Krümel's grosse Reise

Regen und noch einmal Regen im Northland

Maitai Bay Campground

Wir sind ganz im Norden der Nordinsel angekommen, an der Karikari Peninsula und campieren auf dem oben genannten Platz. Ein Maitai Cocktail wird uns hier nicht serviert, aber es ist erneut eine sehr schöne und große DOC Campsite, abgeschieden in der Natur und mit Strandzugang oder beach access, wie man es hier nennt. In der wunderschönen Bucht sitzen wir abends noch lange, hören dem Meeresrauschen zu und lesen. Die Gute-Nacht-Geschichte gibt es heute dann mal draußen. Aktuell lesen wir „Bibi Blocksberg und die neue Schule“.
Unser Plan ist von hieraus zum Cape Reinga zum Leuchtturm zu fahren und die Nacht dann auf dem DOC Tapotupotu Bay Campground zu verbringen.

Krümelpapa am Karikari Beach

Cape Reinga und Lighthouse

Der nächste Morgen begrüßt uns mit diesigem Wetter. Keine gute Voraussetzung für unser Vorhaben, aber vielleicht haben wir Glück und es klart auf. Einer Sage der Maori (Eingeborene) nach sollen am Cape Reinga, wo ein weißer Leuchtturm steht, die Seelen der Verstorbenen ihre Reise in die spirituelle Welt antreten. Außerdem  fließen an dieser Stelle Tasmansee und Pazifik ineinander.
Wir sehen an diesem Tag allerdings gar nichts. Denn als wir ankommen regnet es noch stärker und nebelig ist es dazu. Och nö! Im Grunde ist es aber gut, die Wiesen ringsherum sind viel zu trocken, es herrscht akute Waldbrandgefahr und überall ausgesprochenes Feuerverbot.
Wir laufen den knapp einen Kilometer zu dem Lighthouse und fahren dann schnurstraks zum Wagener Holiday Park. Bei Weitem nicht so schön, wie der von uns favorisierte, aber es gibt Strom und den braucht die altersschwache Batterie des Wohnmobils, wenn wir tagsüber nicht genug gefahren sind hin und wieder mal.

Das Surfen in den Dünen, das hier in der Gegend das Highlight ist und uns auch sicherlich viel Spaß machen würde, müssen wir aufgrund des Wetters auch leider knicken.

Lighthouse am Cape Reinga

Mermaid Pools und Ninety Mile Beach

Mal ganz davon abgesehen, dass auch heute kein Badewetter ist, fahren wir trotzdem mal zum Rarawa Beach. Da soll es die Mermaid Pools, natürliche Felsenpools gefüllt mit Meerwasser,  geben. Da es, wie bereits erwähnt,  geregnet hat, sehen wir nicht sofort wie traumhaft weiß der Sand hier ist.  Unsere Füße wirbeln beim Laufen durch die Dünen den Sand auf und dann sehen wir es:  er ist wirklich schön (also noch schöner, als die anderen Strände eh schon waren). Die Pools sieht man nicht auf Anhieb, man müsste eine Viertelstunde hin laufen, allerdings ist gerade Flut und trockenen Fußes würden wir nicht hinkommen. 

Wir sind übrigens nicht alleine, kurz vor uns sind noch zwei Lkw-Busse mit Touristen darin angekommen. Diese Fahrzeuge fahren teilweise über die Strände, so auch über den Ninety Mile Beach. Die Touristen werden an markanten Orten ausgespuckt, können ein Foto machen und werden dann zum nächsten Spot gefahren. Naja, wem’s gefällt…
Ein paar Stunden später lese ich in den Medien, dass die Mermaid Pools für Besucher gesperrt wurden. Zu viele Touristen haben die Becken mit Toiletten und Müllkippen verwechselt.  Das ist wirklich unfassbar, unfassbar dumm und unfassbar traurig.
Dann fahren wir noch am bekannten Ninety Mile Beach vorbei, vom Highway aus führen mehrere Straßen dorthin.  Es ist ein unendlich langer Sandstrand (teilweise befahrbar), der tatsächlich aber eher 90 Kilometer als 90 Meilen lang ist und sich so an der Küste entlang windet. Für den Krümel ist er jedenfalls lang genug, hier kann er rennen ohne Ende.  Hinter den Dünen versteckt sich hier übrigens noch ein winziger und sehr einladend aussehender Campingplatz, der Utea Park – schade, dass wir gerade keinen brauchen.

