Krümel's grosse Reise

Krabi – Ao Nang Beach und Umgebung

Die Fährfahrt von Koh Lanta nach Ao Nang/Krabi

Mit der Personenfähre geht es von Koh Lanta zurück in die Provinz Krabi, genauer gesagt nach Ao Nang Beach. Der Name des Schiffes, Ao Nang Princess, ist etwas irreführend. Prinzessinnenhaft ist es hier bei Weitem nicht. Ziemlich in die Jahre gekommen ist der Kahn. Dafür haben wir das Ticket inkl. zweimal Hotelshuttle recht günstig bekommen. Die Princess fährt mit 35 Stundenkilometer übers Wasser, dass es nur so spritzt. Wir sehen unscharf einige Eilande, leider regnet es wieder ziemlich heftig. Der Krümel und ich tragen vorsichtshalber wieder unsere Akupressurarmbänder, sicher ist sicher.

Das Schiff hat Kapazität für ca. 170 Passagiere. Das Gepäck liegt oben auf dem Deck unter einer Plane. Es gibt zwei Decks, nachdem es mir oben zu voll, zu stickig und zu eng wird, flüchten wir nach unten. Da ist es angenehmer. Hier gibt es statt einer 3/3 Bestuhlung 4 Sitze in jeder Reihe. Recht eng ist die Bestuhlung trotzdem, aber da hier kaum einer sitzt, können wir uns breit machen. Zwei Toiletten und einen Mini-Kiosk gibt es auch. Wir fahren zwei Stunden um die Mittagszeit herum. Obwohl wir vorher extra noch etwas im Hotel gegessen haben, hat der Krümel irgendwann Hunger. Vielleicht liegt es auch an dem Duft von frischgekochtem Reis, der in der Luft hängt. Der Reiskocher war mir vorher schon aufgefallen. Er geht also nach vorne und fragt, wieviel der Reis kostet (auf Englisch, das haben wir ihm vorher vorgesagt und er macht es wirklich gut). Es dauert etwas bis Krümel und Thailänder sich verstehen. Es kommt wohl heraus, dass die weißen Körner nicht verkäuflich sind, sondern das Mittagessen der Besatzung (Curry, Fischsuppe etc. hat jeder in einem Tütchen dabei). Und dann passiert, was relativ typisch für die Thais ist: sie geben dem Krümel kurzerhand einen Teller von ihrem Essen ab und wollen dafür nichts haben. So sitzt der Krümel also zufrieden mampfend zwischen uns, es gibt Reis, Bohnen und Tintenfisch. Irgendwann kommt seine Gönnerin erneut vorbei und bietet ihm auch noch Fischsuppe an. Die lehnen wir aber dankend ab. Mit recht sagt man, dass die Thailänder ein überaus freundliches und serviceorientiertes Volk sind. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen kann man tatsächlich vom Land des Lächelns sprechen. Und das ist sicherlich auch mit ein Grund, warum wir dieses Urlaubsziel so lieben.

Nach ca. 1,5 stündiger Fahrt machen wir Halt am Railey Beach, ein schnuckeliges Stück Festland, was aber nur vom Wasser aus erreichbar ist. Einige Backpacker steigen hier von der Princess in Longtailboote und lassen sich an Land bringen. Das sieht wunderschön aus hier und ich werde gerade etwas neidisch auf die jungen unabhängigen Leute, die alles, was sie brauchen in nur einem Rucksack bei sich tragen. Morgens noch nicht wissen, wo sie abends unterkommen werden bzw. nicht alles strategisch vorgebucht haben wie wir. Aber für uns als Familie ist das zumindest jetzt gerade keine Option, vielleicht später einmal, wenn der Krümel sein Gepäck selber schultern kann. Ich habe diese Art von Reisen  schon einmal auf dem Jakobsweg in Spanien kennengelernt und das war eine unvergessliche Erfahrung und ein ganz anderes, besonderes Reisegefühl. Ich beginne in Erinnerungen zu schwelgen…

