithful sich verabschiedet hat, gehen wir von dort aus teils über asphaltierte Wege, teils über Boardwalks zu weiteren heißen Quellen wie z.B. dem Castle Geysir und dem bekannten bunten Morning Glory Geysir. Leider bemerken wir erst später , dass wir die Strecke auch super hätten mit Leihrädern zurücklegen können. Das wäre ein Spaß gewesen, so wie wir in Mexiko mit den Rädern von Pyramide zu Pyramide gefahren sind.

Auf dem Rückweg schauen uns das imposante Old Faithful Inn (historisches aus Holz gebautes Hotel unweit des Old Faithful Geysirs) an und bleiben gleich dort. Das Old Faitfhul Inn ist die Adresse im Yellowstone und besticht nicht nur durch seine Lage – man kann aus manchen Zimmern den Ausbruch des Geysirs beobachten – sondern auch durch die rustikale Architektur. Dieses alte  Holzhaus, muss man einfach mögen, es ist unglaublich beeindruckend. Vor allem die pompöse Eingangshalle mit dem riesigen Steinkamin und der daran hängenden Uhr. Man kann von unten bis ganz oben zu den Dachgiebeln hochschauen. In der zweiten Etage kann man die Besucherterasse auch als Aussichtsplattform fürs Geysirfeld nutzen und dort in den schweren Holzstühlen seinen selbstmitgebrachten Lunch verzehren. Das war auch unser Plan. Der ändert sich allerdings schnell, als wir das preislich sehr attraktive Lunchbuffett im Dining Room unten sehen. Wir dinieren dann heute mal etwas feudaler – man muss sich schließlich mal etwas gönnen.

Blick in den offenen Dachgiebel des Old Faithful Inn

Insgesamt ist es schon Wahnsinn, was im Old Faithful für ein Kommen und Gehen, ein touristischer Betrieb herrscht – wäre ich hier Gast, würde mich das extrem stören.

Später halten wir noch beim Fairy Falls Trailhead an, um uns die bekannte Grand Prasmatic Spring anzuschauen. Der Parkplatz ist wirklich gerammelt voll, aber dann entdecken wir doch noch eine Lücke. Wir entscheiden uns für die Vogelperspektive auf die Grand Prismatic Spring und gehen den 1,6 Kilometer langen Grand Prismatic Overlook Trail zur Aussichtsplattform und später den gleichen staubigen Weg auch wieder zurück. Die Spring ist sehr beeindruckend in ihren schilllernd bunten Farben, die Menschenmassen, die sich hier bewegen eher weniger.

Grand Prasmatic Spring

Und am Abend gibt es dann ein schönes Campinglagerfeuer. Lagerfeuer!

Marshmallow Grillen am Lagerfeuer

West Yellowstone

Wir fahren, nachdem wir alle ausgeschlafen sind und gemütlich gefrühstückt haben am späten Vormittag durch den West Entrance aus dem Park Richtung West Yellowstone. Dabei bekommen wir eindrucksvoll vorgeführt, was uns täglich erwartet hätte, hätten wir uns eine Unterkunft außerhalb des Parks genommen und müssten jeden Morgen erneut hineinfahren: eine unendlich lange Blechlawine. Da sind starke Nerven und viel Geduld gefragt. Spoiler: Als wir später gegen 17 Uhr wieder in den Park hineinfahren, verhält es sich übrigens genau umgekehrt. Von daher haben wir alles richtig gemacht.

West Yellowstone, eine Kleinstadt in Montana, direkt vor dem West Entrance zum Yellowstone Nationalpark ist nicht gerade eine Schönheit und einfach sehr touristisch. doch nach fünf Tagen am Stück nur in der Natur und ohne Wifi (unsere Eltern haben sich schon gefragt, wo wir abgeblieben sind), ist es doch ganz schön mal wieder in der Zivilisation zu sein. Davon abgesehen ist unser Hauptziel aber auch das Grizzly and Wolf Discovery Center. Dabei handelt es sich um einen gemeinnützigen Wildtierpark, der sich der Bildung über Grizzlybären, Wölfe und andere lokale Wildtiere widmet, indem er gerettete Tiere beherbergt, die nicht in freier Wildbahn überleben können oder aber den Menschen mehrmals zu nahe gekommen sind und Auswilderungsversuche erfolglos waren. Hier bekommen die Besucher die Möglichkeit diese majestätischen Tiere aus nächster Nähe zu beobachten und mehr über deren Ökologie und Schutz zu erfahren. Insbesondere, wenn man im Yellowstone Park vielleicht noch keinen Bären in freier Wildbahn gesehen hat, eine tolle Möglichkeit, nicht nur für Kinder.

Grizzly & Wolf Discovery Center im West Yellowstone

Nach dem Besuch im Discovery Center genießen wir Erwachsene vorzügliches mexikanisches Essen von einem echten Foodtruck, während der Krümel sich im Yogi Bear Waffle &Grill lieber einen Burger bestellt.