Einschub: abseits der ausgetretenen Pfade

Ich bin ehrlich gesagt etwas enttäuscht von unseren beiden speziellen Reiseführern, die Plätze abseits der ausgetretenen Pfade auf Nord-und Südinsel versprechen. Wir haben schon einige Punkte „abgearbeitet“, es sind auch wirklich sehr schöne Orte dabei gewesen. Abseits sind allerdings die allerwenigsten noch. Das schöne, Lust auf Neuseeland machende und gut recherchierte Buch ist einfach ein paar Jahre zu spät herausgekommen. Zudem sind wir in der Hauptsaison unterwegs und die meisten Punkte sind sowohl im lonely planet als auch im englischsprachigen Familienreiseführer „where shall we take the kids?“ erwähnt, wenn natürlich auch nicht so ausführlich beschrieben. Im Endeffekt handelt es sich also leider nicht mehr wirklich um „Geheimtipps“. Das ist sehr schade, aber auch ein gutes Beispiel dafür, wie überlaufen Neuseeland ist. Das Wort „Overtourism“ trifft es genau. So mussten wir in der Höhle, deren Eingang vor ein paar Jahren noch nicht einmal markiert war an Engstellen Schlange stehen. Zum Rarawa Beach fahren Busse voller Touristen, wenn auch nicht um in den Felsenpools zu baden, hinten auf dem Gepäckträger haben sie Surfbretter, um die Dünen herunter zu rutschen.
Alles in allem haben uns die Bücher allerdings gut geholfen, um viele überteuerte Touristenattraktionen herum zu kommen und mehr von der wahren und natürlich gebliebenen Natur zu sehen.

Regen im Regenwald

Nach einer Nacht auf der einfachen, aber schönen Raetea Northside DOC Campsite starten wir am nächsten Morgen zu den Puketi und Omahuta Forests. Das sind die ältesten Regenwälder Neuseelands und sollen eindrücklich zeigen, wie es früher zu Zeiten der Dinosaurier in ganz Neuseeland ausgesehen haben muss.
Es regnet leider immer noch, doch es wird bestimmt noch besser, denken wir zuversichtlich. Die letzten Kilometer des Weges führen uns über eine Schotterstraße. An sich ist das nichts, wovor wir zurückschrecken.  Die gravel roads, die wir bisher hier erlebt haben, sind harmlos. Wir werden allerdings durch ein etwas von Gräsern verdecktes Schild am Straßenrand gestoppt. Die Straße, die nun einspurig werde,  sei  ungeeignet für Wohnmobile. Hm … und nun? Es gibt nur diese eine Straße … im Reiseführer ist sie angegeben. Wir entscheiden uns vorsichtig weiterzufahren.  Allerdings kommen  wir nicht sehr weit, denn da wird die Straße tatsächlich unpassierbar für uns, völlig ausgewaschen ist sie. Schade! Wir kehren also um. Auf dem Rückweg treffen wir auf einen jungen Cowboy auf seinem Motorrad. Er treibt gerade mit Hilfe von zwei Hunden eine Kuhherde auf die Weide. Der Kiwi meint, dass es in letzter Zeit zu viel geregnet habe als dass wir die Straße sicher passieren könnten. Vielleicht wurde das Schild erst vor kurzem aufgestellt?
Dann fahren wir eben direkt zur Puketi DOC Campsite, von dort aus soll es auch noch Wanderwege durch die Wälder geben. Wir finden einen schönen, abgelegenen und mit neuen Plumpstoiletten ausgestatteten Platz vor. Bevor wir einen Track gehen, machen wir Mittag. In der Zwischenzeit fängt es leider wieder stärker an zu regnen und laut Wetter-App soll das auch für den restlichen Tag so bleiben. Der Regen prasselt laut aufs Wohnmobildach und wir ändern erneut unsere Pläne.

