Krümel's grosse Reise

Faulenzen auf Koh Lanta

Es kommt immer anders, als man denkt

Koh bedeutet Insel. Unser Weg führt uns zunächst nach Koh Lanta, einer Insel in der Andamanensee an der Westküste Thailands zwischen den Phi Phi Inseln und dem Festland.

Es fängt damit an, dass Air Asia leider kurzfristig den Flugplan geändert hat und wir statt nachmittags erst nachts auf Kho Lanta ankommen würden nach neuem Plan. Darauf haben wir keine Lust. Zum Glück können wir den Flug kostenlos stornieren und buchen kurzerhand bei Bangkok Airways zu angenehmeren Flugzeiten. Allerdings gibt es so keinen Direktflug nach Krabi, sondern einen via Bangkok. Von Krabi aus müssen wir noch 1,5 Stunden nach Koh Lanta fahren inkl. kurzer Fährfahrt. Im Endeffekt sind wir so also den ganzen Tag unterwegs.  Und nach einer, nennen wir es mal sehr unbequemen Shuttlebusfahrt zu unserer nächsten Unterkunft, Banana Beach Hotel, ziemlich gerädert. Es liegt nicht weit vom Anleger bzw. Saladan entfernt, der Strand heißt Klong- Dao.

Unser Hotel

Das Hotel macht seinem Namen alle Ehre. In der ganzen Anlage stehen Bananenpalmen. Der Krümel darf direkt alles auf eigene Faust erforschen, freut sich über diese Freiheit und kommt begeistert zurück: ein Pool mit Kinderbereich (wo ich stehen kann!), ein Spielplatz mit riesiger Familien-Holzschaukel an einem Baum, Strand und Meer! Er kann es gar nicht fassen und rennt gleich noch einmal los. Dann drängt er uns in den Pool. Und obwohl es schon dunkelt, folgen wir seinem Wunsch gerne. 


Und bleiben! Nein, ganz so ist es nicht, aber im Prinzip verhalten wir uns die nächsten drei Tage wie so mancher AI-Tourist und verlassen die Anlage kaum bis nicht! Nach so viel Input in den letzten Wochen relaxen wir einfach mal. Der Krümel blüht noch einmal mehr auf, freut sich, dass wir so oft am und im Pool sind und macht große Fortschritte, was das Schwimmen angeht. Das Meer hingegen mag er leider gar nicht, zu viele Wellen… und dabei geht es hier so schön lange flach und auf Sandboden ins Meer hinein. Sehr kinderfreundlich. Die Wellen sind vergleichsweise klein und harmlos. Wenn Flut ist, bleibt immer noch ein breiter Strandabschnitt zum Spielen zurück.


Die Hotelanlage hatten wir bewusst gewählt, weil sie bei Familien beliebt ist und wir auf Anschluss, besonders für den Krümel, hofften. So gesehen funktionierte es. Hier sind neben normalen Familienurlaubern auch einige Langzeitreisende untergekommen. Entweder genießen sie mit Kleinkindern die Elternzeit in der Sonne oder sind wie wir nur auf der Durchreise nach Neuseeland hier und haben tatsächlich eine Schulbefreiung für die Kinder bekommen.  Allerdings ärgern wir uns etwas über den hohen Preis, den wir für das Hotel zahlen, der unserer Meinung nach in keinem Verhältnis zur Leistung steht.

Spieltplatz 2

Koh Lanta

Ich kann an dieser Stelle also kaum etwas zu Kho Lanta berichten. Die Insel soll zu 80% von Muslimen bevölkert sein, das erklärt auch, warum wir, gerade im Meer badend, plötzlich einen Muezzin rufen hören. Die Insel ist im Inneren dicht bewaldet. An der Küste entlang soll es viele tolle Strände geben.


Unser Hotel liegt am Ende eines langen Sandstrandes, danach wird es felsig. Die Fischer kommen abends mit ihren bunten und knatternden Booten vom Fang zurück und legen hier an. Und das ist auch Thailand für mich: lange Sandstrände, gesäumt von einigen Resorts und Lokalen, die man abends zu Fuß erreichen und direkt am Strand speisen kann. Mit Blick aufs Meer, unter Lichterketten, neben sich vielleicht einen Baum mit Hängematte oder Schaukel speist man dann. Der Strand ist, wie in Thailand üblich, komplett öffentlich,darf nicht mit Liegen zugestellt werden. Uns persönlich gefällt das.

