Eine Langzeitreise ist nicht nur für Eltern ein großes Abenteuer, sondern auch für Kinder. Je nach Alter können sie sich auf die Reise freuen, aber auch unsicher sein, weil sie Freunde, ihr Zuhause oder den gewohnten Alltag für eine Zeit hinter sich lassen.
Genau so ging es uns vor unserer Weltreise. Deshalb haben wir schon Monate vor der Abreise damit begonnen, unseren Sohn Schritt für Schritt auf das bevorstehende Abenteuer vorzubereiten. Manche Ideen haben wir aus Büchern übernommen, andere sind ganz spontan entstanden.
In diesem Artikel zeigen wir dir, wie wir unser Kind auf unsere Langzeitreise vorbereitet haben, welche Methoden sich im Alltag bewährt haben und was wir heute genauso wieder machen würden. Vielleicht ist auch die eine oder andere Idee dabei, die euch die Vorfreude auf eure Reise noch ein bisschen größer macht.
In die Reiseplanungen mit einbeziehen
Ganz zu Beginn, als die Idee einer Langzeitreise gerade erst entstanden war, haben wir Krümel gefragt, was er auf unserer Reise unbedingt erleben möchte – und was er auf keinen Fall gut fände. Seine Wunschliste war herrlich unkompliziert: im Pool schwimmen, Eis essen, Elefanten sehen, mit dem Wohnmobil fahren, im Meer baden und mit anderen Kindern spielen. Da waren wir ziemlich erleichtert, denn all das schien gut machbar zu sein.
Während wir unsere Route und die einzelnen Reiseetappen planen, beziehen wir ihn immer wieder mit ein. Wir zeigen ihm Fotos von möglichen Unterkünften, spannenden Landschaften oder Ausflügen, damit er nach und nach eine Vorstellung davon bekommt, was ihn erwartet. Auch die Reiseführer mit ihren vielen Bildern liegen bei uns ständig herum – und werden von ihm immer wieder neugierig durchgeblättert.
Kinder können sich eine mehrmonatige Reise oft nur schwer vorstellen. Je häufiger sie Bilder sehen und in die Planung einbezogen werden, desto vertrauter und greifbarer wird das Abenteuer für sie.
Die Zeit bis zum Reisebeginn sichtbar machen
Gerade für jüngere Kinder ist ein Zeitraum von mehreren Monaten kaum greifbar. Aussagen wie „Wir fliegen im November los“ oder „Noch acht Monate“ bedeuten für sie oft wenig. Eine Jahresuhr kann dabei helfen, die Zeit bis zum Reisebeginn sichtbar zu machen.
Die Idee dazu habe ich in einem anderen Reiseblog entdeckt. Nach einer kurzen Google-Suche war eine passende Vorlage gefunden. Ich habe sie ausgedruckt, auf feste Pappe geklebt, einen Zeiger befestigt und Krümel durfte sie anschließend bunt ausmalen.
Die Uhr zeigt anhand der zwölf Monate und verschiedener jahreszeitlicher Ereignisse, wo wir uns gerade im Jahr befinden. Im November – unserem Reisemonat – haben wir zusätzlich ein großes rotes Kreuz gemalt. So kann Krümel immer wieder nachschauen, wie weit das Abenteuer noch entfernt ist.
Ein paar Monate später kam uns noch eine weitere Idee: ein Abreißkalender. Mitten im Winterurlaub in Bayern sind wir deshalb von Buchhandlung zu Buchhandlung gezogen. Teilweise wurden wir etwas belächelt – schließlich war das Jahr schon zur Hälfte vorbei. Am Ende hatten wir aber Glück und konnten sogar noch einen Kalender zum halben Preis ergattern.
Wir haben ihn ein wenig angepasst: Auf den Tag unseres Abflugs kam ein roter Klebezettel und alle bereits vergangenen Tage haben wir auf einmal entfernt. Seitdem darf Krümel jeden Morgen ein Blatt abreißen. So wird der Countdown bis zum Reisebeginn jeden Tag ein kleines Stück greifbarer.

