Krümel's grosse Reise

Mondo Mio Kindermuseum

Heute war tristes Wetter und wir haben uns mit Freunden im Westfalen Park in Dortmund getroffen um ins Kindermuseum Mondo Mio zu gehen. Wie der Name schon sagt geht es um die Welt. Meine Welt. Es ist ein interaktives Museum in dem Kinder ab 3 Jahre altersübergrifend etwas über andere Kinder auf der Welt, Umwelt, Müll und Konsum, Kulturen und Sprachen lernen. Neben 30 festen Stationen gibt es immer wieder wechselnde Ausstellungen, Mitmachaktionen, Familienführungen, Kindergarten-und Schulführungen, Ferienprogramme und Kindergeburtstagspakete. Das Museum gibt es seit 2007 und ist ursprünglich aus Elementen der EXPO 2000 Ausstellung „basic needs“ entstanden. Und wir schnuppern jetzt einfach mal hinein.

Das mondo mio Kindermuseum in der Florian-Halle im Westfalenpark Dortmund

Dauerausstellung Weltenkinder

Diese interkulturelle Ausstellung, die gleichzeitig ein Erlebnisbereich für drei bis sechsjährige Kinder darstellt, darf nicht mit Schuhen betreten werden. Also lassen wir die Treter draußen stehen. Kalte Füße braucht trotzdem niemand fürchten, es liegen genug wärmende und zugleich rutschhemmende Socken für alle aus. Wir gehen durch die Tür und finden uns in einem kunterbunten Raum wieder. Eine Ecke ist komplett als Küche eingerichtet. In hohen Regalen findet man Unmengen von bekannten und exotischen Früchten und Gemüse, alles aus Stoff, versteht sich. Es gibt Küchenutensilien aus aller Welt, Teekessel, Nudelpressen, einen Wok…Ein Essplatz aus vielen Sitzkissen ist auf dem Fußboden aufgebaut. All das regt natürlich zum Spielen an. Unsere drei Jungs stürmen sofort los. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wir werden mit Obstplatten und Pfannkuchen bewirtet, bis wir nicht mehr können. Schaut man mal etwas weiter, stellt man fest, dass es noch viele kleine angrenzende Räume gibt. Darunter befindet sich ein Verkleidungsraum. Hier werden den Kindern Gewänder und andere Kleidungsstücke aus aller Welt zur Verfügung gestellt, die sie nach Lust und Laune ausprobieren dürfen. Es gibt zwei Spiegeltunnel, in denen man sich selbst beim Durchkrabbeln ins Gesicht schaut. In einem kleinen „Klassenraum“ kann man einen Brief schreiben oder malen und Kindern in anderen Ländern berichten, wie das Leben in Deutschland ist. Das Wolkenzimmer lädt zum Träumen ein. In einem Zimmer mit Kuppeldach sind Stoffe in Formen von Tischdecken, Halstüchern, Hosen, Röcken und anderen Kleidungsstücken aus aller Welt zu Schlangen aufgerollt und bekleiden die Wände. Die Themen Zuwanderung, Heimat und interkulturelles Zusammenleben sind elementarpädagogisch aufgearbeitet. So werden die Kinder auf die eigene Herkunft und die anderer Kinder sensibilisiert. Unsere drei Jungs waren über zwei Stunden tief ins Spiel vertieft und haben ehrlich gesagt nicht viel mehr vom Museum gesehen. Ich habe mich in der Zeit aber einmal ein bisschen mehr umgeschaut.

Nijambo – Energie für die Zukunft

Hierbei handelt es sich um die zweite Dauerausstellung des Museums, diese ist für Kinder von sieben bis 12 Jahren gedacht. Sie möchte zwei Dinge deutlich machen: Zum einen wie unser Alltag bzw. nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenkende Produkte mit dem Leben anderer Menschen auf der Welt verbunden sind. Warum tragen wir zum Beispiel T-Shirts, die zunächst um die halbe Welt geflogen werden müssen, bevor wir sie im Geschäft kaufen können? Was hat ein Mädchen in Südafrika, die Jahr für Jahr einen längeren Weg zum Brunnen zurücklegen muss, mit den Orangen im Supermarkt zu tun? Warum muss ein Junge aus Brasilien wegen der bei uns heißbegehrten Hamburger umziehen?

Zum anderen werden in der Ausstellung aber auch Vorschläge für nachhaltiges Handeln gegeben. Wie können wir in kleinen Schritten zum Erhalt einer lebenswerten Welt beitragen? So werden die Kinder zum Beispiel dafür sensibilisiert Wasser zu sparen.

Am Eingang empfängt die Besucher ein riesiger Globus. An diesem hängen einige Kopfhörer. Setzt man sich einen auf, hört man eine Geschichte vom Glück, so zum Beispiel über den Goldrausch.