Einsiedlerkrebse und andere Tiere

Hier kann man auch herrlich ausgelassen rennen und toben, wie der Krümel es gerne macht. Oder einfach barfuß und gedankenverloren über den Sand laufen, so wie ich. Eine ganz tolle Beschäftigung ist auch das Strandgut-Sammeln. Hier liegen richtig schöne Muscheln und Schneckenhäuser. Als der Krümel ein besonders schönes Exemplar eines Schneckenhauses findet und in der Hand mit sich herumträgt, hört man plötzlich einen spitzen Schrei von ihm und ich sehe noch, wie er es im hohen Bogen wegwirft. Was ist los? Es hat sich bewegt, sagt er völlig entsetzt. Wir schauen es uns aus der Nähe an und finden einen Einsiedlerkrebs in seiner Behausung vor. Ein paar Meter weiter finden wir einen Kugelfisch an Land vor, leider ist er tot. Wahrscheinlich hatte er sich in ein Fischernetz verirrt und wurde dann aussortiert. An einem Abend fahren wir mit einem Tuk Tuk-Verschnitt (hier sind es eher Roller mit seitlichem Anbau, also überdachter Sitzfläche) nach Saladan. Wir brauchen ein Ticket für die Fähre zurück nach Krabi. Der Ort selber ist nichts Besonderes. Sehr touristisch im Gegensatz zu unserem eher ruhigen Strandabschnitt. Ein Tourenverkäufer neben dem anderen. Teilweise wirkt es auch ziemlich dreckig. Direkt am Wasser gibt es einige Restaurants die auf Stelzen gebaut sind, das sieht ganz nett aus. Ein schwedisches Restaurant gibt es auch. Überhaupt sind hier sehr viele skandinavische Touristen, wie uns aufgefallen ist. Die Walkingstreet ist tatsächlich mal eine verkehrsfreie Zone, ausschließlich Garküchen. Überall stehen bunte Plastikstühle- und Tische, die man ungebunden von den Garküchen benutzen kann. Das Essen ist sehr  gut und lecker. In Saladan gibt es sogar direkt zwei deutsche Bäckereien. Wir decken uns erst einmal mit Sauerteigbrot ein.

Die Sache mit dem inneren Schweinehund

Am zweiten Abend macht Krümel-Papa mich darauf aufmerksam, dass ich extra meine Laufschuhe eingepackt, sie aber noch nicht benutzt habe. Recht hat er. Auf der Suche nach einer sportlichen Betätigung, die ich überall auf der Welt und ohne viel Material ausüben kann, bin ich mal wieder beim Joggen gelandet. Zuhause habe ich ja gerne das Innere-Schweinehund-Argument „keine Zeit“,  bei dem Verkehr in Vietnam war es auch schwierig, aber gegen einen Strand als Jogging-Ort kann ich nun wirklich nichts mehr einwenden. Also jogge ich am nächsten Morgen, kaum das ich aufgewacht bin – meine Männer sind noch im Traumland – , los. Und es ist schön, schön ruhig und ganz schön schweißtreibend. Meine Sportart ist das auch nicht wirklich. Ich frage mich, ob ich die überhaupt jemals finden werde, aber erst einmal mache ich weiter damit.

An unserem letzten Abend wird der Himmel immer wieder von Blitzen durchzogen. Dann fängt es an zu regnen. Und das wird bis zum nächsten Morgen so weitergehen. Immer stärker und stärker.  Als ich  nachts aufwache, habe ich kurzzeitig das Gefühl direkt im Regenguss zu liegen. So hört es sich zumindest an, was der eher luftdurchlässigen Bauweise hier geschuldet ist. Es regnet immer noch und in Strömen, der Weg und die Wiese stehen im Wasser.  Auch der Krümel wacht auf und staunt nicht schlecht, als er aus dem Fenster schaut. Am nächsten Morgen ist aber schon wieder fast alles versickert und dafür haben wir zum ersten Mal hier eine relativ klare Sicht. Wir können vom Strand aus die Nachbarinseln sehen, die vorher nur zu erahnen waren.

Eine kleine Auswahl unserer Strandausbeute

Kruemel

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