Jede Reise geht einmal zu Ende, so auch diese. Wie bereits erwähnt, liegen Yellowstone und Grand Teton Nationalparks weit ab vom Schuss. Da wir nicht durchbrettern möchten, unterteilen wir auch die Rückfahrt in mehrere Etappen. Und auch auf diese nehmen wir dich mit. Sei gespannt, was wir auf die letzten Tage noch erleben und wie wir es schaffen uns auch lange Fahrtage schön zu machen.
Einmal quer durch Wyoming bitte
Wir fahren vom Grand Teton Nationalpark aus drei Stunden durchs Nirgendwo im Bundesstaat Wyoming. Genauer gesagt fahren wir in Richtung der Stadt Dubois. Nach zwei Stunden halten wir an einer Tankstelle in Crowheart – typisch amerikanisch: weit und breit Drumherum nichts zu sehen, umgeben von etwas Grün mit zwei Foodtrucks drauf, mehrere Picknickbänke, die zum Rasten einladen und einem verhältnismäßig großen Tankstellenshop, wo es nicht nur die üblichen Snacks zu kaufen gibt, sondern gleich auch noch alles Mögliche an Haushaltswaren, Werkzeugen, Postkarten etc. Wir tanken das Wohnmobil, gönnen uns jeder ein Heißgetränk und essen mitgebrachte Sandwiches.

Dann fahren wir eine halbe Stunde weiter bis Riverton. Dort machen wir unseren letzten Walmart-Einkauf für diese Reise. Das ist nach wie vor immer noch eine aufregende Angelegenheit für uns.
Ein aufregendes Abendessen im Boysen Statepark
Weiter geht es mit einer dreißigminütigen Fahrt zum Boysen Statepark und das ist wieder gelebter amerikanischer (Größen)Wahnsinn, wie er im Buche steht. Ein riesiger Campingplatz inmitten einer Steinwüste, umgeben von sanft geschwungenen Hügeln und einem Fluss. Wahnsinn, so eine Fläche vorzuhalten, wo hier höchstens mal einer auf der Durchreise anhält. Wir sind die einzigen Gäste und alleine mit der Rangerin, die in ihrem “Kassenhäuschen” sitzt und liest. Gelegentlich rattern diese typischen und endlos lang erscheinenden Güterzüge am Platz vorbei. Wir gehen jedenfalls erst einmal im Fluss baden.
Abends erreicht uns dann ein mega krasses Unwetter. Zunächst beobachten wir einen heftigen Regenschauer auf der anderen Flussseite, während wir gemütlich unweit des Wohnmobils draußen unser Abendessen genießen und uns in Sicherheit wägen. Ein interessantes Schauspiel.
Dann möchte ich nur mal kurz zum etwa 300 Meter entfernten Sanitärgebäude gehen – naja eigentlich handelt es sich um ein kleines Doppelklohäuschen mit Blechdach. Noch während ich mein Geschäft erledige, fängt ein unglaubliches Trommelkonzert auf das Dach des Gebäudes an. Und ich schwöre euch, es gab vorher keinerlei Anzeichen, dass das Unwetter irgendwie auf unsere Seite kommen würde.

Als ich fertig bin, will ich die Tür öffnen und schnell zum Wohnmobil rennen. Doch Fehlanzeige. Ich kriege die Tür maximal einen Spaltbreit geöffnet, so heftig drückt der Wind dagegen. Ich sehe, dass es sich nicht mehr um Regen, sondern um beeindruckend große Hagelkörner handelt, dazu ziehen Blitze über den Himmel und donnern tut es auch. Okay, dann bin ich jetzt also auf dem Klo gefangen, denke ich. Wenn ich mich so umschaue, muss ich sagen, es hätte mich weitaus schlimmer treffen können. Um mich herum ist alles ordentlich und sauber, es liegen keine unangenehmen Gerüche in der Luft. Es dauert dann aber doch länger, als ich mir zunächst vorgestellt hatte. Bestimmt zehn Minuten verbringe ich in meinem Klo-Gefängnis, zwischendurch wage ich immer mal wieder einen Blick durch die Tür. Irgendwann hört das Hagel-Bombardment auf und geht in Regen über. Und da kommt auch schon mein Retter mit einer Regenjacke hinübergelaufen – der Krümelpapa muss mal für kleine Jungs und bringt mir bei der Gelegenheit direkt einen Regenschutz mit.
Wir sprinten dann gemeinsam zurück zum Wohnmobil, immer darauf bedacht den riesigen Pfützen im Schotter auszuweichen. Zurück im sicheren Wohnmobil -wobei auch das ordentlich schwankt bei dem heftigen Wind draußen- erfahre ich, was die anderen beiden derweil erlebt haben. Kaum war ich gegangen, zog ein heftiger Sturm über den Platz, der erst einmal Schüsseln und Teller( die teilweise noch gefüllt waren) vom Tisch fegte. Die beiden Männer hatten also alle Hände voll damit zu tun alles wieder zusammenzusuchen und in Sicherheit zu bringen bzw. dingfest zu machen. Was eine Aufregung!