Ich kann während der Fahrt sogar an diesem Text hier schreiben und mir wird kein bisschen schlecht. Und dabei schaukelt es ganz schön ordentlich. An dieser Stelle muss ich einfach mal Werbung für die Armbänder machen, seabands heißen sie und sind goldwert. Es handelt sich um Akupresurarmbänder, die man an einen bestimmten Punkt am Handgelenk anlegen muss. Sie verhindern jede Art von Reiseübelkeit. Es gibt sie in zwei verschiedenen Größen, sowie spezielle für Schwangere.

Unser Hotel

Der Transfer vom Hafen zu unserem Hotel wird mit einem großen Pick-up auf LKW- Basis gemacht. Das lässt das Herz des autobegeisterten Krümels höher schlagen: „Das muss ich direkt meinen Freunden erzählen, dass ich mit einem LKW gefahren bin!“

Das Alisea Boutique Hotel liegt in einer kleinen Seitenstraße, die von der tourismusorientierten Hauptstraße von Ao Nang Beach abzweigt. Es handelt sich um ein zwar etwas in die Jahre gekommenes, aber schönes Hotel mit sehr freundlichen Mitarbeitern. Wir werden mal wieder mit einem frisch gepressten Saft begrüßt. Gebucht haben wir ein großes, geräumiges Zimmer mit einem XXL-Familienbett.  Und im Bad gibt es eine herrliche Regendusche! Oben auf dem Dach befindet sich ein Überlaufpool. Würde das gegenüberliegende Hotel nicht im Weg stehen, könnte man von hieraus bis zum Meer sehen. Morgens gibt es ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. Das Hotel hat ein eigenes Restaurant, das Andamana Beach Club,  etwa eine Viertelstunde entfernt mit dazugehörigem privaten Strandabschnitt. Dorthin werden täglich mehrere kostenlose Shuttlefahrten angeboten.

Strandtag

Abends gehen wir in einem nahegelegenen thailändischen Restaurant (Kodam kitchen) essen und sind begeistert, ein überdurchschnittlich gutes Preis-Leistungsverhältnis, vorzügliches Essen und obendrein sind sie noch sehr kinderlieb. Wir reservieren gleich einen Tisch für den übernächsten Tag, da wollen wir uns hier mit einer Hamburger Familie treffen, die ich über einen Socialmedia-Kanal kennengelernt habe.


Den nächsten Tag verbringen wir am Privatstrand unseres Hotels. Ein sehr relaxter Nachmittag. Es gibt kostenlose Strandmatten und Handtücher. Überall in den schattenspendenden Bäumen hängen Hängematten und Schaukeln. Ganz nach unserem Geschmack. Und das allerbeste, außer uns sind nur noch eine handvoll andere Menschen da.  Auch hier liegen wieder haufenweise wunderschöne Schneckenhäuschen und Muscheln. Ach wie schade, dass wir sie nicht mitnehmen können.

Wir faulenzen auf den Strandmatten, lesen seitenweise aus Petronella Apfelmus – der lustigen kleinen Apfelhexe- vor, planschen im leider etwas trüben Wasser und lassen uns einfach die Sonne auf den Bauch scheinen. Abends essen wir eine Kleinigkeit an den Garküchen um die Ecke und kümmern uns um den weiteren Transfer nach Koh Tao.

