Wir sind in Colorado angekommen und berichten von unserer Einreise in die USA, dem Jetlag und der Erkundung von Denver sowie der späteren Wohnmobilübernahme und unserem Großeinkauf im Walmart.
Einreise
Aufgrund der politischen Lage und des unberechenbaren Oberhaupts der Vereinigten Staaten von Amerika haben wir uns im Vorhinein schon unsere Gedanken gemacht und die ein oder andere Vorsichtsmaßnahme getroffen. Der Krümel-Papa zum Beispiel ist Mitglied einer Partei und hat vorsichtshalber den Chat im Messenger mit dieser gelöscht. Aber auch unabhängig davon, ist die Immigration immer so eine Sache, man hört und liest viel zu dem Thema und tritt nervös und mit viel Respekt den Beamten gegenüber. Doch auch dieses Mal hatten wir eigentlich keinen Grund zur Sorge -soviel schon mal vorweg.
Dass wir darauf geachtet haben keine frischen Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Milchprodukte einzuführen, ist selbstverständlich. Während wir in der Schlange vorm Schalter stehen, wächst die (An)Spannung. Als wir an die Reihe kommen, registriere ich als erstes, dass es eine Frau ist, der wir nun Rede und Antwort stehen werden. Das gibt mir – aus welchem Grund auch immer – schon mal ein gutes Gefühl. Und ein weiterer Bonus ist auch immer, wenn man ein Kind dabei hat, dann wird man nämlich meist gemeinsam nach vorne an den Schaltern gewunken.

Und dann kommen die typischen Fragen: Warum sind Sie hier? Was ist der Grund Ihrer Reise? Wohin werden Sie mit dem RV fahren? Wie lange werden Sie bleiben? Was ist Ihre erste Adresse? Haben Sie frische Lebensmittel dabei? Wir beantworten alles brav und das war dann auch schon alles. Zu unserer Enttäuschung gibt es noch nicht einmal einen Stempel in die Reisepässe.
Was uns erstaunt, dass es anders als bei unserer ersten USA-Reise 2014 gar kein Immigration-Formular mehr auszufüllen gibt. Das ESTA (elektronisches Einreisevisum), um das man sich im Vorhinein kümmern muss, gibt es weiterhin. Mehr dazu haben wir schon in unserem Beitrag zur Reiseplanung eines Roadtrips im Yellowstone Nationalpark verraten.
Nachdem wir unser Gepäck bekommen haben, rufen wir uns ein UBER, um uns ins 30 Minuten entfernte Hotel im Zentrum bringen zu lassen.
Unser Unterkunft in Denver
Wir wohnen für die nächsten zwei Nächte im Homewood Suites by Hilton Denver Downtown, ein recht zentral gelegenes Hotel. Einquartiert sind wir in einem großzügigen Appartement im 10. Stock und haben somit einen tollen Ausblick auf die Stadt und die Rocky Mountains. Im vorderen Teil des riesigen Raums befindet sich eine Küchenzeile und der Wohnbereich mit einer riesigen Ausziehcouch für den Krümel, dann folgt das Bad, das gleichzeitig eine optische Trennung zum hinteren Teil des Raums, in dem sich ein Schrank und ein Boxspringbett für uns verbirgt, fungiert.

Wir haben Übernachtung mit Frühstück gebucht und werden vom continental breakfast nicht enttäuscht. Es gibt Müsli, Toast, frisches Obst, Ei, Würstchen, zur Freude der Kinder eine Waffelstation und sogar ein glutenfreies Angebot. Dazu können wir uns ganztägig mit kalten und warmen Getränken am Automat in der Lobby bedienen.
Es sind nur wenige Minuten Fußweg von unserem Hotel zur 16th Street, der Mall im Herzen von Denver. Und genau diese, sowie die Umgebung erkunden wir in den kommenden 1,5 Tagen nach Ankunft auch.
Denver Tag 1 und 2
Am ersten Spätnachmittag und Abend (nachdem wir uns erlaubt haben 1,5 Stunden zu schlafen) gehen wir nur einen kleinen Teil der 16th Street nach links und rechts runter, wo es aus irgendeinem Grund auch einen kleinen Markt und Musik gibt und dann landen wir relativ schnell in einem guten Pizza Imbiss.
Am nächsten Morgen zieht es uns zuallererst zum Big Blue Bear am Colorado Convention Center. Offiziell “I See What You Mean” genannt, blickt dieser 12 Meter hohe Bär, geschaffen vom Künstler Lawrence Argent, neugierig in das Center und weckt Staunen und Freude bei Besuchern und Einheimischen gleichermaßen. Mit seiner facettierten lapisblauen Form, die Nase und Pfoten gegen das Glas gedrückt, bietet der Bär eine einzigartige Mischung aus Kunst und Architektur, die Natur und Technologie nahtlos verbindet.