Mondo mio Kindermuseum: meine Welt

Das alles ist pädagogisch wertvoll und kindgerecht aufgearbeitet. Man lernt insgesamt sechs Kinder aus den verschiedensten Ländern der Welt kennen. Die Besucher erfahren etwas über ihre Wohnformen, ihre Familien, die Arbeit und die Schule. So habe ich zum Beispiel Kofi aus Ghana kennengelernt, der mit seiner Familie auf einer Kakaoplantage lebt. Er berichtet stolz davon, dass er jetzt zur Schule gehen kann, weil seine Eltern sich mit vielen anderen Kakaobauern zusammengetan haben und gemeinsam Handelspartner gefunden haben, die ihnen faire Preise zahlen. Trotzdem muss er vor und nach der Schule mit anpacken. Im „Konsum“, das ist ein kleiner fair-trade -Laden im Museum kann man fair gehandelte Schokolade kaufen.

Wenn man Lust hat, kann man sich am Eingang einen kleinen nijambo Reiseführer mitnehmen. Das ist ein Heftchen, dass die Kinder durch die Ausstellung führt und mit kleinen Aufgaben überprüft, was sie gelernt haben.

Unser Fazit

Leider, leider, haben wir heute nur die Hälfte vom Kindermuseum gesehen. Es war aber garantiert nicht das letzte Mal, dass wir hier waren. An jeder Ecke werden die Kinder eingeladen anzufassen, zu fühlen, zu schmecken, auszuprobieren, zu entdecken, zu lernen, es gibt Mitmachstände und etwas für die Ohren. So muss ein Museum für Kinder sein, so macht es Spaß. Da finde ich es auch nicht schlimm, dass das ein oder andere Aussstellungsstück schon etwas abgegriffen ist – es sind eben Gebrauchsgegenstände. Was ich persönlich allerdings vermisst habe, ist eine bessere Einführung in das Museum und vielleicht auch einen Übersichtsplan.

Alles in allem aber ist diese Einrichtung eine ganz hervorragende Idee für Familien und um das interkulturelle Verständnis von Kindern zu fördern. Was sagt der Krümel? „Können wir hier noch mal hin?“ Das sagt doch alles, oder? Also, das nächste verregnete Wochenende kommt bestimmt, dann macht euch doch gerne auf den Weg nach Dortmund. Es lohnt sich. Wir sind jedenfalls gespannt darauf, was wir bei unserem nächsten Besuch entdecken werden.

Wissenswertes für den ersten Besuch

Das Museum liegt in der Florianhalle im Westfalenpark in Dortmund. Für den Zutritt zum Park muss man 3,50 € pro Person zahlen. Kinder bis sechs Jahre sind frei. Zudem gibt es verschiedene preisgünstige Familienkarten. Das Museum ist ein kostenloses Angebot für Familien und Parkbesucher.

Die nächstgelegenen Parkeingänge zum Museum sind „Ruhrallee“ und „Florianstraße“. Für Jacken, Rucksäcke etc. gibt es ausreichend viele Spinde im Museum, für die es gegen Pfand einen Schlüssel gibt. Es gibt außer Getränken, die an der Kasse käuflich erworben werden können, keine Möglichkeit etwas zum Verzehr zu kaufen. Selbstmitgebrachte Verpflegung darf ausschließlich auf den roten Stufen nahe des Eingangs verzehrt werden. Ansonsten gibt es gleich neben dem Museum und auch an weiteren Stellen im Park gastronomische Angebote.

Rennen, Toben und Versteckspiel sind im Museum untersagt.

Alles, was nicht hinter Glas steht, darf angefasst und ausprobiert werden. Und das ist eine Menge!


Kruemel

Kommentare

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  • Von dem Museum habe ich schon viel Gutes gehört. Leider haben wir mit unseren Jungs den Zeitpunkt für einen Besuch so ein bisschen verpasst. Wir waren aber letztens im Aha-Erlebnismuseum in Wolfenbüttel, das – glaube ich – im Prinzip ähnlich ist, und da war auch der 14-Jährige noch mit Feuereifer dabei. Und zum Glück wächst bei uns ja noch ein Alibi-Kind für solche Kindermuseen nach… 😉

  • Hallöchen,
    toll, dass das Angebot bereits für Kinder ab 3 Jahren geeignet ist. Wenn wir mal in der Gegend sind, wären wir dafür also auch im Rennen 😉 Meine Tochter ist zwar noch ein wenig jünger, aber man wächst ja mit seinen Herausforderungen.

    Tolle Eindrücke habt ihr festgehalten und aufgeschrieben.

    Liebe Grüße
    Isabel

    • Liebe Isabel, vielen Dank für deinen Kommentar. Ich glaube auch, dass es überhaupt kein Problem sein wird, wenn ihr mit eurer jüngeren Tochter ins Museum geht. Es ist wirklich für jeden und alle etwas dabei.

  • Das klingt spannend das Museum! Das merke ich mir auf jeden Fall. Solche Kindermuseen lieben unsere hier auch.

    LG von da wo in Deutschland die Sonne zuerst aufgeht
    Ina

  • Meine beiden kleinen Damen (7 und 11) lieben auch Museen in welchen man viel anfassen und erleben kann wie andere Kinder aufwachsen. Sie finden es immer total spannend, wenn sie merken, dass das eigene Handeln auch andere beeinflusst.
    Wie merken uns das für den nächsten Besuch in der Gegend.
    LG Thore