Krümel's grosse Reise

Auckland: Mit Kind in Neuseelands Metropole

Takapuna Beach Holiday Park

Den letzten Tag mit unserem Wohnmobilschätzchen verbringen wir auf dem Takapuna Beach Holiday Park, der gehört quasi zum Speckgürtel von Auckland. Er zeichnet sich nicht durch Schönheit aus – die Stellplätze sind dicht beeinander – aber durch seine Lage. Direkt am Meer, Lokalitäten, ein Supermarkt und ein Spielplatz sind fußläufig erreichbar. Außerdem gibt es Wasser und Strom. Alles in allem bestens geeignet als erster oder letzter Campingplatz auf der Wohnmobilreise.
So ein letzter Tag ist immer bestimmt durch Sachen zusammenpacken, zu verschenken, was nicht mehr benötigt wird und natürlich sauber machen. So ganz definiert ist nirgendwo, wie sauber man genau so ein Fahrzeug zu übergeben hat. Beim ersten Mal haben wir es wahrscheinlich viel zu gründlich gemacht, zumal die Verleihfirma selbst das Vehicel vor jeder Weitervermietung gründlich reinigt. In den Augen meines Mannes mache ich es immer noch zu gründlich, aber egal, ich kann eben nicht wirklich anders. Da wir wussten, dass es auf diesem Platz wieder eine Grillmöglichkeit gibt und das Lammwürstchen in der Schafwelt gestern einfach so unglaublich lecker war, hatten wir dem Koch gestern kurzerhand einfach fünf von seinen Eigenkreationen abgekauft. Und die genießen wir am Abend. Davor und danach wird vom Krümel, nein, eigentlich von uns dreien, die tolle Takapuna Beach play area erkundet. Wir hüpfen auf dem Trampolin, rutschen, fahren mit dem High-Speed-Karusell und schaukeln, bis es dämmert.

German master baker

Bevor wir das Wohnmobil am nächsten Mittag abgeben, fahren wir noch bei einem deutschen Bäckermeister vorbei – eine Empfehlung vom Koch im Shepworld Cafe. Diehl´s Bakery – Die Bäckerei ist der Himmel auf Erden für uns. Wir wissen gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollen und erst recht nicht, was wir nehmen wollen. Croissants, Brezel, zahlreiche Brötchensorten, Obstplunder, etliche, herrlich aussehende Brotlaibe und und und. Wir entscheiden uns letzendlich für einen Streifen Mohnstriezel, eine Müslistange und ein halbes Schwarzbrot. Der Krümel bekommt einen Brezel von der Bäckersfrau geschenkt. Sie freuen sich sehr uns eine große Freude mit ihren Produkten zu machen. Wir unterhalten uns noch eine Weile. Dann setzt der Krümel-Papa uns samt Gepäck in unserer Unterkunft ab und bringt das Wohnmobil zurück zum Verleiher.

City Lodge Auckland


City Lodge- es handelt sich um ein Hostel, direkt angrenzend an das YMCA,  in relativ zentraler Lage von Auckland. Wir haben ein Zimmer mit einem Einzel- und einem Doppelstockbett. Dazu gehört ein eigenes Bad. Im Keller gibt es eine große Gemeinschaftsküche und eine Lounge. Jedes Zimmer hat einen kleinen Kühlschrank. Das Personal ist freundlich und hilfsbereit. Wir sind ganz zufrieden.

Erste Stadterkundung


Auckland – das ist für uns wie der Eintritt in eine andere Welt. Zum einen ist unser wochenlanges Camperleben hier zu Ende.  Wir brauchen ab jetzt nicht mehr jeden Abend unser Bett auf und jeden Morgen wieder abbauen und nicht alles, was wir benutzen, sofort wieder wegräumen. Zum anderen sind wir nach Wochen, die wir überwiegend in Ruhe und in der Natur verbracht haben in einer Metropole angekommen. Auckland ist die größte Stadt Neuseelands, eine Millionenstadt. So viele Menschen um uns herum und so viele Geschäfte auf einmal haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Auckland an sich ist nichts Besonderes finden wir. Wir kommen am Skytower vorbei und da werde ich plötzlich angesprochen und zwar von niemand anderem als von Franziska aus der Schweiz. Für morgen sind wir verabredet, haben seit Wochen ungewollt eine Art Katz und Mausspiel getrieben und nun laufen wir uns einfach so und dazu noch mitten in Auckland über den Weg. So ist das manchmal im Leben. Wir unterhalten uns kurz, dann ist die von ihnen bestellte Pizza fertig und wir verabschieden uns fürs Erste. Wir shoppen noch ein bisschen in Outdoor- und Souvenirläden und essen dann auch eine Pizza. Pizza ist etwas, was sie im Gegensatz zu Brot, wirklich gut können die Neuseeländer. „Meet lovers“ und „chicken sweet chilly“ sind zum Beispiel zwei unserer Favoriten.