Es folgen relaxte Tage am Pool. Der Krümel findet besonderen Spaß daran, das Wasser aus dem Überlaufpool über die Kante direkt auf die Straße zu befördern.  Der Krümel-Papa legt einen Tauchtag ein, ich wasche ein paar Klamotten mit der Hand (nachdem in der Wäscherei in Vietnam mein Lieblings-BH verschwunden ist, ist mir das erstmal lieber) und lasse im Spa meine Füße verwöhnen. Massage bzw. Spa-Salons findet man in Thailand an jeder Ecke, die Thailänder sind bekannt für ihre Druck-und Klopfmassagen. Für umgerechnet ca. 5 Euro kann man sich eine Stunde lang massieren lassen. Da mir die Ganzkörpermassage mittlerweile etwas zu heftig (sie erfolgt mit vollem Körpereinsatz des Massierenden, er hockt zwischendurch auch auf einem drauf) ist, genieße ich lieber Fußmassagen und/oder Pediküre. Wie herrlich und entspannend, sich einfach in dem gemütlichen Sessel zurücklehnen, die Augen schließen und sich von der sanften Musik im Hintergrund weit weg tragen zu lassen, während man sich von Fuß bis Kniescheibe um mich kümmert und mich mit angenehmen Berührungen verwöhnt. Das ist etwas, was ich in einem gewöhnlichen zweiwöchigen Urlaub durchaus öfters in Anspruch nehmen würde, es der Reisekasse zuliebe nun aber unterlasse.

Zwei Familien und ein Longtailboot

Wie bereits angedeutet, haben wir eine nette deutsche Familie kennengelernt. Steffi und Sven sind mit ihren 5-jährigen Zwillingen Katharina und Erik für sechs Wochen in Thailand unterwegs. Bei einem ersten gemeinsamen Abendessen haben sowohl wir Erwachsenen, als auch die Kinder sich prächtig verstanden. Wir beschließen also einige Tage später einen gemeinsamen Ausflug zu machen. Dazu chartern wir gemeinsam für einen ganzen Tag ein Longtailboot mit Fahrer. Das kostet insgesamt ca. 100 Euro. Früh am Morgen geht es los oder besser: sollte es losgehen. Der Fahrer des Shuttles zum Boot kommt mit Verspätung. Und dann fahren wir nicht zum nahegelegenen Hafen, sondern zunächst einmal ganz woanders hin. Und zwar kilometerweit in die verkehrte Richtung. Wir sitzen hinten auf der Ladefläche und haben keine Möglichkeit Kontakt zum Fahrer aufzunehmen. Irgendwann hält er an, springt aus dem Wagen, läuft weg und kommt fünf Minuten später mit einem Stapel Styropor-Boxen wieder. Essen war doch gar nicht mit drin im Paket, denken wir nur (später stellt sich auch heraus, dass es nicht für uns gedacht war). Wir fahren ein kleines Stückchen weiter, dann gibt es einen weiteren Halt am Straßenrand vor einem Hotel. Der Thailänder scheint auf irgendwen oder etwas zu warten. Es ist doch eigentlich ein Privatcharter, will er jetzt doch noch andere Leute einsammeln? Dann fängt er wild gestikulierend an zu telefonieren. Die german-Ungeduldigkeit kommt langsam zum Vorschein. Wir scharren mit den Hufen und drängen den Fahrer etwas verärgert und mit Fingerzeig auf die Uhr endlich weiterzufahren. Wir weisen ihn auf die Zeit hin, er entschuldigt sich und dann geht es endlich zum Bootsanleger.  Auch das ist typische Thailand.

Der Vorsprung, den wir vor dem regulären Beginn der Touri-Ausfahrten haben, ist nun auf eine halbe Stunde geschrumpft.  Als wir ankommen, warten zwei Thailänder, die unser Boot fahren werden, bereits auf uns.  Wir waten ein kurzes Stück durchs Wasser und klettern dann die nur eingehängte und rostige Leiter hoch in das Langschwanzboot (den Namen hat es seinem Motor zu verdanken).  Rettungswesten anlegen und los geht’s.