Weiter geht es zum Civic Center Park im Herzen der Stadt. Hierbei handelt es sich um ein bedeutendes kulturelles und historisches Wahrzeichen. Er liegt an der Kreuzung von Regierungsgebäuden, Museen und Boulevards und ist bekannt für seine symmetrische Architektur und Gärten. Zu den wichtigsten Attraktionen gehören das griechische Theater und das State Capitol. Bei letzterem ist die 13. Stufe hinauf in das Regierungsgebäude besonders gekennzeichnet, diese liegt nämlich genau 1 Meile hoch.

Dann treffen wir irgendwann wieder auf die 16th Street und damit auch auf den kostenlosen Shuttle. Von diesem lassen wir uns in die Nähe der Denver Union Station bringen (17th Street). Die Denver Union Station ist der Hauptbahnhof und Hauptverkehrsknotenpunkt der Stadt und ein bedeutendes kulturelles und historisches Zentrum von Denver. Die Station wurde 1881 eröffnet und danach noch einmal umgebaut und auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst. Heute ist sie ein beliebter Ort für Gastronomie, Veranstaltungen und Shopping und bekannt für seine beeindruckende Architektur und die Atmosphäre, die zwischen der Vergangenheit und Gegenwart fließt.

Auf der Rückseite des Gebäudes finden wir außen einen gratis “Wasserspielplatz”. Genauer gesagt, handelt es sich dabei um eine tolle ebenerdige Springbrunnenanlage, die in der Wärme schon mehrere Kinder eingeladen hat darin barfuß herumzuspringen, so ist auch unser Krümel ganz schnell dabei. Wir setzen uns auf eine nahegelegene Bank im Schatten der Bäume und beobachten das bunte Treiben um uns herum.

Nach der kleinen Pause geht es dann durch die Lower Downtown, ein lebhaftes Stadtviertel mit markanten roten Backsteingebäuden und vielen einladend aussehenden Cafes über die Mall langsam zurück gen Hotel. Bevor wir dort ankommen, machen wir jedoch noch einen Abstecher in die Cheescakefactory – ein Paradies für Käsekuchenfans. Dieses Mal sind wir jedoch kalorienbewusster als bei unserem ersten Besuch des Gastronomieunternehmens 2014 in San Francisco. Wir bestellen uns einen Milchshake und ein Stück Käsekuchen und lassen diese zwischen uns hin und her wandern. Beides ist wieder unglaublich lecker, aber auch so etwas von mächtig, dass Teilen einfach die goldrichtige Entscheidung war – wobei uns durchaus noch mindestens zwanzig andere verführerisch aussehende Kuchen aus der Theke anlachen.

Unser Eindruck von der Mile High City
Die Stadt hat ihren Beinamen übrigens, weil sie tatsächlich genau eine Meile, also 1,609 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Das Erscheinungsbild von Denver ist ein sehr ordentliches und was sofort ins Auge fällt, dass es viel öffentlich zugängliche Kunstwerke gibt (Denver ist ein Zentrum für die Kunstszene in den USA).
In Denver hat man es geschickt hinbekommen den zumeist viktorianischen Stil der alten Gebäude mit modernen und teilweise auch exklusiv, architektonischen Leistungen im Stadtbild zu kombinieren. Es gibt viel Straßenmusik, tolle Sitzgelegenheiten über die gesamte Stadt verteilt, viele Fahrradrikschas, die Touristen durch die Gegend fahren – insgesamt ist Denver, zu unserem Erstaunen, eine sehr fahrradfreundliche Stadt.