Skytower Auckland

Schweizer und Deutsche vereint

Wie gesagt, wir haben lange Katz und Maus gespielt und uns trotz ähnlicher Route während unserer Wohnmobilreise nicht einmal abgepasst. An ihrem letzten Tag hier klappt es dann endlich. Wir treffen uns im Mayrs Park mit Franzi, René, Raphael und Julian aus der Schweiz. In der kleinen Grünanlage gibt es einen Spielplatz, der zum Motto Flora und Vögel gebaut worden zu sein scheint. Große bunte, künstliche Blumen ragen in den Himmel und Vögel, auf denen man sitzen kann, stehen herum, neben anderen spielplatztypischen Geräten.  Die Kinder verstehen sich auf Anhieb prächtig und tollen die nächste Stunde herum. Wir Erwachsenen ziehen uns in den Schatten zurück und  haben auch sofort jede Menge Gesprächsstoff. Später gehen wir noch Fish & Chips zusammen essen, bevor sich unsere Wege trennen.  Es ist ein toller Vormittag gewesen, wie schade, dass wir uns nicht schon früher begegnet sind, aber es war garantiert nicht das letzte Mal.
Wir sind, obwohl wir kaum etwas getan haben, ganz schön platt und ziehen uns erst einmal in unsere Unterkunft zurück. Später gehen wir noch einmal raus, hinunter in den Hafen ein Eis essen und Brot und Salat fürs Abendbrot besorgen. Habe ich schon einmal erwähnt, dass es hier in Neuseeland ganz vorzügliche Eiscreme gibt? Sehr innovative Sorten, mega Geschmackserlebnisse und leider auch mega gesalzene Preise. Die Preispolitik ist etwas merkwürdig, so kosten zwei single scoops (einzelne Kugeln) wesentlich mehr als ein double scoop. Dafür gibt es extra Kinderkugeln zu geringerem Preis, die meistens aber von der Größe her nicht zu unterscheiden sind von den anderen. Was wir machen, ist klar, oder? Ein kiddy scoop für den Krümel und ein double scoop für uns Erwachsene zusammen. Das muss reichen. So spart man nicht nur Geld, sondern auch  Hüftgold. Und man genießt das Eis viel mehr, glaubt mir!

Wir sehen übrigens schon wieder ein großes Kreuzfahrtschiff vor Anker liegen, diesmal ist es die Queen Elizabeth.

Mayrs Park Auckland

Auckland Zoo oder die Kiwi-Sichtung


Wir haben da noch etwas zu erledigen. Und zwar haben wir noch keinen Kiwi, gemeint ist der neuseeländische, flugunfähige Vogel, gesehen, solange wir in Neuseeland sind und das wollen wir heute nachholen. Außerdem ist so ein Zoobesuch doch immer ein schöner Ausflug für die ganze Familie. Wir fahren mit dem Bus, Linie 18, etwa eine halbe Stunde hin. Der Zoo ist nach Kontinenten unterteilt, wobei es auch einen großen Bereich mit einheimischen Tieren gibt. Neben afrikanischen Giraffen, indischen Elefanten und südamerikanischen Affen faszinieren uns die Galapagos Schildkröten ganz besonders. Wahnsinn in welchem Schneckentempo die riesigen Panzertiere alles erledigen – aber sie haben auch mehr Zeit als wir.  Galapagos Schildkröten werden an die 200 Jahre alt.
Und dann gehen wir ins Kiwi- Nachthaus, hier ist alles abgedunkelt und die Besucher werden aufgefordert sich ruhig zu verhalten,  denn Kiwis sind nachtaktive und scheue Tiere. Und dann sehen wir einen. Das heißt, zunächst sehen wir nur einen rundlichen Bauch mit Federkleid drumherum und zwei dünnen  Beinen dran. Der Vogel steht mit dem Rücken zu uns. Sein Kopf bzw. vielmehr sein Schnabel steckt tief in der Erde. Er ist mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt. Irgendwann besitzt er die Freundlichkeit und dreht sich um. Jetzt sehen wir zum ersten Mal einen Kiwi in voller Größe. Es wäre gelogen den Vogel als schön zu bezeichnen, wobei das sicherlich auch Ansichtssache ist. Ich würde ihn eher als komischen Vogel bezeichnen, irgendwie sieht er ulkig aus: ein riesiger und runder Körper mit einem im Verhältnis recht winzigen Kopf und einem ziemlich langen, spitzen Schnabel. Dazu kommt, dass die vogeltypischen Flügel einfach fehlen.  Eine Scheibe weiter sehen wir noch zwei und später noch einen vierten. Sie scheinen aufgeregt hin und her zu laufen, picken schnell in der Erde herum und verschwinden in einer dunklen Ecke.
Der Zoo ist wirklich schön und mit viel Liebe zum Detail angelegt. Es gibt mehrere Restaurants/Cafes und Picknickmöglichkeiten. Außerdem sind über den ganzen Park Wasserspender verteilt. Zwei kleine Spielplätze und ein Kids Center laden die Kleinen zum Toben ein.
Wir halten uns mit zwei Pausen über vier Stunden im Zoo auf. Im hervorragend sortierten Zooshop erstehen wir noch ein „Kiwi Crossing“ T-Shirt für den Krümel, ein schönes Andenken an diesen schönen Tag.