Etwa zwei Monate vor Reisebeginn kam noch eine weitere Idee dazu. 62 Tage vor unserem Abflug haben wir ein Glas mit kleinen bunten „Wie-lange-dauert-es-noch?-Linsen” ( wir haben bunte Schokolinsen genommen, denkbar wären aber auch Gummibärchen, Bonbons oder andere Leckereien) gefüllt. Jeden Morgen darf Krümel eine davon herausnehmen. So wird die Zahl der verbleibenden Tage jeden Morgen ein kleines Stück kleiner und der Reisestart rückt für ihn ganz sichtbar näher.
Gerade für Kinder, die mit Monaten oder Kalenderdaten noch wenig anfangen können, sind solche kleinen täglichen Rituale oft viel verständlicher als eine Zahl auf dem Kalender.
Ein bisschen Englisch wird nicht schaden
In Kanada war Krümel häufig traurig, weil er zwar Kinder zum Spielen gefunden hatten, sie aber „so komisch“ sprachen und er deshalb nicht mit ihnen spielen wollte. Die Tatsache an sich wunderte mich zwar, da ich bis dahin angenommen hatte, dass Spiel in diesem Alter auch noch wunderbar ohne Sprache funktionieren kann, aber ok. Nachdem der Kindergarten nicht bereit war einen Englischkurs einzurichten, hat unser Sohn zu Weihnachten wenigstens etwas vorbereitend das TipToi Buch für 4-7 Jährige „Wir lernen Englisch“ geschenkt bekommen.
Weltatlas für Kinder
Alle Welt – das Landkartenbuch von den beiden polnischen Buchgestaltern Aleksandra Mizielinska & Daniel Mizielinsk: ein großformatiges Buch mit 51 Ländern und Kontinenten, wunderschön illustriert. Hervorragend für Kinder geeignet, um ihnen die Sehenswürdigkeiten, Nationalgerichte, Tiere etc. näherzubringen, aber auch für jeden Erwachsenen ein wahrer Augenschmaus. Bei jedem Durchblättern entdeckt man wieder etwas Neues. Das wird auf jeden Fall ein Geburtstagsgeschenk für den Krümel. Ein weiteres wird wahrscheinlich der interaktive Junior Globus von Tiptoi für 4-7 Jährige. Hier kann man spielerisch die Kontinente entdecken

Wenig Spielzeug während der Reise
Ebenfalls als Tipp aus einem anderen Reiseblog herausgezogen habe ich, dass wir eine kleine Reisekasse für Krümel anlegen, aus der er sich dann in jedem Land ein neues Spielzeug kaufen kann. Verlassen wir das Land wieder, verschenkt er das Teil an ein anderes Kind und am nächsten Ziel darf er sich wieder etwas Neues aussuchen. So bleibt es auch spannend. Darüber hinaus kann er sein Handgepäck, also einen kleinen Rucksack, mit seinem Lieblingsspielzeug vollpacken. Was reinpasst, darf mit. Da wir ihn ja schon gut kennen, wissen wir allerdings, dass er sich hauptsächlich auf einige Spielzeugautos beschränken und damit glücklich überall auf der Welt spielen wird und ansonsten auch fantasievoll genug ist um alle möglichen Dinge zu Spielzeug umzufunktionieren. Reisefreunde, die er mit Sicherheit finden wird, werden auch Sachen dabei haben. Und in der allergrößten Not sind wir ja auch noch da und haben sicherlich die ein oder andere Idee im Kopf.
Vorfreude ist die beste Reisevorbereitung
Rückblickend würden wir unser Kind wieder ganz bewusst Schritt für Schritt auf unsere Langzeitreise vorbereiten. Die gemeinsame Reisevorbereitung hat nicht nur die Vorfreude wachsen lassen, sondern unserem Sohn auch die Sicherheit gegeben, zu verstehen, was auf ihn zukommt.
Unser Tipp: Macht eure Kinder von Anfang an zu einem Teil des Abenteuers. Ob mit Büchern, kleinen Ritualen, einem Countdown oder der gemeinsamen Planung – oft sind es die einfachen Ideen, die eine Weltreise mit Kind schon lange vor dem Abflug beginnen lassen. Und genau diese gemeinsame Vorfreude gehört heute zu unseren schönsten Reiseerinnerungen.
Wie habt ihr eure Kinder auf eine Langzeitreise vorbereitet? Wir freuen uns auf eure Erfahrungen und Ideen in den Kommentaren!









[…] bester Freund hat Krümels Weltkartenbuch (Genaueres erfahrt ihr hier) ausgeliehen bekommen und kann dort über kleine Zettelbotschaften unsere Reise nachvollziehen und […]