Krümel's grosse Reise

Der Weg zum Schulkind

Langsam wird unser Krümel echt groß. Wahnsinn, wie schnell das geht. Letzte Woche hat er nach Tagen des Kampfes seinen ersten Wackelzahn verloren und ist nun mächtig stolz auf seine erste Zahnlücke. Dann war die Verabschiedungsfeier vom Kindergarten. Vier Jahre lang ist er dort hingegangen, gewachsen und gereift. In einer schönen Zeremonie bekam er von seinen Erzieherinnen eine Mini-Schultüte und seinen Portfolio-Ordner mit gesammelten Werken aus den letzten vier Jahren überreicht. Wenn es nach ihm ginge, würde er noch weiter in den Kindergarten gehen und Tag ein Tag aus mit seinen Freunden spielen.

Da wir aufgrund unserer Reise leider die offizielle Anmeldungsveranstaltung in der Schule verpasst haben und auch den Ausweichtermin aufgrund von Urlaub (!) nicht wahrnehmen können, habe ich nach einer anderen Möglichkeit gesucht wie der Filius mit seiner zukünftigen Schule auf Tuchfühlung gehen kann. Letzte Woche sind wir dann gemeinsam zu einer großen Naturschutz-Veranstaltung in der Schule gegangen. Er lernte den Schulgarten, die Schüler und Räumlichkeiten kennen und konnte sich plötzlich doch vorstellen in die Schule zu gehen. Auch wenn er immer noch traurig darüber ist, dass sein bester Freund nicht dabei sein wird.

Den Tornister hatten wir ja schon vor ein paar Monaten besorgt. Nun haben wir eine Materialliste von der Schule bekommen, die ich direkt noch mal vor dem Urlaub abarbeite. Ich freue mich, dass umweltfreundliche Schnellhefter aus Pappe gewünscht werden. Das passt gut zu unserem Wunsch auf Nachhaltigkeit zu achten und Plastik, wenn möglich, zu vermeiden. So haben wir zum Beispiel auch die Schultüte ausgesucht. Der Krümel hat sich für eine grüne aus Stoff entschieden. Aus dieser kann man hinterher ein Kissen machen, sodass man noch viele Jahre eine schöne und kuschelige Erinnerung an diesen besonderen Tag hat. Ebenso wird er einen dauerhaft einsetzbaren Stundenplan bekommen, auf den man selbst-und wiederbeschreibbare Magnete anbringen kann. Total super!

Ob wir ihm gleich zu Beginn der Schulzeit einen Schreibtisch besorgen wollen, war lange Zeit unklar. Zum einen wird er in die Nachmittagsbetreuung gehen, wo die Schulaufgaben erledigt werden sollen, zum anderen weiß ich aus eigener Erfahrung, dass man doch lieber in Küche oder Wohnzimmer sitzt, um nahe bei den Eltern zu sein. Nun ist er aber aus seinem kleinen Kindermaltisch „herausgewachsen“ und etwas Neues musste her. Warum also nicht direkt ein Schreibtisch? Über Kleinanzeigen haben wir ein wirklich großartiges Schnäppchen gemacht. So ist der Krümel seit wenigen Tagen stolzer Besitzer eines mitwachsenden Schreibtisches.

Und dann ging es noch einen weiteren Schritt in Richtung Schule. Die Schuluntersuchung stand an. Was da wohl so passiert? Ich persönlich konnte mich nur noch daran erinnern, dass ich als angehendes i-Dötzchen über einen langen roten Klebestreifen auf dem Boden balancieren musste. Bei uns fand die Untersuchung in der entsprechenden Grundschule statt. Der Krümel wurde ins Gesundheitsamt eingeladen. Nach kurzer Wartezeit wurden wir in Raum 1 gerufen. Die von uns mitzubringenden Unterlagen, also U-Heft, Impfpass, einen ausgefüllten Fragebogen und den Entwicklungsbericht vom Kindergarten wurden gesichtet. Die Dame vom Gesundheitsamt bedankte sich überschwänglich dafür, dass ich diese mitgebracht hatte. Na logo, stand doch auf der Einladung. Ja, ja, aber so selbstverständlich wäre das leider nicht für alle Eltern….

Ob es denn keine Auffälligkeiten, besonderen Krankheiten oder Therapien gäbe? Nein, damit können wir zum Glück nicht dienen. Na dann sei der junge Mann ja altersgemäß und gut entwickelt. Jo, das würde ich auch sagen.

Der Krümel, zunächst noch etwas schüchtern, musste einen Hör-und Sehtest machen, er wurde gemessen und gewogen. Danach war er aufgetaut und war mit Eifer dabei . So sollte er zum Beispiel aus lachenden und traurigen Smileys nur die letzteren durchstreichen oder Bälle zählen. Dass er von 1-20 zählen kann, durfte er auch noch unter Beweis stellen. Das war es in Zimmer 1 für uns. Nach wiederholter kurzer Wartezeit ging es dann in Zimmer 2 weiter. Hier ging es darum halbe Zeichnungen zu vervollständigen, logische Reihenfolgen zu bilden und zu vervollständigen. Das Ganze erinnerte stark an typische Mini-Lük oder Vorschulaufgaben aus dem Kindergarten. Aber genau darum geht es ja bei der Untersuchung auch: die Schuleignung. Singular und Pluralbildung war neben der lustigen Aufgabe Phantasiewörter zu wiederholen ein weiterer Meilenstein. Der Krümel erledigte das alles mit Links – im doppelten Wortsinn und manchmal auch mit Rechts (er kann nämlich beides). Und das steht dann nachher auch im Gutachten, dass im Original an die Schule und in Kopie an uns geht. Das Häkchen wurde nicht bei Links-oder Rechtshänder gesetzt, nein, sondern bei „nicht differenziert“.

Zuletzt wurde es dann sportlich. Der Krümel wurde gebeten auf einer zweigeteilten Matte auf dem Fußboden von links nach recht zu hüpfen und zwar mit beiden Beinen gleichzeitig. Und das wars. Keine weiteren Übungen zur körperlichen Ertüchtigung oder so.

Das Schulärztliche Gutachten

Nach 45 Minuten inklusive Wartezeit war der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Der Krümel hat wirklich super mitgemacht und doch war seine Geduld und Konzentration dann auch zu Ende. Nun ja, für eine Schulstunde hätte es so gerade gereicht 🙂

Kruemel

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