One tree hill statt Skytower

Wir machen einen Ausflug zum Cornwall Park, genauer gesagt zum One Tree Hill. Es handelt sich dabei um die Bergspitze eines 183 Meter hohen Vulkans. In Auckland gibt es 49 Vulkane, die in den letzten 150.000 Jahren ausgebrochen sind, sie gehören zum sogenannten Auckland Volcanic Field.  Früher hat hier oben ein einzelner Baum gestanden, mittlerweile steht ein Obelisk an seiner Stelle. Dieser Ort ist für die Maori und andere Neuseeländer eine wichtige Gedenkstätte und generell ein guter Aussichtspunkt mit Blick über die ganze Stadt. Und genau aus diesem Grund laufen wir heute auch dort hoch. Es dauert nicht lange, ungefähr 20 Minuten. Es ist Samstag und einiges los um uns herum. Oben angekommen genießen wir erst einmal den Ausblick. Wir sehen den Skytower in der Ferne, das Wahrzeichen von Auckland. Eine Fahrt mit dem Glasbodenaufzug zu den Aussichtsplattformen hinauf kostet pro Person 30 NZ$ . Gut, er ist mit 328 Metern der höchste Fernsehturm der südlichen Hemisphere und sicherlich ist es gerade abends oder bei Nacht nicht unspektakulär und dann noch verbunden mit einem feinen Abendessen in dem 360-Grad-Lokal  … aber wir haben uns dagegen entschieden und hatten so gleich auch noch etwas Bewegung, bevor wir morgen wieder fast neun Stunden in der Sardinenbüchse in der Luft sitzen. Wieder unten laufen wir noch etwas durch den Cornwall Park, ein schöner Park mit großem, alten Baumbestand. Einige Schafe grasen hier frei, es ist ein Slalomlauf durch ihre Hinterlassenschaften, wenn man über die Wiese läuft. Beim Kinderspielplatz bleiben wir hängen. Auch hier ist eine Menge los. Auf der nahe gelegenen Wiese sind Pavillons aufgebaut, es werden Kindergeburtstage und andere Feste im Freien gefeiert. Auf dem Playground gibt es eine Seilbahn mit viel Power, die der Krümel sofort testet. Die kleine Eisenbahn, die es dort eigentlich gibt, ist zurzeit leider außer Betrieb.

Unsere Zeit in Neuseeland geht zu Ende. Morgen fliegen wir nach Indonesien/ Bali weiter. Da wir so viel Zeit in Neuseeland verbracht haben, ist es diesmal nicht mit einem kurzen Fazit hier am Ende dieses Artikels getan. Demnächst werdet ihr einen eigenen Bericht dazu finden, wie wir über Neuseeland denken.

Kruemel

Kommentare

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  • Vielen lieben Dank für diese tollen Einblick in eure Reise. Wir sind während unserer Neuseeland-Reise in Auckland gestartet. Wir waren von der ersten Stadt nach der langen Zeit im Camper auch total geflasht (in unserem Fall war es allerdings Melbourne). Da kann ich deine Worte sehr gut nachvollziehen. Uns ist gar nicht aufgefallen, dass Auckland so kinderfreundlich ist und euer letzter Campingplatz sieht wirklich nett aus. Vielen Dank für die tollen Tipps.

    Viele Grüße,
    Tanja

  • Städte von einem Hügel/Burg/Festung aus zu betrachten, das finden wir auch toll. Edinburgh, Bergen, Oslo, Rom, Florenz, Erfurt fallen mir da grad so spontan ein… Heidelberg und Würzburg auch noch.

    Zum Thema Brot: Wenn ihr wieder in der Heimat seid, die Bäckerei Kriemhild-Mühle aus Xanten backt super leckeres Brot. Die haben auch auf verschiedenen Wochenmärkten einen Stand.