Hier geht es zum Omahuta Forest…eigentlich

Regenwetter zieht Camper in die Bücherei

Wir haben keine Lust den Rest des Tages drinnen zu bleiben, klatschnass wollen wir aber auch nicht werden. Wir fahren also in den nächstgrößeren Ort nach Kaikohe. Hier gibt es eine public library und die stürmen wir jetzt. Es ist trocken, es gibt Strom, Internet und jede Menge Bücher.  Und es stellt sich schnell heraus, dass  wir  nicht die einzigen Camper sind, die so denken. Wir lernen einen jungen deutschen Mann kennen, der gerade mit seinem Studium fertig geworden ist und sich ein work&Travel Visum für Neuseeland besorgt hat. Er ist seit zwei Wochen hier. Er hat sich einen Campervan gekauft und ist nun mit zwei Frauen, die er auf dem Flug nach Neuseeland kennengelernt hat, unterwegs.  Wir verlieren uns schnell in „Camperthemen“ und tauschen Tipps aus. Seinen selfcontainend Van haben wir übrigens schon auf dem Parkplatz stehen sehen, er macht einen erstaunlich ordentlichen Eindruck. Ganz anders als so viele andere (wenn du mehr zu dem Thema „self contained in Neuseeland lesen möchtest, klick´ hier)
Ich blogge mal wieder etwas.
Wir schlafen auf dem Farmgelände von Elli und ihrem Mann.  Passenderweise haben sie die Campingmöglichkeit cowshed (Kuhstall) Campsite,  genannt. Die Camper können frei wählen, ob sie auf der grünen Wiese oder auf dem Schotter näher bei den sanitären Anlagen stehen möchten. Es gibt eine großzügige Launch, eine Küche, eine warme Dusche und Toiletten.

Wir merken übrigens in den letzten Tagen, und das hat nicht nur mit dem Wetter zu tun, dass wir langsam etwas Neuseeland-müde werden und es Zeit für einen Ortswechsel wird.

Tatütata die Feuerwehr ist da

Am nächsten Morgen – der Regen ist endlich weniger geworden – wollen wir aufbrechen Richtung Kauri Coast. An der Tankstelle erfahren wir allerdings, dass es auf dem Highway einen schweren Unfall gegeben hat und die Straße für die nächsten zwei Stunden gesperrt bleiben wird, wir sollten lieber noch etwas in der Stadt bleiben. Soweit, so gut. Zufällig gibt es in Kaikohe ein auf Spenden basierendes Feuerwehrmuseum, von dem ich zuvor schon Flyer gesehen hatte. Da gehen wir jetzt hin, natürlich zur großen Freude von unserem kleinen Feuerwehrfan. Und wir werden nicht enttäuscht. Brain, ein alter Mann und der Betreiber des Museums  begrüßt uns herzlich. Er ist pensionierter Feuerwehrmann und sammelt seit über 50 Jahren Feuerwehr-Modellautos. Es sind mittlerweile über 2000 Exemplare und die schauen wir uns an. Es gibt aber noch mehr zu sehen. So kommen wir an Feuerwehruniformen, – Abzeichen- und Helmen aus der ganzen Welt vorbei. Brain begleitet uns durch die ganze Ausstellung und erklärt uns freudestrahlend alles. Die Ausstellungshalle mit seinem wertvollen Inhalt ist sein ganzer Stolz, das hier ist sein Herzblut und er verbringt viele, viele Stunden hier. Zum Schluss zeigt er uns noch einen Oldtimer-Leiterwagen, der sogar noch fahren kann. Der Krümel darf probesitzen und bekommt, wie es sich gehört, auch gleich noch den passenden altertümlichen Helm dazu auf den Kopf gesetzt. Er ist sowieso völlig aus dem Häuschen und muss immer und immer wieder an den Vitrinen voll mit Autos vorbeilaufen. Am liebsten würde er sie alle mitnehmen. Zum Abschluss bekommt er von Brain noch zwei schöne Feuerwehrwagen-Poster geschenkt. Und Brian bekommt eine großzügige Spende in seine Spardose – sein Museum ist wirklich klasse.

Und ob wir dann doch noch einmal zur Kauri-Coast kommen bzw. was wir die letzten Tage als Wohnmobilisten erleben, das erfahrt ihr im nächsten Artikel.

Kruemel

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