Unser Longtailboot

Heute ist der Himmel zum ersten Mal nicht so wolkenverhangen wie an den Tagen zuvor. Gut für die Sicht, aber das heißt auch, dass die Sonne ganz schön kräftig auf uns runter knallt. Zum Glück haben wir ein langes, schattenspendendes Dach und viel Platz auf dem Boot. Auf den Inseln hinterher werden wir die Sonne aber noch einmal ordentlich zu spüren bekommen. Mit ohrenbetäubendem Geknatter (die Kids halten sich teilweise die Ohren zu) fahren wir übers Meer.  Der Plan ist, dass wir vier verschiedene Inseln ansteuern und dort jeweils einige Zeit Verweildauer haben, zum Schwimmen, Schnorcheln und Sonnenbaden. Wir steuern zunächst Railey Beach – was eigentlich keine Insel ist – an, es folgen die sogenannte Chicken Island ( wurde wegen des hochhinausragenden Felsens, in dem man mit viel Fantasie einen Hühnerkopf sehen kann, so genannt), Tuk Island und Poda Island.  Wir sind natürlich nirgendwo die ersten und schon gar nicht die einzigen Touristen, aber je später es am Morgen ist, desto schlimmer wird es. Wir lernen wirklich hübsche Fleckchen Erde mitten im Wasser kennen, aber wie heißt es so schön: Der Tourist zerstört, was er liebt. Steffi und Sven haben vor rund zehn Jahren schon einmal diese Tour gemacht und wundern sich nur, wie brechend voll es plötzlich überall ist. Ok, wir pusten die Menschen um uns herum nun gedanklich einfach mal weg und stellen uns vor, wir wären ganz alleine und genießen diese unendlich schöne Natur.

Die Kinder stören sich an den anderen Touristen unterdessen eher weniger und rennen ins Wasser. Sie schwimmen und schnorcheln was das Zeug hält und haben einfach ihren Spaß. Und auch wir genießen das herrlich klare Wasser, das so schön türkis schimmert. An manchen Stellen schwimmen sogar kleine, gestreifte Fischschwärme mit uns oder um unsere Füße herum. An die Hühner-Insel konnte man nicht bis ans Land heranfahren, daher konnte, wer wollte, vom Boot aus ins Wasser springen und eine Runde schnorcheln. Und an dieser Stelle muss ich einfach mal erwähnen, wie stolz ich auf den Krümel bin. Er ist ja sonst auch eher eine kleine Mimose im Wasser, aber heute konnte er gar nicht genug kriegen und springt den anderen wie selbstverständlich hinterher ins Wasser. Während Krümel-Mama und Steffi lieber auf dem Boot bleiben, weil sie Sorge haben es hinterher die Leiter nicht mehr rauf zu schaffen 🙂

Später spielen die beiden Jungs noch richtig schön im Sand unter Bäumen (ja, wir haben Schatten gefunden!), und zwar suchen sie sich Äste aus der Umgebung und beginnen ein Tipi zu bauen. Am frühen Nachmittag fahren wir zurück nach Ao Nang. Ein wirklich schöner Tagesausflug geht zu Ende. Wir verabschieden uns von den Hamburgern und freuen uns sie Ende Dezember in Bangkok bereits wiederzusehen.

Abends packen wir dann mal wieder unsere sieben Sachen zusammen – wir haben mittlerweile Übung darin und die Packwürfel/Ordnungssysteme sind wirklich Gold wert. Morgen geht es weiter nach Koh Tao. Schauen wir mal, wie Heiligabend unter Palmen wird!

A propro Weihnachten: Wer für reiselustige Leseratten noch ein Last-minute-Weihnachtsgeschenk benötigt: ich habe gestern ein wunderbares Buch zu Ende gelesen. Eine Million Minuten heißt es, geschrieben von Wolf Küper. Es geht um eine vierköpfige Familie, die sich für knapp zwei Jahre auf Weltreise begibt. Alles angestoßen durch die damals vierjährige Tochter, der es mächtig auf die Nerven ging, dass ihr Vater immer nur ein knappes Zeitfenster von 10 Minuten für die Gute-Nacht-Geschichte hatte und auch ansonsten viel zu viel gearbeitet hat für ihre Begriffe. Wirklich ein tolles Buch.

Kruemel

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