Krümel's grosse Reise

Wir sind zurück


Eine doppeldeutige Überschrift. Wir sind heute seit genau zwei Wochen wieder zurück in Deutschland, in der Heimat und Zuhause. Und wir sind wieder zurück als Familien-und Reiseblog kruemelsgrossereise.de, nun wieder erreichbar unter der altbekannten Adresse und zwar in neuem Design. Wir haben die Plattform/den Anbieter gewechselt und ein bisschen umstrukturiert.
Aber ihr seid sicher gespannt darauf zu hören, wie es uns zurück daheim ergeht, nicht wahr? Wie ist es nach so einer langen Reise wieder nach Hause zu kommen mit einem prallgefüllten Koffer voller schöner Erinnerungen?

Antwort 1:

Es ist so schrecklich kalt, wir frieren richtig. In Singapur waren es weit über 30 Grad, hier sind es morgens 3 Grad! Nachdem wir monatelang nur in kurzen Hosen und T-Shirts herumgelaufen sind, freuen sich nun Unterhemden, Jeans und dicke Pullis über ihren Einsatz.

Antwort 2:

So ungern wie wir sonst nach einem zweiwöchigen Urlaub schon wieder zurück nach Hause kommen, so haben wir uns doch dieses Mal – als das Ende der Reise näher rückte – auf unser Zuhause, unsere Familie und Freunde und auf all das, was uns erwartet und erledigt werden will – bis auf die Arbeit versteht sich – gefreut. Was jedoch nicht heißt, dass wir jetzt nach zwei Wochen nicht schon wieder bereit wären für die nächste Reise 🙂

Was haben wir gemacht?

In weiser Voraussicht haben wir geplant, dass wir noch eine Woche frei haben, bevor es für uns wieder an die Schüppe geht, wie man hier im Ruhrgebiet sagt. So konnten wir die Tage nutzen, um zum einen langsam wieder in den Alltag hineinzufinden und zum anderen notwendige Erledigungen zu machen. Das sah dann in etwa so aus:

  • Familie und Freunde wiedergesehen
  • mein Auto wieder angemeldet
  • uns um die Nachmittagsbetreuung ab dem kommenden Schuljahr für den Krümel gekümmert
  • die Familienversicherung gekündigt und mich wieder selber krankenversichert
  • neue Schuhe und Hosen für den Krümel gekauft ( er war aus seinen rausgewachsen)
  • Augenarzttermin wahrgenommen und dem Krümel neue Brillen ausgesucht (seine fing während der Reise an auseinanderzufallen)
  • die Vorratskammer wieder aufgefüllt
  • einen Berg Post durchgearbeitet
  • den 6. Geburtstag vom Krümel gefeiert
  • Frühstücken im Lieblingscafe
  • Stadtbummel
  • sämtliche Gerichte, auf die wir so lange verzichtet haben, gekocht
  • der Krümel hat einen ganzen Tag mit seinem besten Freund verbracht bevor er wieder den Kindergarten besucht hat

Stimmlos

Keine ganze Woche hat es gedauert, da hat es mich bereits erwischt. Nach vier Monaten völliger Gesundheit kriege ich eine Erkältung, dem Temperaturumschwung sei dank. Das ging soweit, dass ich an meinem ersten Arbeitstag kaum noch eine Stimme hatte und am nächsten Tag vom Arzt für den Rest der Woche krankgeschrieben wurde. Was ein Einstieg!

Die schlechte Nachricht ist …

Egal wie lange man auch verreist, der Alltag hat einen jedes Mal schneller wieder in seinen Fängen als einem lieb ist. Das ist auch nach vier Monaten so. Allerdings bin ich dieses Mal tatsächlich die ersten drei Tage herumgelaufen wie Falschgeld. Es ging mir alles zu schnell, herauskatapultiert aus unserer schönen, warmen Reisewelt hinaus in die kalte“Realität“. Es war mir alles zu viel und eben doch so vertraut ( irgendwie beeindruckend wie automatisiert das Gehirn Handbewegungen etc. auch nach Monaten des Nichtbrauchens abruft, z.B. beim Autofahren, Waschmaschine programmieren etc. ). Den Weg zur Arbeit habe ich noch gefunden, dort angekommen, fühlte sich alles vertraut an und doch bin ich gedanklich noch so weit weg. Der Krümel hingegen war, nachdem wir freitags gelandet sind direkt dienstags wieder im Kindergarten. Für ihn war die Hauptsache sein Kinderzimmer mit all seinen Autos und seine Freunde im Kindergarten wiederzusehen und alles war beim Alten.

Wie war es?

Diese Frage wird uns immer als erstes und gefühlt andauernd gestellt. Ich hatte ehrlich gesagt gehofft, dass sie uns aufgrund des Reiseblogs insgesamt nicht so oft ereilen würde. Aber das ist Fehlanzeige. Was sollen wir auf diese Frage antworten. Gut, toll, schön – reicht wohl nicht. Mit einem Wort, mit einem Satz, ja sogar mit einer ganzen DIN A 4 Seite ist es nicht getan, überhaupt kann man es ganz schlecht in Worte fassen, wie diese Zeit für uns war. Und doch will ich es einmal versuchen: diese Reise war für uns unfassbar wertvoll, unglaublich, erlebnisreich, beeindruckend, lehrreich, gewinnbringend, aufregend, manchmal anstrengend, meistens aber entspannend. Es war einfach eine geile Zeit, um nicht zu sagen, die beste Familienzeit, die wir bisher hatten. Einfach nur sein, in den Tag hineinleben und schauen, was er einem bringen mag, einfach nur zu machen, wozu man Lust verspürt…Zeit zu haben für die Menschen, die einem am wichtigsten sind und Zeit zu haben für Dinge, die einem wichtig sind und Spaß machen. Unverplante und unbeschwerte Zeit, das war es, was wir vier Monate hatten. Es war einfach eine wunderbare, kostbare und schöne Zeit an die wir jetzt schon gerne zurückdenken und in Zukunft sicherlich noch oft von träumen werden. Wir können es nur jedem immer wieder empfehlen: wenn ihr gerne reist und das Geld habt, dann nehmt euch die Zeit und macht es uns nach, zieht los! Besser heute als morgen!