Auf dem Weg zum Grand Teton NP halten wir noch am West Thumb Geysir mit dem Fish Cone und ? Pool.

Auf zum Grand Teton Nationalpark

Bevor wir den Yellowstone Nationalpark am nächsten Morgen endgültig verlassen, machen wir noch einen Halt am West Thumb Geysir. Das ist ein kleinerer Teil des Parks, aber durchaus sehr sehenswert. Er ist bekannt für seine heißen Quellen, Schlammtöpfe und Geysire, die teilweise unter Wasser oder direkt in den See sprudeln, was eine magische Atmosphäre schafft. Sagen wir es mal so: wir gehen die nächsten Minuten von viel Dampf umgeben über Boardwalks und sehen uns zum Beispiel den bekannten Fishing Cone oder den Abyss Pool an. In ersterem, einer Felsformation wurden früher Fische direkt in der heißen Quelle gekocht.

Nach dem Naturwunder Yellowstone Nationalpark begrüßt uns der Grand Teton Nationalpark schon bei Einfahrt mit einem wunderschönen Bergpanorama. Es hat ein bisschen etwas von Kanada.

Unsere Campsite am Colter Bay Campground

Die nächsten Tage werden wir auf dem Colter Bay Campground verbringen. Dies ist ein großer, gut ausgestatteter Campingplatz direkt am Jackson Lake, der sowohl Zeltplätze als auch einen Wohnmobilbereich hat und Annehmlickeiten wie einen General Store, Restaurants, Duschen, eingeschränktes WLAN und Bootsverleih bietet.

Der Jackson Lake am Colter Bay Campground

Nachmittags baden wir ausgiebig im See. Der Jackson Lake ist über einen kleinen Trampelpfad durch den Wald von unserer Campsite aus in wenigen Gehminuten zu erreichen. Abends spazieren wir rund um die Marina herum. Ein kurzer Gang durch den General Store bestätigt unsere Vermutungen, dass man hier nur im Notfall einkaufen geht, alles andere lassen die exorbitanten Preise nicht zu. Zum Glück sind wir noch mit ausreichend Vorräten eingedeckt.

Noch vor 7 Uhr am nächsten Morgen sind wir unterwegs in Richtung Oxbox Bend – eine berühmte, hufeisenförmige Flussbiegung des Snake River, die für ihre atemberaubenden Spiegelungen des Mount Moran und die reiche Tierwelt bekannt ist. Von dem oberhalb gelegenen Overlook aus erhoffen wir uns Wildlife-Sichtungen. Wir bekommen genau einen Pelikan zu Gesicht, sonst nichts. Hätten wir vielleicht noch früher aufstehen müssen oder liegt es einfach an der Urlaubszeit und den vielen Menschen hier, dass die Tiere sich einfach zurückgezoen haben?

Der Oxbox Bend im Grand Teton Nationalpark

Fahren weiter zum Snake River. Dort sichten wir leider überhaupt kein Tier. Daraufhin frühstücken wir erst einmal mit schöner Aussicht. Dann beginnen wir den “Two Ocean Lake Trailhead” zu gehen. Resigniert drehen wir nach etwa 20 Minuten wieder um, weil es einfach zu viele Moskitos und sehr hochwuchernde Pflanzen gibt.

Wir chillen zur Abwechslung mal einen Nachmittag. Abends ist Bärenalarm auf dem Platz – wir kriegen aber keinen zu sehen. Colter Bay ist das von Bären am stärkste frequentierte Gebiet im Teton so heißt es…

Zum Abschluss des Tages gehen wir noch den Lakeshore Trail, das ist ein 3,2 Kilometer langer Rundweg um die Halbinsel am Colter Bay herum. So haben wir eine tolle Ausblicke auf die Tetons und den Jackson Lake.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zum Two Ocean Lake Trailhead, dabei kommen wir am Jenny Lake vorbei und bereuen unsere Entscheidung nicht, den populärsten aller Seen hier auszulassen. Der Parkplatz quillt über, die Straßenränder weisen auch kein freies Plötzchen mehr auf.

Der Trailhead ist eine mittelschwere, aber landschaftlich reizvolle Route um den Two Ocean Lake und den Emma Matilda Lake durch Wälder und Wiesen mit Möglichkeiten für Schleifen um die Seen und zu spektakulären Aussichtspunkten. Es ist so wunderschön hier, ganz besonders am Seeufer. Was für ein Glück, dass dieser Ort touristisch noch nicht so frequentiert ist. Der Krümel Papa springt mangels Badehose spontan einfach in Boxershorts ins kühle Nass.

Mormon Row im Grand Teton Nationalpark

Auf dem Rückweg machen wir noch ein paar kurze Aussichts-und Fotostops z.b. am Glacier, Schwabacher Landing und Mormon Row. Dann sehen wir noch einmal eine riesige Herde Bisons mit Jungtieren und am Eingang zum Campground an. Diese Tiere sind so wahnsinnig beeindruckend.

Habt ihr auch schon mal Bisons in der freien Wildnis gesehen?

Krümel

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