Was uns bei einem Blick aus unserem Hotelfenster wundert, ist, dass wir weder begrünte Dächer noch Solaranlagen sehen können auf den Dächern Denvers. Sehr schade.
Denver stand nie auf unserer Must-See-Liste, wir haben nicht viel erwartet und sind dementsprechend positiv überrascht worden. Nach wie vor denken wir nicht, dass Denver das Reiseziel schlechthin in den USA ist, aber es gibt eben doch Einiges zu sehen und erleben und auch im Winter ist es ein nicht zu verachtender Wintersportort, weil man von dort schnell in den Rockys ist. Solltet ihr also, wie wir aufgrund der relativen Nähe zum Yellowstone Nationalpark einmal hier landen, kriegt ihr die Tage hier gut um.
Wohnmobil Übernahme bei Cruise America RV Rental
Nach zwei Nächten im Hotel ist es endlich soweit, wir lassen uns mit UBER zum RV Rental von Cruise America in Denver fahren. Wir haben eines der kleinsten Wohnmobile aus der Flotte gebucht – 21 Fuß ist unsere Behausung für die nächsten Wochen groß; das entspricht etwa 6,4 Metern.
Wir haben bereits mehrfach Erfahrungen mit Leihwohnmobilen gemacht, in unserer Elternzeit erstmalig in den USA, dann später in Kanada und Neuseeland ebenfalls.
Als wir unser Exemplar für die bevorstehende Reise sehen, wissen wir schnell, dass sie sich die Aufteilung der Wohnkabine und der Service insgesamt nicht gerade verbessert hat, eher das Gegenteil ist der Fall. Der Raum ist einfach nicht ausgenutzt, es gibt wenig Stauraum, der Spiegelschrank im Minibad ist schon kaputt (der Magnetverschluss funktioniert nicht mehr), die Sauberkeit lässt ebenfalls zu wünschen übrig. Das Camping Kit (Geschirr, Besteck, Handtüchern und Bettzeug), das wir extra dazugebucht haben, enthält lediglich Geschirrhandtücher, die nicht richtig abtrocknen und obendrein noch Flusen am Geschirr hinterlassen.

Der kleine Stauraum im hinteren Teil des Fahrzeugs hat eine so winzige Klappe außen, dass wir weder unseren Koffer, noch später den neu angeschafften Grill hineinbekommen (werden). Der Koffer muss also in der Verleihstation bleiben.
Aber genug des Gemeckers, es ist ein Leihwohnmobil – nicht mehr und nicht weniger. Der Krümel okkupiert jedenfalls sofort den Alkoven, den man mit einem relativ schweren Vorhang vom restlichen Wohnraum trennen kann, für sich. So hat er quasi sein “eigenes Zimmer” bzw. zumindest einen kleinen Rückzugsort. Wir werden abends dann immer die Sitzecke zu unserem Doppelbett umbauen.
Erster Einkauf im Walmart
Wie immer zu Beginn einer Wohnmobilreise steht nun erst einmal ein Großeinkauf im Walmart an. Dieses Geschäft ist für uns Erwachsene jedes Mal aufs neue eine Überforderung, selbst mit detaillierter Einkaufsliste. Das Angebot ist einfach zu groß. Für den Krümel ist es auch ein einziges WOW, sowohl was das Sortiment als auch die Größe des Geschäfts angeht.
Doch zwei Stunden später und um 180 Euro erleichtert, haben wir es geschafft.

Zu unserem Erstaunen war es diesmal hier aber auch nicht wesentlich günstiger als in den kleinen Supermärkten in der Stadt. Und das ach so große Sortiment ist an bestimmten Punkten dann doch erstaunlich gering, so gibt es bei Haferflocken oder Margarine zum Beispiel überhaupt keine Auswahl.
Mit Hindernissen auf den ersten Campingplatz
Nach dem XXL-Einkauf möchten wir einfach nur unseren ersten Campingplatz erreichen, unsere Einkäufe und Klamotten ausräumen und verstauen und dann vielleicht noch in den See springen. So einfach soll es aber wohl nicht sein, die Dame im Empfangshäuschen besteht auf eine schriftliche oder telefonische Reservierung, die wir nicht vorweisen können. Man muss dazu sagen, dass es mehr als genug freie Plätze gibt, das also nicht das Problem sein kann. Wir erklären ihr, dass wir keine amerikanische SIM-Karte haben und demzufolge keinen Zugang zum Internet und auch nicht gewillt sind für hohe Gebühren zu telefonieren. Sie kennt jedoch kein Pardon und besteht auf die oben genannte Regelung. Also bleibt uns nichts anderes übrig als erneut zum Walmart zu fahren (dort gibt es ein gratis Kunden-Wifi), den Platz online zu buchen und wieder zurückzufahren.
Als wir uns dann endlich auf dem Platz eingerichtet haben, ziehen wir unsere Badeklamotten an und gehen im angrenzenden See schwimmen.
Habt ihr vielleicht schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht? Dann erzählt gerne davon in den Kommentaren.









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