Was war euer Highlight?

Die zweite Frage, die uns gestellt wird. Wir haben die ganze Reise geliebt, den einen Ort mehr, den anderen weniger. Auf keine einzige der gemachten Erfahrungen wollen wir verzichten. Es ist ziemlich schwierig den einen Gewinner heraus zu stellen. Jedes Land für sich war toll und einzigartig. Unser neuer Liebling ist aber ganz klar der Norden Thailands.

Was nehmen wir mit?

Wenn man so lange reist, wie wir es getan haben, dann verliert man nach einiger Zeit gewissermaßen den Realitätsbezug zu dem, was im Alltag tatsächlich machbar ist. Man gerät ins Träumen, schmiedet Pläne für die Zukunft, was man noch alles machen und erreichen will. Ist man dann zurück, muss man höllisch diszipliniert sein und gut schauen, dass man all die Ziele nicht im Alltagsstress aus den Augen verliert. Daher ist der erste Vorsatz: Lass dich nicht stressen! Nimm die Ruhe und Gelassenheit der Reise mit hinüber in den Alltag. Das nehmen wir also mit:

  • wenn wir essen, essen wir/wenn wir eine Gute-Nacht-Geschichte lesen, lesen wir…
  • wenn wir spielen, spielen wir (Krümel-Eltern denken nicht insgeheim schon daran, was sie noch alles auf ihrer To-do-Liste stehen haben!)
  • Zeit zum Nichts-tun einräumen (z.B. in der warmen Badewanne)
  • Sauberkeit nicht so einen hohen Stellenwert geben ( was machen schon ein paar Staubmäuse auf dem Laminat oder Wasserflecken auf den Amaturen?)
  • sich das Leben nicht unnötig schwer machen (es reicht auch ein einfacher Rührkuchen zum Kindergeburtstag, es muss nicht die Torte sein, die mich fünf Stunden kostet)
  • in der Freizeit nicht auf die Uhr kucken
  • ganz bei uns selber und dem, was wir gerade machen, sein
  • sich nicht so schnell stressen lassen
  • so wenig Auto fahren wie möglich (es tat so gut, sich nicht mit roten Ampeln, Stau etc. herumärgern zu müssen)
  • den Koffer voller Inspirationen, Motivation und Ideen, die wir auf der Reise gewonnen haben auspacken, nicht auf den Dachboden stellen und verstauben lassen (packen wir es an!)
  • berufliche Veränderungswünsche sofort angehen
  • das Wichtigste aber ist:

Sich Zeit für Familie und Freunde nehmen, gemeinsam verbrachte Zeit mit unseren Liebsten ist das Wertvollste was wir haben und sie kommt niemals zurück!


Kruemel

Kommentare

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  • Ich finde diesen Beitrag total klasse!
    Warum?
    Weil man sonst immer hört (und liest), wie toll die Reise war – wie fantastisch die exotischen Ziele – wie überwältigend all‘ die neuen Eindrücke …
    Aber das weiß man als Vielreisender ja eigentlich selbst – auch wenn man selbst vielleicht nur wochenweise unterwegs ist und nicht über einen längeren Zeitraum.
    Was man eben nicht genau weiß oder einschätzen kann, ist, wie sich Heimkommen nach so einer langen Zeit anfühlt, gerade mit Kind.
    Ich habe mich durch viele Aussagen mit Vergnügen gelesen – und bin über einige ins Nachdenken geraten: Wie würde das wohl bei UNS aussehen?
    Vielen Dank für diesen Blick hinter die Kulissen!
    Ines-Bianca von den Entdeckern

  • Wie schnell doch alles ging, wie schnell.
    Da habe ich den Kollegen Kuhn doch gerade eben noch auf dem Parkplatz verabschiedet und jetzt ist er schon wieder da. Nach einem halben Jahr. Es zeigt mal wieder, wie sehr wir Daheimgebliebenen doch im Alltag verhaftet sind und wie schnell für uns die Zeit vergangen ist. Die vielen gleichen Tage daheim sind fast wie ein langer Tag.
    Um so schöner war es dann, euch zu begleiten und ein wenig auszubrechen und an die Orte zu träumen, die ihr alle besucht habt.
    Danke dass wir dabei sein konnten.
    LG Rainer

    • Lieber Rainer,
      da hast du allerdings recht, das haben jetzt schon mehrere zu mir gesagt: Wie, du bist schon wieder da? Ich habe das Gefühl es wäre erst gestern gewesen, dass ihr aufgebrochen seid. Ja, zu Hause läuft der ganz normale Alltag weiter und da rennt die Zeit meist schneller als es einem lieb ist. Wir sind sehr glücklich die Entscheidung getroffen zu haben dem Alltag für ein paar Monate zu entfliehen und freuen uns, dass ihr uns dabei begleitet habt und wir euch zum Träumen bringen konnten. Fröhliches Fernweh!