Am nächsten Tag sieht die Landschaft um uns herum übrigens wieder vollkommen friedlich aus, als wäre nichts gewesen.
Über Hell´s half acre nach Douglas
Am nächsten Morgen unterbrechen wir unsere Fahrt nach einer Stunde. Denn es gibt mal wieder etwas zu sehen! Hell‘s half acre – eine beeindruckende geologische Formation hier in Wyoming, ein “Badland”-Gebiet mit Schluchten und Felsen westlich von Casper, bekannt als Drehort für Starship Troopers.

Von dort aus geht es über Casper nach Douglas.
In Douglas übernachtet wir auf einem städtischen und gebührenfreien Campingplatz der Stadt. Dieser liegt etwas außerhalb und direkt an einem Fluss. Es gibt sogar warme Duschen, Trinkwasser, Grillstellen und eine Dumpstation. Das ist wirklich genial.
Fussläufig kann man diverse Fastfoodrestaurants und eine Tankstelle mit Mini-Supermarkt erreichen. Hier gibt es natürlich noch einmal ein letztes Burger-und Taco-Mittagessen.

Back to Denver oder wie lang Straßen sein können...
Nein, wir sind immer noch nicht angekommen. Wir verlassen den tollen Platz und rollen noch einmal drei Stunden über amerikanische Interstates. Diese Weite und unfassbare Größe dieses Landes versetzt uns immer wieder aufs Neue ins Staunen. Da schlängeln sich unsere zwei Fahrstreifen und durch einen breiten Grünstreifen getrennt die beiden Gegenfahrbahnen auf der anderen Seite meilenweit einfach so durch die ansonsten unberührten Wiesen und Felder.

Und dann ist sie plötzlich da! Eine Raststätte, die aus beiden Fahrtrichtungen aus erreichbar ist. Das ist wieder typisch Amerika: es gibt überdachte Picknickbänke mit Grillmöglichkeit, sauberes und kostenlos nutzbares Sanitär und Ladestationen für Handys sowie Trinkwasser zur freien Verfügung. Da muss nicht mehr zu gesagt werden, oder?
Wo die Reise begonnen hat, endet sie auch wieder
Der Propangastank muss voll sein bei der Rückgabe des Wohnmobils, daher suchen wir eine entsprechende Tankstelle dafür. Das ist gar nicht so einfach, denn es hat leicht zu grummeln begonnen. Und genau das scheint ein Problem darzustellen. Danger! Wir brauchen zwei Anläufe bis wir jemanden finden, der uns die Flasche auffüllt. Und der ist mit Handschuhen und Spezialbrille geschützt und kann es kaum glauben, dass es in Deutschland Automaten gibt, an denen die Autofahrer einfach selber Propangas tanken können.
Dann fahren wir auf den Campingplatz auf dem wir auch in der ersten Nacht gestanden haben. Dieses Mal haben wir schon online vorgebucht. Und dann beginnt der unbequeme Teil der Reise: das Putzen. Wobei wir sagen müssen, dass wir uns schon lange nicht mehr so einen Kopf darum machen, wie bei den ersten Malen. Wir schauen, dass oberflächlich alles sauber ist und wir das Vehikel ruhigen Gewissens wieder abgeben können. Ich verausgabe mich dabei nicht mehr, weil der Verleiher es sowieso noch einmal generalüberholt, bevor es in die nächsten Hände weitergegeben wird.
Wir leeren alle Tanks, das ist so vorgeschrieben; lediglich die Benzin-und Propangastanks müssen bei Abgabe wieder voll sein. Da wir ungefähr 40 Minuten von Cruise America in Denver entfernt stehen, werden wir am kommenden Morgen auf der Fahrt dorthin noch einmal volltanken müssen.
Wir packen die ersten Sachen zusammen. Richtig packen können wir erst morgen, weil zum Teil unsere Taschen und der Koffer bei Cruise America liegen. Wir essen unsere letzten Vorräte auf bzw. verschenken noch verschlossene Lebensmitte an andere Camper. Wobei wir es mal wieder ziemlich gut getroffen haben, sodass kaum etwas zurückbleiben muss.
Von Denver aus back home
Wir stehen am nächsten Morgen bereits vor der regulären Öffnungszeit vor den Toren von Cruise America. Die Rückgabe verläuft zum Glück schnell und problemlos. Wir rufen uns ein Taxi und dann geht es für uns auch schon zurück zum Flughafen. Dort haben wir noch eine gewisse Aufenthaltsdauer, die wir draußen verbringen und dabei ein kleines Musikfestival auf der Dachterasse des Flughafengebäudes genießen können, mitgebrachte Snacks futtern oder uns wahlweise im Sandsäckchen werfen üben.

Dann geht es für uns endgültig zurück über den großen Teich und nach Hause.
Was wir auf unserem Roadtrip erlebt haben, kannst du hier nachlesen.









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